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Sternenfaust - 135 - Großangriff der Solaren Welten (1 of 2)

Sternenfaust - 135 - Großangriff der Solaren Welten (1 of 2)

Titel: Sternenfaust - 135 - Großangriff der Solaren Welten (1 of 2)
Autoren: Anonymous
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    Kolonie der Solaren Welten Allister III, Allister-System
     
    Was nützt mir der Fluglizenz-Eintrag im ID-Chip, wenn mich meine bescheuerten Eltern doch nicht nach Allister City fliegen lassen? Einen eigenen Gleiter müsste man haben …
    »Kind, die Allister-Skorpione!«, ahmte die achtzehnjährige Julie Caplan ihre Mutter leise nach und stieß verächtlich die Luft aus. Ja, man konnte zwar nicht leugnen, dass diese zwei Meter langen, sechsbeinigen Chitin-Monster gefährlich waren – aber doch nicht, wenn man in einem Gleiter saß! Julies Vater wurde allerdings nicht müde zu betonen, dass Allister-Skorpione immerhin die Intelligenz eines fünfjährigen Kindes aufwiesen und zu einem koordinierten Angriff fähig seien. Jede Gleiter-Panne könne den Tod bedeuten.
    »Mein Vater, der ewig besorgte Gouverneur«, schnodderte Julie vor sich hin und betrachtete ihre Zehennägel. Der neue Nano-Lack, den sie gerade aufgetragen hatte, war deutlich besser als das Zeug, das sie bislang benutzt hatte. Les couleurs de Namban wechselte nicht nur die Farben, es generierte auch ausgefallene Muster. Julie hatte Freude an den sich langsam aus dem dunklen Violett herausschälenden fahlgelb gezackten Linien und Blitzen, die, wie es inzwischen wieder Mode war, auf einer keltischen Mustervorlage beruhten.
    Julie hatte im Solaren Datennetz erfahren, dass hier auf Allister III die Muster nicht nur schneller als auf der Erde wechselten, sondern sogar Variationen aufwiesen, die andernorts unbekannt waren. Es lag am Sauerstoffanteil von 24 Prozent, der die Umbaugeschwindigkeit der Lack-Naniten erhöhte.
    Leider kam man an Les couleurs de Namban hier im Niemandsland zwischen den Solaren Welten und dem Kridan-Imperium nicht so leicht heran. Dass Julie die Tochter von Gouverneur Caplan war, half ihr da nur wenig: Ihr Vater verabscheute den »zweifelhaften Anstrich«, wie er sich ausdrückte. Überhaupt war ihr Vater sehr streng und schien die Tatsache zu ignorieren, dass sein einziges Kind mittlerweile erwachsen geworden war.
    Spießer!
    Julie wackelte mit den Zehen und seufzte. Sie musste hier draußen leben, 35 Kilometer westlich von Allister City. Eine wunderbare Residenz, sicher. Ausgestattet mit allem Pipapo. Tennisplatz, Antigrav-Pool und eine Empfangshalle aus Tardelli-Marmor. Wirksamer Perimeter-Schutz – jeder Allister-Skorpion wurde gegrillt, wenn er dem Anwesen zu nahe kam. Letztlich aber war es nichts anderes als ein goldener Käfig.
    Aber bald bin ich weg! New Capetown. Ich freue mich auf das Studium. Und ich werde Roman viel öfter sehen können, wenn ich erst mal auf Wega IV bin. Ach, Roman! Warum lässt du mich so lange warten …
    Julie gab einen tiefen Seufzer von sich. Der Gedanke an ihren Freund war für sie das Drittschönste, was es überhaupt gab. Das Zweitschönste ließ sich durch ein sehr unromantisches Wort beschreiben: Bergstrom-AV-Transmission. Julie hatte so lange gequengelt und gedrängt, bis die Eltern ihr die eigene Bergstrom-Funkanlage zugestanden hatten. Im Arbeitszimmer ihres Vaters gab es zwar sogar ein HD-Funkgerät – eines von zweien auf ganz Allister III –, doch eine private Unterhaltung war dort nur schwer möglich. Und da Roman Allister III nur gelegentlich besuchen konnte, wollte Julie wenigstens ungestört mit ihrem Freund sprechen können.
    Das Schönste aber war selbstverständlich der Besuch ihres Geliebten.
    Roman Monty war nur drei Jahre älter als Julie es war. Er war ein Kämpfer. Er war zärtlich, wild, stark, liebevoll, klug … Er war einfach alles.
    Julie seufzte. Sie spitzte ihren Mund und zirpte zwei Mal. Sofort sprang Squashy aus seinem Körbchen und hüpfte auf Julies Schoß. Allister-Meerkatzen waren witzige kleine Tiere, die sehr schnell zahm wurden. Ihr dunkelhäutiges Gesichtchen war entfernt humanoid und erinnerte an irdische Meerkatzen, doch ihr weißgelbes Fell war wesentlich länger als das ihrer Pendants auf Terra. Eine zum Schlafen eingerollte Allister-Meerkatze erinnerte an einen großen Wattebausch.
    Julie kraulte das kleine Tier und blickte wehmütig hinüber zur Bergstrom-Funkanlage, die in die elegant verkleidete Multimedia-Wand ihres großzügigen Boudoirs integriert war. Aber es hatte ja keinen Zweck! Das Star Corps gab Bergstrom-Funkkanäle zwar zu bestimmten Zeiten für die private Kommunikation frei, doch seit zwei Wochen herrschte Funkstille. Weder hatte Roman sich gemeldet, noch war es Julie gelungen, einen Kanal zu etablieren. Es war wie verhext!
    Julie

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