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Gildenhaus Thendara

Gildenhaus Thendara

Titel: Gildenhaus Thendara
Autoren: Marion Zimmer Bradley
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Der Eid der Freien Amazonen
    Von diesem Tag an entsage ich dem Recht zu heiraten, außer als Freipartnerin. Kein Mann soll mich di catenas binden, und ich werde in keines Mannes Haushalt als barragana leben.
Ich schwöre, daß ich bereit bin, mich mit Gewalt zu verteidigen, wenn man mich mit Gewalt angreift.
Ich schwöre, daß ich von diesem Tag an nie mehr den Namen eines Mannes führen will, sei er Vater, Vormund, Liebhaber oder Gatte, sondern einzig und allein als die Tochter meiner Mutter bekannt sein werde.
Ich schwöre, daß ich mich von diesem Tag an einem Mann nur hingebe, wenn ich den Zeitpunkt bestimmen kann und es mein eigener freier Wille ist.
Ich schwöre, daß ich ein Kind nur dann gebären will, wenn es mein Wunsch ist, das Kind von diesem Mann und zu diesem Zeitpunkt zu empfangen. Weder die Familie noch der Clan des Mannes, weder Fragen der Erbfolge noch sein Stolz oder sein Wunsch nach Nachkommenschaft sollen dabei Einfluß auf mich haben.
Von diesem Tag an enden für mich alle Verpflichtungen, die ich gegenüber Familie, Clan, Haushalt, Regent oder Lehnsherr hatte. Achtung schulde ich wie jeder freie Bürger nur den Gesetzen des Landes, dem Königtum, der Krone und den Göttern.
Ich werde an keinen Mann Rechtsansprüche stellen, daß er mich beschütze, mich ernähre oder mir helfe. Eine Treuepflicht habe ich nur gegenüber meiner Eidesmutter, meinen Schwestern in der Gilde und meinem Arbeitgeber, solange ich bei ihm beschäftigt bin.
Und weiter schwöre ich, daß jedes einzelne Mitglied der Gilde freier Amazonen für mich sein soll wie meine Mutter, meine Schwester oder meine Tochter, geboren aus einem Blut mit mir. Ich schwöre, daß ich von diesem Augenblick an den Gesetzen der Gilde Freier Amazonen und jedem rechtmäßigen Befehl meiner Eidesmutter, der Gildenmutter und meiner gewählten Anführerin gehorchen werde. Und wenn ich ein Geheimnis der Gilde verrate oder meinen
Eid breche, dann werde ich mich der Strafe unterwerfen, die die Gildenmütter über mich verhängen, und wenn ich das nicht tue, dann möge sich die Hand jeder Frau gegen mich erheben, sie sollen mich erschlagen dürfen wie ein Tier und meinen Körper unbeerdigt der Verwesung und meine Seele der Gnade der Göttin überlassen.

Danksagung
    Kurz nachdem ich den Roman Die gesprengte Kette vollendet hatte, begann ich zu meinem eigenen Vergnügen mit der Geschichte Magdas im Gildenhaus der Amazonen. Zu der Zeit korrespondierten Jacqueline Lichtenberg und ich regelmäßig und häufig miteinander, und sie schlug vor, ich solle auch die Geschichte Jaelles unter den Terranern schreiben. Ich antwortete, im Augenblick fühlte ich mich dazu nicht qualifiziert, aber wenn sie wolle, könne sie es ja tun. So schrieben wir nur spaßeshalber jede etwa ein halbes Dutzend Kapitel, tauschten sie aus und diskutierten sie, ein Auge auf eine eventuelle berufliche Zusammenarbeit gerichtet. Wir waren jedoch beide stark mit anderen, Darkover fernliegenden Projekten eingespannt, und Jacquelines Karriere entwickelte sich in eine ganz andere Richtung. Auch stellte sich heraus, daß wir völlig unterschiedliche Ansichten darüber hatten, wie die Geschichte enden sollte. Nicht lange, und wir entdeckten, daß wir in entgegengesetzte Richtungen zogen, und gaben dieses spezielle Gemeinschaftswerk mit passenden Ausdrücken des Bedauerns und der gegenseitigen Wertschätzung auf. Jacqueline kehrte zu ihren eigenen „Sime”- und „Molt Brother”-Serien zurück, und ich schrieb weitere Darkover- und Nicht-Darkover-Romane. Ich hatte das Gefühl, dies einmal schiefgelaufene Projekt könne nicht wieder auf die rechte Bahn gebracht werden, warf es in die unterste Schublade und glaubte, dort werde es für immer liegenbleiben. Jahre später stelle ich jetzt fest, daß mein Konzept von Jaelles Charakter, obwohl ich so gut wie alles, was von Jacqueline stammte, umgeschrieben habe - denn unsere Stile und Themen unterscheiden sich sehr voneinander -, trotz allem durch ihren Beitrag vertieft und erweitert worden ist. Obwohl es sich bei diesem Buch nicht um Teamwork handelt, bin ich Jacqueline doch sehr verpflichtet, daß sie es mir ermöglichte, eine von mir geschaffene Person durch ihre Augen zu sehen. So wie sie mir großzügig ihre Anerkennung für meinen Anteil an Unto Zeor, Forever*, in meinen Augen ihr bestes Buch, ausgesprochen hat, muß ich ihr für ihren Anteil an diesem meinem Buch danken.
Marion Zimmer Bradley
    * Unter dem Titel Für Zeor, Auf Ewig als

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