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Minztee bis Maori Tatoo! Mit dem Rucksack um die Welt

Minztee bis Maori Tatoo! Mit dem Rucksack um die Welt

Titel: Minztee bis Maori Tatoo! Mit dem Rucksack um die Welt
Autoren: Carolina Veranen-Phillips
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Türkei von Mittelasien trennt. Genau wie in Griechenland hatte das Wasser eine schöne Farbe und der Kontrast zwischen dem Blau des Meeres und dem Weiß der kreidehaltigen Küste war fabelhaft.
    Der LKW, mit dem wir reisten, war dunkelblau und weiß. Er war umgebaut mit Sitzen, wie in einem Bus. Ein CD- und Kassettenspieler war eingebaut, ebenso wie ein Kühlschrank für Essen und Getränke. Im hinteren Teil des LKWs gab es eine Pseudoküche. An den Seiten hatte der LKW auch Platz für Rucksäcke, Zelte und alles, was wir während des Trips brauchten. Ich war sehr beeindruckt von der Einrichtung.
Gallipoli
    Wir folgten der Küstenlinie bis zur Halbinsel Gallipoli, die immer noch im europäischen Teil der Türkei liegt. Am Abend hielten wir an einem kleinen Campingplatz, dessen Besitzer es gewohnt zu sein schienen, Überlandreisende zu begrüßen. Wir sprangen alle vom LKW, nahmen unser Zeug und bauten unsere Zelte auf, bevor wir auf ein Erfrischungsgetränk zur Bar gingen. Die ganze Truppe saß um einige Tische herum, jeder mit einem Getränk in der Hand. Es war die erste Gelegenheit, die wir hatten, um mehr über einander herauszufinden. Ich saß neben Peter, meinem zukünftigen Kochpartner. John und Lawrence gesellten sich zu uns. Interessanterweise fand ich heraus, dass John, ein Australier aus Sydney, ebenfalls vor dieser Reise in Maidenhead gelebt hatte. Die Welt war wirklich sehr klein! Sehr schnell hatten sich an diesem Abend kleine Gruppen gebildet. Nach dem Abendessen gingen wir zu unseren Zelten, um zu schlafen. Es fühlte sich seltsam an, alleine in meinem Zelt in der Türkei zu sein. Hatte ich Angst? Ich schätze schon, ein wenig. Aber was war das Schlimmste, was mir passieren konnte?
    Der folgende Tag war dem Besuch des Schlachtfeldes von Gallipoli gewidmet, wo die Schlacht von Gallipoli während des Ersten Weltkrieges vom 25. April 1915 bis zum 09. Januar 1916 stattfand. Die Franzosen und Briten vereinten ihre Streitkräfte, um die Osmanische Hauptstadt von Konstantinopel (heute Istanbul) einzunehmen und den Weg nach Russland zu sichern. Der Versuch schlug fehl und hinterließ schwere Verluste auf beiden Seiten - der türkischen und der französisch/britischen.
    Das Gallipolische Schlachtfeld hinterließ eine tief greifende Auswirkung bei allen beteiligten Nationen. In der Türkei wird die Schlacht als einer der bezeichnendsten Momente in der Geschichte des türkischen Volkes verstanden. Die Australier und Neuseeländer, die mit uns reisten, sahen Gallipoli als einen ‘heiligen’ Ort. Ich fragte mich, woher sie von Gallipoli wussten und was die Verbindung zu Australien und Neuseeland war. Ich selbst hatte nie von dieser Schlacht gehört. Howard und Jacqui, das britische Paar, das ebenfalls im LKW reiste, wussten auch nicht viel darüber. Nachdem ich ein bisschen nachgelesen hatte, wurde klar: Australische und neuseeländische, freiwillige Soldaten waren an der Schlacht beteiligt gewesen. Gallipoli wird als die erste, große Schlacht, die durch die australische und neuseeländische Armeen (ANZAC) ausgetragen wurde, gesehen. Sie wird oft als bezeichnend für die Geburt des Nationalbewusstseins in diesen beiden Ländern betrachtet. Am 25. April jeden Jahres wird in beiden Ländern ANZAC Day zelebriert, um die australischen und neuseeländischen Soldaten zu ehren, die in Gallipoli während des Ersten Weltkrieges kämpften.
    Als wir am Schlachtfeld ankamen, waren alle im LKW still. Es war, als würde das Schlachtfeld sprechen. Ich versuchte mir vorzustellen, wie es sich angefühlt haben muss, einer der Soldaten an der Frontlinie zu sein; einer dieser jungen Männer, voller Mut und Zielstrebigkeit, die der Armee beitraten, um für ihr Land zu kämpfen. Wussten sie, wie man kämpfte? Wussten sie genau, wofür sie kämpften? Oder dachten sie, “Oh, was zum Teufel mach ich hier?” Eines war klar: Sie mussten um ihr Leben kämpfen und ihren Feind töten, um zu verhindern, selbst getötet zu werden. Und wer war der Feind? Andere junge und tapfere Soldaten, die vor ihren Augen standen ... Sie waren nur der Feind, weil sie der ‘anderen Seite’ angehörten. Der politische Grund für diesen Krieg war anderorts entschieden worden, nicht durch die Soldaten! Hohe, militärische Behörden trafen alle Entscheidungen in der Sicherheit ihrer schicken Büros, während Soldaten an der Frontlinie abgeschlachtet wurden. Das Leben schien wenig Wert zu haben. Soldaten wurden ständig ersetzt. Sie waren nur eine Zahl, nur

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