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Wenn es ploetzlich Liebe ist

Wenn es ploetzlich Liebe ist

Titel: Wenn es ploetzlich Liebe ist
Autoren: Kathie Denosky
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PROLOG
    „Wie stellen Sie sich das vor, Mrs. Larson? Uns kann man nicht einfach kaufen.“ Lucien Garnier gab sich keine Mühe, die klare Absage zu beschönigen. „Außerdem werden Sie mir sicher darin zustimmen, dass nach jetzigem Stand der Dinge keine Rede von irgendeiner Art von verwandtschaftlicher Verbundenheit sein kann.“
    Emerald Larson zeigte sich von dieser glatten Abfuhr völlig unbeeindruckt. Sie blickte ruhig über die auf Hochglanz polierte Tischplatte ihres Louis-quatorze-Schreibtischs hinweg und betrachtete die drei Besucher, die vor ihr saßen – ihre inzwischen erwachsenen Enkel, die sie erst kürzlich aufgespürt hatte. Emerald Larson konnte verstehen, dass diese jungen Leute sich in der ganzen Aufregung nicht besonders zugänglich zeigten. Gerade hatten sie erfahren müssen, dass ihr Vater nicht der Mann gewesen war, als der er sich ausgegeben hatte. Nicht der Not leidende Künstler Neil Owens war ihr Vater gewesen, sondern Owen Larson, ein Frauenheld und Playboy reinsten Wassers, dazu Nachkomme einer der reichsten und mächtigsten Frauen der Vereinigten Staaten, nämlich Emerald Larsons. Das mussten die drei Geschwister natürlich erst einmal verarbeiten.
    Emerald war alles andere als begeistert gewesen, als sie erfahren hatte, dass ihr jüngst verstorbener Sohn in seiner Jugend eine ansehnliche Schar unehelicher Kinder gezeugt und deren Mütter sitzen gelassen hatte. Seit Emerald das herausgefunden hatte, war sie damit beschäftigt, all jene Kinder von Owen Larson aufzuspüren, ihnen ihre Rechte zu erklären und sie in das Imperium der Emerald Incorporated einzugliedern.
    Mit dreien ihrer Enkel war Emerald das bereits geglückt. Jeder von ihnen führte inzwischen eine eigene Firma. Das Unglück war bloß, dass Emerald noch nicht wusste, wie viele Kinder ihr umtriebiger Sohn nun wirklich hinterlassen hatte. Deshalb konnte sie auch nicht sicher sein, alle zu finden.
    Erst vor wenigen Monaten war Emerald auf eine Frau gestoßen, die Owen ebenfalls auf seine Art beglückt hatte. Er hatte die junge Französin als Student in San Francisco kennengelernt, mit ihr die Zwillinge Lucien und Jacques gezeugt und war dann von der Bildfläche verschwunden. Zehn Jahre später war Owen jedoch zurückgekehrt und hatte Francesca Garnier abermals ein Kind geschenkt, eine Tochter namens Arielle. Bald darauf hatte er die Familie wieder verlassen.
    Der Fall dieser Französin war für Emerald irritierend. Ihr ging es zu Herzen, weil es anscheinend tatsächlich eine Frau in Owens Leben gegeben hatte, die dieser so geliebt hatte, dass er gegen alle Gewohnheit zu ihr zurückgekommen war. Er war also trotz seiner Leichtlebigkeit durchaus imstande gewesen zu lieben. Enttäuschenderweise war dann doch sein ursprüngliches Naturell durchgeschlagen.
    Aber Emerald war eine praktisch veranlagte Frau. Was in der Vergangenheit lag, war nicht mehr zu ändern. Sie konzentrierte sich auf die Zukunft. Und als Nächstes wollte Emerald dafür sorgen, dass den Geschwistern Garnier, die jetzt vor ihr saßen, Gerechtigkeit widerfuhr.
    „Lucien, ich kann Ihren Unwillen gut verstehen“, setzte sie an. „Aber denken Sie trotzdem über das Angebot nach, das ich Ihnen, Ihrem Bruder und Ihrer Schwester mache. Jeder von Ihnen erhält von mir ein Treuhandkonto mit mehreren Millionen als Startkapital sowie die Möglichkeit, eine meiner Gesellschaften zu übernehmen.“
    „Wir brauchen weder Ihr Geld noch Ihre Firmen“, meldete sich nun auch Jacques zu Wort.
    „Natürlich sind Sie und Ihr Bruder Lucien selbst wohlhabend genug. Sie brauchen meine Unterstützung sicherlich nicht“, erwiderte Emerald gelassen. Dann lächelte sie Arielle zu, der einzigen Enkeltochter, die sie ausfindig gemacht hatte. „Aber was ist mit Ihnen, meine Liebe? Ich bin sicher, Ihr Gehalt als Lehrerin deckt gerade das Nötigste. Ich biete Ihnen eine finanzielle Sicherheit, sodass Sie sich Ihr Leben lang keine Sorgen mehr machen müssen, weder um sich selbst noch …“
    „Arielle ist gut versorgt“, unterbrach Lucien sie schroff. Seine dunkelblauen Augen blitzten auf. „Jake und ich haben uns immer um sie gekümmert. Wir achten schon darauf, dass es ihr an nichts fehlt.“
    „Ihr Einsatz für Ihre Schwester ist ohne Frage bewundernswert.“ Emerald zeigte sich unbeeindruckt von Luciens barschem Tonfall. „Nach dem tragischen Tod Ihrer Mutter haben Sie Hervorragendes geleistet, Geld verdient, Ihre Ausbildung abgeschlossen – erstaunlich für kaum

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