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Duncans Lady

Duncans Lady

Titel: Duncans Lady
Autoren: Emilie Richards
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rückwärts aus dem Zelt und stand auf. „Duncan, es sieht aus, als hätte sie ein gebrochenes Bein und vielleicht eine Gehirnerschütterung. Sie hat eine Beule am Kopf und ist nicht sehr viel wärmer als der Schnee.“ Er sah April an, dann zog er Duncan zur Seite und sprach außer Hörweite weiter auf ihn ein.
    „Wird sie wieder gesund?“, fragte April. „Wird Mommy ganz bestimmt wieder gesund?“
    „Ja, Liebes. Ganz bestimmt. Die Männer tragen sie zurück zur Straße, und dann fahren wir mit ihr ins nächste Krankenhaus.“ Noch während sie die Worte aussprach, beobachtete sie, wie die Männer sich rasch absprachen und Lisa mitsamt Schlafsack aus dem Zelt hoben. Mara betrachtete das Gesicht, das sie nur von einem Foto kannte, und spürte ein tiefes Mitgefühl.
    Geordie deckte Lisa mit dem zweiten Schlafsack zu, während der Rest der Männer das Zelt abbaute und die Stangen und die Plane benutzten, um eine Trage zu bauen.
    Duncan hockte sich neben sie, und Lisa öffnete die Augen. Mara konnte ihren Blick nicht abwenden.
    „April?“
    „Sie ist hier. Es geht ihr gut.“
    „Ich dachte … ich wollte dir zeigen, dass ich gut auf sie aufpasse.“ Tränen liefen ihr über die Wangen.
    „Schhhh, alles wird gut. Wir bringen dich in ein Krankenhaus.“
    „Du wirst mir nie wieder erlauben, sie zu sehen.“
    „Mach dir darüber jetzt keine Sorgen.“
    „Sie ist meine …“
    Mara blickte fort. Sie konnte den schmerzlichen Ausdruck im Gesicht der anderen Frau nicht länger ertragen. Lisa hatte ihre Tochter für immer verloren. Nach dieser Geschichte würde Duncan ihr niemals gestatten, jemals wieder Kontakt zu April aufzunehmen.
    „Ja, sie ist dein Baby“, sagte Duncan. „Und wir werden uns irgendwie einigen, damit du sie besuchen kannst. Das verspreche ich dir. Du hättest sie nicht mitnehmen sollen, Lisa, aber du hast getan, was du konntest, damit ihr nichts geschieht. Dafür werde ich dir immer dankbar sein.“ Er stand auf.
    April drückte Maras Arm, und sie setzte das Mädchen auf den Boden. April rannte zu ihrer Mutter. „Mommy!“ Sie ergriff Lisas Hand.
    Lisa verschränkte ihre Finger in Aprils und schloss die Augen.
    „Lasst uns gehen“, sagte Duncan.
    Geschickt hoben die Männer Lisa auf die behelfsmäßige Trage und hoben sie an, während April immer noch Lisas Hand hielt. Dann machten sie sich auf den Rückweg durch das Tal.
    Duncan sah ihnen einen Moment lang nach, dann drehte er sich zu Mara um. „Du hast mir meine Tochter zurückgegeben.“
    „Und du hast ihr ihre Mutter zurückgegeben. Es war ein erfolgreicher Tag.“
    „Jetzt wird dir dein Platz in Druidheachd sicher sein.“
    „Aye. Ich werde die Seherin aus den Bergen sein. Sie werden mich respektieren, und die Mutigsten werden sich um meine Freundschaft bemühen. Es ist mehr, als ich mir all die Jahre erträumt hatte.“
    April rief nach ihnen. Mara wollte den Männern folgen, doch Duncan legte ihr die Hand auf den Arm. „Mara …“
    „Verwechsle Dankbarkeit nicht mit etwas anderem, Duncan.“
    „Tue ich das?“
    Sie konnte nicht antworten, weil sie es nicht mit Sicherheit wusste. Sie wusste nur noch sehr wenig, jetzt, wo sie April und Lisa gefunden hatte. Die Stärke, die sie bis hierher gebracht hatte, war verschwunden. Liebe und Furcht kämpften in ihrem Inneren gegeneinander.
    „Wir sind noch nicht fertig“, sagte er. April rief sie erneut, und er ließ seine Hand sinken und folgte den anderen.
    Nach ein paar Schritten drehte er sich um. Sie stand immer noch an derselben Stelle. „Wir sind noch nicht fertig, Mara. Wenn du das glaubst, dann ist das eines der wenigen Male, in denen du wirklich nicht in die Zukunft sehen kannst.“

18. KAPITEL
    Der Pub des Hotels war überfüllt, wie jeden Abend, seit das Wetter umgeschlagen war. Es gab keinen besseren Platz, um zusammen mit Freunden zu bedauern, dass der Sommer viel zu kurz gewesen war, oder über die geheimnisvolle Rettung von Duncans Exfrau zu reden. In einer Ecke erzählte Geordie, trunken vor Aufmerksamkeit und ohne einen Tropfen Alkohol, die Geschichte den achten Abend in Folge.
    „So wird es zur besten Geschichte, die jemals im Pub von Druidheachd erzählt wurde“, sagte Iain zu Duncan. „Reduziert auf eine Abenteuergeschichte.“
    „Unterschätz es nicht. Hier drin werden seit Jahrhunderten Geschichten erzählt. Wenn Geordies die beste ist, dann werde ich in die Geschichte eingehen.“
    „Und so wird man sich ewig an deinen Namen erinnern.“ Iain hob sein Glas

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