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Die Knickerbocker Bande 34 - Das Geheimnis der gelben Kapuzen

Die Knickerbocker Bande 34 - Das Geheimnis der gelben Kapuzen

Titel: Die Knickerbocker Bande 34 - Das Geheimnis der gelben Kapuzen
Autoren: Thomas Brezina
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Geheimprojekt Gamma
    13. Oktober, zwei Uhr morgens - Tokio, Japan.
    Keiner bemerkt, was sich im 62. Stock eines der vielen Wolkenkratzer abspielt. Alle Stockwerke bis auf das eine sind dunkel. Nur in der 62. Etage scheint noch gearbeitet zu werden.
    Das ist nicht ungewöhnlich, denn hier befindet sich eine Entwicklungsabteilung, und einigen Wissenschaftlern kommen die besten Ideen in der Nacht, wenn absolute Ruhe herrscht.
    Vor einem übergroßen Computerbildschirm sitzt ein rund vierzigjähriger Japaner, der bereits völlig ergraut ist. Seine Gesichtsmuskeln sind angespannt, seine Lippen zu einem dünnen Strich zusammengekniffen, die Hände zu Fäusten geballt; sein Blick ist starr auf den Bildschirm gerichtet.
    Hohe Piepstöne kündigen den entscheidenden Moment an.
    Jetzt, jetzt mußte es endlich klappen! Der Japaner, Professor Yakamora, hatte bereits als Student begonnen, an seinem Geheimprojekt Gamma zu arbeiten. Hunderte, ja Tausende Male hatte er die Daten durch den Computer laufen lassen, das Ergebnis war jedoch immer niederschmetternd gewesen.
    Das Piepsen wurde schneller und setzte auf einmal für drei Sekunden aus. Dann war nur noch ein langgezogener Pfeifton zu hören.
    Professor Yakamora begann vor Aufregung und Freude am ganzen Körper zu zittern. Er konnte es nicht fassen. Seine Augen strahlten wie die eines Jungen, der bei einem Computerspiel die höchste Ebene erreicht hatte. Der Japaner stieß einen Schrei aus und hüpfte wie verrückt durch den riesigen Raum, in dem sein Schreibtisch und der Computer standen.
    Er hatte es geschafft! Er hatte etwas entwickelt, das für die Welt unglaubliche Folgen haben sollte.
    Über seinem Kopf surrte es leise, Professor Yakamora kümmerte sich nicht darum. Er wußte, woher das Geräusch kam. Es handelte sich um eine der zahlreichen Kameras, die jeden Raum rund um die Uhr überwachten. Die Bilder wurden aufgezeichnet, um Diebe oder Spione erkennen zu können. Im Keller des Hochhauses gab es große Lager von alten Bildplatten, auf denen jedes Nasenbohren einer Sekretärin gespeichert war.
    Die vier Kameras, die den Arbeitsraum überwachten, bewegten sich normalerweise ständig hin und her. Um 2.21 Uhr blieben sie plötzlich stehen. Die winzigen roten Lämpchen, die anzeigten, daß die Kameras in Betrieb waren, erloschen. In seinem Freudentaumel bemerkte Professor Yakamora nichts davon. Er eilte zu dem Schrank, der sich über die gesamte Seitenwand des Raumes erstreckte, und öffnete eine Tür. Dahinter befanden sich die Speichereinheiten des Computers. Der Professor tippte einen langen Geheimcode ein und zog nacheinander zehn Computerfestplatten heraus, die wie Langspielplatten aussahen. Auf ihnen war sein Geheimprojekt Gamma gespeichert, das die Welt auf den Kopf stellen würde.
    Als sich der Mann umdrehte, zuckte ihm der Schreck durch die Glieder. Jemand hatte sich in sein Zimmer geschlichen! Viel war von dieser Person nicht zu erkennen, da sie in einem schwarzen Ninja-Anzug steckte und ein schwarzes Tuch um den Kopf geschlungen hatte. Nur für die Augen war ein schmaler Schlitz frei geblieben.
    Der Wissenschaftler wollte den Mund aufmachen, doch der Karate-Kämpfer sprang in die Höhe und traf ihn mit den bloßen Zehen an einer besonders empfindlichen Stelle am Hals. Professor Yakamora sank zu Boden.
    Blitzschnell packte der Unbekannte die zehn schweren Festplatten und verließ das Büro.
    Der Professor lag regungslos auf dem Boden. Es dauerte fünf Minuten, bis er sich wieder zu bewegen begann. Benommen richtete er sich auf. Sein Nacken schmerzte höllisch.
    Mühsam erhob er sich und stolperte zu seinem Schreibtisch. Er ließ sich in den weichen Sessel fallen und griff zum Telefon. Er wählte die Nummer des Sicherheitsdienstes, aber niemand hob ab.
    Der Professor wandte sich seinem Computer zu. Er schaltete sich in die Überwachungsanlage des Hochhauses ein und wollte die Video-Aufnahmen abrufen, die von seinem Büro gemacht worden waren.
    Doch sein Bildschirm blieb schwarz. Der Dieb hatte dafür gesorgt, daß die Kameras nicht funktionierten.
    Aber halt! Hatte der Eindringling die Kameras im gesamten Haus außer Gefecht gesetzt? Professor Yakamora gab dem Computer den Befehl ein, auf allen Aufzeichnungen der vergangenen Stunde nach einem Mann in einem schwarzen Ninja-Anzug zu suchen. Das Ergebnis war erschütternd: der Unbekannte hatte die gesamte Anlage lahmgelegt.
    Der Wissenschaftler heulte auf wie ein geprügelter Hund und verfluchte sein Vertrauen

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