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Sie sind Dein Schicksal

Sie sind Dein Schicksal

Titel: Sie sind Dein Schicksal
Autoren: Jess Haines
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Kapitel 1
    M eine Hände zitterten, als ich den Stift auf den Vertrag vor mir setzte. Es war die Mitteilung einer Other- Mitbürge r /Menschen-Beziehung und vertraglich verbind liche Vereinbarung , die meine Beziehung mit Chaz für alle Zeit zementieren würde.
    Zumindest, wenn er sie auch unterschrieb.
    »Shia?«
    Meine Hand zuckte, und der Stift hinterließ einen Strich auf dem Papier. Ich sah auf und legte schnell ein paar andere Dokumente über den Vertrag, um ihn unter der Unordnung auf meinem Schreibtisch zu verstecken.
    »Ja?«
    Jen, die Sekretärin und Buchhalterin von H&W , spähte über ihre Brille hinweg in mein Büro. Sie beäugte die Papiere, als wüsste sie, dass ich etwas versteckte. Aber sie war zu taktvoll, um etwas zu sagen. »Wie hieß der verrückte Kerl, der vor ungefähr einem Monat oder so hier war? Der, mit dem du nicht reden wolltest und der auch keinen Termin mehr bekommt?«
    Ich rümpfte die Nase. »Du redest über diesen großen, blonden Kerl, richtig? Er heißt Jack.«
    Sie nickte und verschwand wieder um die Ecke. Mei ne Neugier war geweckt. Ich ignorierte den Vertrag für einen Moment, erhob mich von meinem quietschenden Bürostuhl und lehnte mich gegen den Türrahmen. Jen war am Telefon, die Füße hatte sie auf den Tisch gelegt, während sie am Computer eine Partie Solitaire zu Ende spielte.
    »Nein, Sir, ich habe gerade nachgesehen, und sie ist noch in einer Besprechung mit einem Klienten. Es tut mir leid, aber ich werde das Meeting nicht stören. Wie ich schon sagte, Sie können eine Nachricht für sie bei mir hinterlassen oder auf die Mailbox sprechen.«
    Ich runzelte die Stirn und verschränkte die Arme, während ich Jen dabei beobachtete, wie sie gleichzeitig telefonierte und ihr Spiel gewann. Ein Anruf von Jack war kein gutes Zeichen. Der Mann gehörte zu den Weißhüten, einer von diesen verrückten Bürgerwehren, die durch die Gegend zogen und jede übernatür liche Kreatur vernichteten, die ihnen über den Weg lief. Bei unserem ersten Treffen hatte er mich mit einem Messer bedroht, um mich dazu zu bringen, mich ihrer Sache anzuschließen. Beim zweiten Mal war er bei hellem Tageslicht in mein Büro gestiefelt und hatte mich mit einer Pistole bedroht, weil er dachte, ich würde für die Vampire arbeiten. Ganz abgesehen davon, dass er nicht alle Tassen im Schrank hatte, bedeutete er einfach Ärger, so simpel war das.
    »Wie ich schon sagte, Sir, sie ist nicht verfügbar.« Jens Ton war jetzt professionell eisig, und ich dachte darüber nach, ihr eine Gehaltserhöhung zu geben. Sie ließ den aufdringlichen Widerling wirklich wunderbar auflaufen. »Sie können eine Nachricht bei mir hinterlassen oder später noch mal anrufen.« Sie hielt inne und lauschte auf seine Antwort. Bald schon nickte sie mit verschlagener, triumphierender Miene. »Ja, ich wer de dafür sorgen, dass sie die Nachricht sofort bekommt. Wie lautet sie?«
    Sie zog die Beine vom Tisch, öffnete eine E-Mail und tippte Jacks Nachricht ein. Als sie mich im Augenwinkel sah, zog sie eine Grimasse; ihre Stimme am Telefon klang dabei unverändert kühl und höflich.
    »Ja, ich werde ihr die Nachricht zukommen lassen, sobald sie frei ist. Danke, dass sie Halloway and Waynest Investigations angerufen haben.«
    »Danke, dass du ihn abgewimmelt hast«, sagte ich, sobald sie aufgelegt hatte. »Dieser Kerl macht nichts als Ärger.«
    »Echt? Ich werde dir die Nachricht weiterleiten, weil er eine Telefonnummer hinterlassen hat, aber ich weiß nicht, ob es dir irgendetwas sagen wird. Er hat mir nur diktiert: ›Sagen Sie ihr, diesmal sind es nicht wir.‹ Irgendeine Ahnung, wovon er spricht?«
    Ich zog nachdenklich die Brauen zusammen. »Das ist alles, was er gesagt hat. ›Wir sind es nicht‹?«
    »Ja.«
    »Ich habe keinen blassen Schimmer.«
    Sie schüttelte den Kopf, drehte sich wieder zum Computer um und schickte mir die Mail. E-Mails sind meine liebste Form von Nachrichten. Sara war viel organisierter als ich, wenn es darum ging, Memos und Klebezettel nicht zu verlieren. Mein Schreibtisch war ein Durcheinander aus Wollmäusen, angekauten Stiften und verschiedensten Visitenkarten, die ich schon vor langer Zeit hätte abheften und aufräumen müssen.
    »Wenn er hier auftaucht und dich belästigt, während ich nicht in der Stadt bin, ruf die Polizei!«
    »Okay«, antwortete sie, ohne auch nur von ihrem Spiel aufzuschauen. Ich tat mein Unbehagen mit einem Schulterzucken ab und drehte mich wieder Richtung Büro, aber dann

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