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Sturm der Herzen

Sturm der Herzen

Titel: Sturm der Herzen
Autoren: Shirlee Busbee
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gegenüber, dass Whitley tot war. Sein Blick verriet sein Unbehagen, als er in die erwartungsvollen Gesichter der Frauen sah. »Äh, vielleicht sollte ich lieber ungestört mit den Herren sprechen«, erklärte er schließlich. »Es ist nicht das richtige Thema für weibliche Gesellschaft.«
    »Ach, Unsinn!«, rief Isabel. »Wir wissen bereits alles darüber. Es gibt daher keinen Grund, zu glauben, es sei etwas, was nur für die Ohren der Männer bestimmt sei. Ich bin entführt worden, Jack! Ich habe dasselbe Recht darauf, zu erfahren, was geschehen, ist wie Marcus.« Sie zog ungeduldig an seinem Arm. »Nun erzählen Sie schon. Was ist geschehen?«
    Marcus grinste ihn an. »Du wirst feststellen, dass es nur wenig gibt, was du vor so klugen Frauen geheim halten kannst. Du kannst es ihnen genauso gut gleich sagen. Von uns würden sie es ohnehin später erfahren.«
    Jack gab auf. »Bei Jupiter! Es ist ganz seltsam«, begann er aufgeregt. »Genau in der Nacht, in der ich ankam, hatte Roxbury Besuch.« Er schaute zu Isabel. »Wir sind überzeugt, dass es Ihr ›Gentleman‹ gewesen sein muss.« Seine Augen glänzten. »Es ist kaum zu glauben, der Kerl hat ihm das Memorandum gegeben! Er hat gesagt, er sei vielleicht ein Dieb, aber er sei kein Verräter. Somit haben die Franzosen es doch nicht bekommen.« Er sah von einem erstaunten Gesicht zum anderen und musste lachen. »Ja, da schaut ihr. Als ich am nächsten Morgen erwachte und davon erfuhr, hat mich schier der Blitz getroffen; ich wusste gar nicht, wo mir der Kopf stand.«
    »Was du nicht sagst!«, entfuhr es Marcus. »Wenn er ohnehin vorhatte, es Roxbury zu bringen, warum hat er sich die Mühe gemacht, Isabel zu entführen und es uns zu stehlen? Wir hätten es doch auch Roxbury gegeben.«
    Jack schüttelte den Kopf. »Das weiß ich nicht.« Er runzelte die Stirn. »Der Mann hat zugegeben, zu wissen, dass Whitley tot ist. Wie ich Roxbury kenne, ist mehr an der Sache dran, als er uns sagt, aber das Wichtigste ist, dass das Memorandum wieder bei den Horse Guards ist, wo es hingehört, und dass Wellesleys Pläne weiter vorbereitet werden können.«

    Später in der Nacht, als sie allein in ihrem Schlafzimmer waren, sagte Isabel zu Marcus: »Ich weiß, es ist gefühllos von mir, aber ich kann kein Bedauern darüber empfinden, dass Whitley tot ist. Er war ein schlechter Mensch.«
    Sie saßen auf dem Balkon von Marcus’ Schlafzimmer und genossen die laue Mainacht; Isabel nippte an einem Glas warmer Milch, und Marcus hatte ein kleines Glas Cognac in der Hand.
    Marcus nickte. »Vermutlich hat er es aber nicht verdient, ermordet zu werden.«
    »Wie kannst du das sagen?«, verlangte sie empört zu wissen. »Marcus, er hat versucht, Edmunds Leben zu ruinieren und das Memorandum an Frankreich zu verkaufen! Natürlich hat er verdient zu sterben, ja, ermordet zu werden.« Sie überlegte einen Augenblick, dann fügte sie hitzig hinzu: »Oder gehängt.«
    Marcus hatte ihrer Logik nichts entgegenzusetzen und erklärte: »Du hast recht. Whitley hat genau das bekommen, was er verdient hat.«
    Zufrieden, dass Marcus so empfand, wie er sollte, fragte sie: »Was hältst du von Jacks Neuigkeiten?«
    Er zuckte die Achseln. »Für mich klingt es wie eine rechte Räuberpistole. Der Kerl hat viel zu viel Mühen auf sich genommen, um das Memorandum einfach so abzuliefern. Ich denke, es ist so, wie Jack sagt. Roxbury verrät nicht alles.«
    Ein paar Minuten schwiegen sie, während sie überlegten, was wohl ausgelassen worden war. Schließlich erklärte Isabel: »Es ist sehr merkwürdig, nicht wahr?«
    Marcus nickte und sagte, da er es müde war, von Jack, Whitley und der ganzen Angelegenheit zu hören: »Genug davon … Habe ich dir eigentlich heute schon gesagt, wie sehr ich dich liebe?«
    Sie kicherte. »Nicht in der letzten Viertelstunde.«
    »Wie nachlässig von mir!« Er stand auf und hob sie auf seine Arme. »Ich liebe dich, Isabel«, sagte er heiser.
    »Oh, Marcus. Ich liebe dich auch!«
    Er küsste sie und trug sie dabei zu seinem Bett. »Und jetzt«, versprach er, »werde ich dir zeigen, wie sehr ich dich liebe.« Und das tat er dann auch.
    Mehrere Stunden später wachte Marcus auf; Isabel lag zusammengerollt an seiner Seite, und einen Moment lang genoss er einfach ihre Nähe. Er spielte mit dem Gedanken, sie mit einem Kuss zu wecken und erneut zu lieben, aber trotz seiner besten Bemühungen wanderten seine Gedanken immer wieder zu Roxbury und dem Fremden, der das Memorandum

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