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Duncans Lady

Duncans Lady

Titel: Duncans Lady
Autoren: Emilie Richards
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ja?“
    „Ich bin diese Woche schon zwei Mal zum Beinn Domhain gefahren, Mara, und beide Male bin ich wieder umgekehrt, ohne dich zu besuchen.“
    Sie streichelte die Wange, die sie so sanft geschlagen hatte. „Ist es so schwer, mir zu erzählen, wie es in deinem Herzen aussieht?“
    „Ich wusste einfach nicht, wie ich es dir sagen sollte. Ich kann nur dann gut mit Worten umgehen, wenn ich nicht mich selbst anpreisen muss.“
    „Aha. Du musst dich mir also anpreisen.“
    „Ich glaube, ja.“
    „Obwohl ich bereits weiß, dass du mich liebst?“
    Er drehte sich auf die Seite, sodass er sie anschauen konnte. „Wusstest du es?“
    „Aye. Und ich wusste, wie viel Angst es dir macht.“
    „Ich war noch nie gut darin, jemanden zu lieben, Mara. Ich konnte Lisa nicht genug lieben, um ihr zu helfen, die Schwierigkeiten in ihrem Leben zu überwinden. Und ich habe April nicht genug geliebt, um sie zu schützen, als sie Schutz brauchte. Oder ihr dabei zu helfen, eine Beziehung zu Lisa aufzubauen, obwohl es offensichtlich war, dass sie sie braucht.“
    „Du hast sie beide geliebt, und du hast sie beide genug geliebt. Du hast getan, was du für das Beste hieltest. Immer. Aber manchmal ist das nicht genug, um es perfekt zu machen, egal, wie sehr wir uns auch anstrengen.“
    „Du bist sehr weise.“
    Ihre Augen blitzten auf. „Das hat mich aber auch einiges gekostet. Manchmal wünschte ich, ich wäre nur halb so weise.“
    Er lächelte und hob den Kopf, um sie zu küssen. „Ich würde dich gerne nehmen, genau wie du bist, mit deiner Weisheit und allem, wenn du mich lassen würdest. Aber kannst du mir verzeihen?“
    „Wofür?“
    „Dafür, dass ich dir nie genug vertraut habe. Ich habe behauptet, dir zu glauben, dass du das zweite Gesicht hast, aber ich habe mich geweigert zu glauben, dass Lisa und April in Glencoe sind.“
    „Was gibt es da zu verzeihen?“
    „Ich habe dir nicht vertraut. Ich habe meinen Anwalt angerufen und ihn gebeten, das Flugzeug abzupassen, von dem ich dachte, sie wären darin. Ich habe nicht wirklich geglaubt, dass du recht haben könntest.“
    „Also?“
    „Mara, heißt das, dass du mir vergibst?“
    „Es gibt nichts zu vergeben, Duncan. Soll ich dir böse sein, dass du Aprils Sicherheit nicht aufs Spiel setzen wolltest? Ich an deiner Stelle hätte das Gleiche getan. Du musst dich dessen nicht schämen. Und du hast mir genug vertraut, um mit mir zu kommen. Um mehr habe ich dich nie gebeten.“
    Er küsste sie erneut, langsam und gründlich. „Eine Sache ist da noch.“
    „Aye?“
    „Die ich mir erst jetzt selbst eingestehen kann.“
    Sie lächelte. „Nur eine Sache?“
    Er lachte, wurde jedoch rasch wieder ernst. Er strich ihr über die Wange und übers Haar. Dann hob er ihren Kopf an, bis ihre Gesichter sich berührten. „Von Anfang an habe ich das zweite Gesicht als Ausrede benutzt, um dich auf Abstand zu halten. Aber es war immer nur eine Ausrede gewesen.“ Er rückte näher an sie heran. „Du hast mir Angst gemacht, aber nicht, weil du die Zukunft sehen kannst.“
    „Warum dann?“
    Er zog sie ganz eng an sich und ließ seine Lippen auf ihrer Wange ruhen. Mit sanften Küssen bahnte er sich einen Weg zu ihrem Ohr. Dann flüsterte er ihr die Wahrheit zu, die er erst jetzt erkannt hatte.
    „Nicht, weil du die Zukunft sehen kannst. Du hast mir Angst gemacht, meine außergewöhnliche Lady, weil du die Gegenwart in etwas Magisches verwandelst.“
    Ihre Lippen bebten, und ihre Augen wurden feucht. „Wirklich?“
    „Und so wird es immer sein.“ Seine Lippen fanden ihren Mund. Seufzend ließ sie sich gegen ihn sinken, und er empfand den Frieden und die Ruhe eines Mannes, der alles besaß. Er griff nach der Decke, um sie beide zuzudecken. Doch dann setzte er sich fluchend auf und schwang die Beine aus dem Bett.
    „Was ist los?“, fragte Mara schläfrig. „Bitte erzähl mir nicht, dass du heute Nacht noch ins Hotel zurück musst.“
    „Nein. Aber mir fällt gerade ein, dass du die Laterne draußen stehen gelassen hast, als wir hereingekommen sind. Ich sehe besser noch einmal nach, ob sie auch wirklich aus ist.“
    Sie ergriff seinen Arm, um ihn zurückzuhalten. „Komm wieder ins Bett. Kein Grund, sich Sorgen zu machen. Ich wollte gerade Licht machen, als du schon über den Hügel gelaufen kamst.“
    „Was sagst du da? Die Laterne war gar nicht an gewesen?“
    Sie zog ihn neben sich ins Bett. „Nein. Ich wollte erst abwarten, ob es nötig ist.“
    „Ich sah …“ Seine Stimme

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