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1639 - Las Vegas-Wölfe

1639 - Las Vegas-Wölfe

Titel: 1639 - Las Vegas-Wölfe
Autoren: Jason Dark
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»Alles klar, John?«
    Die Stimme des FBI-Agenten Abe Douglas erreichte mich vom nahen Gehölz her, wo er gelauert hatte, während mein Platz in der Nähe des Jeeps war.
    »Bisher schon.«
    Abe lachte. »Freut mich.« Er kam näher. Licht gab es nicht in unserer unmittelbaren Umgebung, so sah ich den Mann mehr als Schatten. Abe hatte zudem eine Maschinenpistole geschultert. Auf dem Kopf trug er einen Hut. Stiefel gehörten ebenso zu seinem Outfit wie Hemd und Weste.
    Seine Hose bestand aus einem kräftigen Jeansstoff. Er wollte auf keinen Fall mit dieser Kleidung auffallen. Sie gehörte in diese Gegend, die man durchaus als Wüste bezeichnen konnte und nicht weit von der Spielerstadt Las Vegas in Nevada lag.
    Ich war ähnlich gekleidet. Besonders wichtig waren die festen Stiefel, da es in dieser Gegend Klapperschlangen gab, die nur ungern gestört werden wollten.
    Der blondhaarige Abe Douglas nickte mir zu. »Und? Was sagst du dazu?«
    »Ja, er war es.«
    Das reichte dem Gman nicht. »Was meinst du mit er? Denkst du an einen normalen Wolf oder…?«
    »Mehr oder.«
    »Werwolf?«
    »Du sagst es, Abe!«
    Genau um diese dämonische Art ging es uns. Mein amerikanischer Freund hatte mich nicht grundlos nach Nevada kommen lassen. Die Gegend um Las Vegas war durch diese Bestien beunruhigt worden. Sie hatten sich sogar in die Glitzerstadt getraut und dort Menschen angefallen. Polizisten hatten auf sie geschossen. Die Kugeln waren zwar in die Körper gerammt, aber sie hatten den Wölfen nichts anhaben können. Verletzt oder nicht verletzt - beides stand nicht so recht fest waren sie verschwunden, während sich einige der gebissenen Menschen auf schreckliche Weise verändert hatten.
    In ihnen steckte das Gen des Wolfes, und schon im Krankenhaus waren sie zu anderen Menschen geworden. Ihr Verhalten hatte den Ärzten Rätsel aufgegeben. Sie hatten sich schlimm benommen, aber nur während der Vollmondphase. Da hatten sie getobt und hatten in sichere Zellen verlegt werden müssen.
    Einer von ihnen, der mehrmals gebissen worden war, hatte sich schließlich in einen Werwolf verwandelt, und den Bewachern war nichts anderes übrig geblieben, als ihn zu töten. Dabei hatten sie aufgrund der schlechten Erfahrungen keine Kugeln genommen. Sie waren hingegangen und hatten der Bestie den Kopf abgehackt.
    Das war alles geheim gehalten worden. Nur wenige Eingeweihte wussten davon.
    Zu ihnen zählte der FBI-Mann Abe Douglas, denn er war jemand, der schon Erfahrungen mit Fällen besaß, die man X-Files nannte. Aufklären hatte er diesen Fall nicht können, doch er ging davon aus, dass der Werwolf nicht allein gewesen war.
    Auch wenn in den folgenden Wochen nichts passiert war, so glaubte er nicht daran, dass es vorbei war. Deshalb hatte er die nächste Vollmondphase abgewartet, und tatsächlich hatten sie sich wieder gezeigt.
    Allerdings hatte es diesmal keine Angriffe gegeben. Die Tiere waren schlauer geworden. Sie hielten sich in der Umgebung der Stadt auf, wobei sie die Ruhe der Nacht durch ihr schauriges Heulen störten, um zu beweisen, dass sie noch da waren.
    Der Gman wollte die nächste Phase nicht abwarten. Er hatte seine Konsequenzen gezogen. In Absprache mit seinen Vorgesetzten hatte er sich an mich gewandt, und so war ich in die Staaten geflogen, um mit Abe dem Spuk ein Ende zu bereiten.
    Es war die erste Vollmondnacht, in der wir uns im Freien aufhielten. Abe hatte einen Geländewagen besorgt, und mit ihm waren wir in die Wüste gefahren, abseits der bekannten Straßen, aber nicht zu weit von Las Vegas entfernt, was immer noch zu sehen war, denn dort, wo sich die Stadt befand, zeigte der ansonsten graublaue Himmel einen helleren Widerschein.
    Douglas holte zwei Wasserflaschen aus einer Kühltasche. Eine reichte er mir.
    »Oder willst du einen Kaffee?«
    Ich winkte ab. »Nein, Wasser ist schon okay.« Ich schraubte die Flasche auf. Bevor ich trank, sagte ich noch: »Ich warte nur darauf, dass sie kommen, Abe. Zwar weiß ich nicht, wie weit sie von unserem kleinen Lager hier entfernt sind, aber ihr Geruchssinn ist nicht ohne, kann ich dir sagen.«
    »Du gehst davon aus, dass sie uns wittern.«
    »Genau das.«
    »Darauf warten wir ja - oder?«
    Ich trank einen Schluck und schraubte die Flasche wieder zu. »Richtig. Aber ich würde nicht zu lange warten.«
    Er schaute auf die Uhr. »Es ist zehn Minuten nach Mitternacht. Wie hast du das gemeint?«
    »Das will ich dir sagen. Sollten sie in der nächsten halben Stunde nicht in unsere Nähe

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