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Rolf Torring 086 - Pongos schwerster Kampf

Rolf Torring 086 - Pongos schwerster Kampf

Titel: Rolf Torring 086 - Pongos schwerster Kampf
Autoren: Hans Warren
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      1. Kapitel Ein eigenartiger Weg  
     
      „Warum haben wir nur nicht die Bahn genommen?" Rolf blickte verdrossen drein. „Weit und breit ist kein anderes Fahrzeug zu sehen. Und bis Ahmadabad sind es meiner Schätzung nach noch mindestens zwanzig Kilometer. Sie mußten auch ausgerechnet in das tiefe Loch fahren" wandte er sich an den indischen Fahrer, einen jungen Mann, der recht intelligent aussah.  
      Der Schofför machte ein ängstliches Gesicht. Er entschuldigte sich:  
      „Ich bitte um Verzeihung, Sahib, ich glaubte, ihn hier links im Dickicht zu sehen. Da bog ich nach rechts aus und geriet in das Loch."  
      „Welchen ,ihn'?" fragte Rolf erstaunt „Wer ist denn ,er'? Deshalb also übersahen Sie das tiefe Loch, weil ,er' angeblich dort stand!"  
      „Sahib, man spricht über ,ihn' nicht," sagte der Inder scheu.  
      „Vielleicht treibt sich hier eine Spukgestalt herum, die sich bei Licht besehen als ganz harmlos herausstellt," folgerte ich. "Wollen wir unser Gepäck gleich mitnehmen?"  
      „Nein, Hans," wehrte mein Freund ab. „Es ist besser, wir können uns ungehindert bewegen. Unsere Büchsen und Maha nehmen wir natürlich mit. Ich hoffe doch, daß ein Wagen hier vorbeikommt, der sich unseres Gepäckes erbarmt."  
      Der Fahrer stand unschlüssig herum. Rolf blickte erst ihn, dann mich an und sagte:  
      „Um noch einmal auf den ,er' zurückzukommen: sollte er mit der rätselhaften Sache zu tun haben, über die uns ein Onkel des Tigerjägers nach Baroda schrieb?"  
      Jack Lesley, der besagte Onkel des Tigerjägers Rice, der auch eine stattliche Anzahl Tiger auf die Decke gelegt hatte, schrieb auf einen Brief, den ihm Rice über die glückliche Errettung seiner Nichte gesandt hatte, daß wir noch zu ihm kommen möchten. Er würde uns seinen Wagen schicken, wenn er kein abschlägiges Telegramm erhielte. Die Sache würde bestimmt unsere Anteilnahme erwecken.  
      Wir hatten nicht abtelegrafiert. Nach den Schilderungen, die Rice von seinem Onkel gab, war er — alter Colonel der britischen Armee, der sich mehrfach durch besondere Tapferkeit ausgezeichnet hatte — ein Mann, der schwierige und gefährliche Expeditionen gegen aufrührerische Stämme geleitet hatte.  
      Rice hatte uns versichert, daß die Sache, die Lesley nicht einmal andeutete, sondern nur erwähnte, das Können und Vermögen seines Onkels übersteigen müsse, sonst würde er sich nicht an uns gewandt haben. Auf keinen Fall würde er ein Auto schicken, wenn es nicht um etwas Besonderes ginge.  
      Wir konnten den Wagen kaum erwarten. Herzlich hatten wir uns von Rice und allen neuen Freunden in Baroda verabschiedet (Siehe Band 85: „Der Meeresspuk".)  
      Am frühen Morgen war der schnittige Tourenwagen eingetroffen. Wir konnten damit rechnen, bereits mittags die zweihundert Kilometer bis Ahmadabad zurückgelegt zu haben. Als wir gegen elf Uhr den größten Teil des Weges auf Straßen, die kaum noch als solche zu bezeichnen waren, hinter uns hatten, wurde die Fahrbahn so schlecht, daß der Schofför seine ganze Kunst aufwenden mußte, um den Wagen zwischen den zahlreichen Schlaglöchern durchzuwinden.  
      Jetzt war das Unglück doch geschehen! Mit dem rechten Vorderrad war der Wagen in ein tiefes Loch geschlagen. Wir flogen von den Sitzen hoch. Als wir ausgestiegen waren, um nachzusehen, ob der Wagen Schaden genommen hatte, bestätigte sich, was ich schon im Augenblick des Hochgeschleudertwerdens gedacht hatte: Vorderachsenbruch!  
      Der Achsschenkel war glatt durchgebrochen. An eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Wir mußten uns wohl oder übel entschließen zu laufen.  
      Rolf deutete auf den schmalen Weg, der zu unserer Linken ins Dickicht führte.  
      „Wohin führt der Weg?" fragte er den Inder. "Kürzt er die Strecke nicht bedeutend ab?" Der Fahrer nickte.  
      „Ja, Sahib, der Weg ist kürzer als die Straße. Aber die Sahibs können auf ihm nicht bis Ahmadabad gelangen, denn ,er' läßt niemanden durch."  
      „So, so," meinte Rolf, ironisch lächelnd, „ ,er' läßt niemanden durch. Das sollte für uns gerade ein Grund sein, den Weg zu benutzen! Ich bin auf ,ihn' nämlich sehr neugierig. Lauern sonst auf dem Pfad noch Gefahren?"  
      „Darüber darf ich nicht sprechen, Sahib, ,er' würde mich bestrafen."  
      „Junger Mann," sagte Rolf zu dem Schofför, „Sie sind doch intelligent — und bringen einen solchen Unsinn vor! Das ist doch sicher alles nur

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