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Die Befreier von Canea

Die Befreier von Canea

Titel: Die Befreier von Canea
Autoren: Jim Butcher
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abzudecken, ehe die Vord zurückschlagen. Natürlich werde ich Truppen hinunterschicken, aber das wird die Zahl des Feindes lediglich verringern.«
    Er deutete auf den Norden, wo eine Handvoll Steinchen die Legionen darstellten. »Inzwischen müssen wir uns bei den Kämpfern immer mehr auf die Militia verlassen, außerdem sind viele Knotenpunkte für die Versorgung mit Nachschub zerstört, und die Vord töten nach und nach unsere mächtigsten Wirker.«
    »Was willst du damit sagen, Fürst Aquitania?«, wollte Isana wissen.
    Er deutete auf den Norden. »Ich kann unsere Streitkräfte sammeln. Ich kann verwalten, was uns an Mitteln geblieben ist. Ich kann Schlachten planen und den Vord übel zusetzen. Ich kann sie an die Krähen in den Bergen verfüttern.« Er schüttelte den Kopf. »Aber solange wir nicht in den Süden zurückkehren können und sie dort angreifen, wo sie ihre Brut aufziehen, ist es gleichgültig, wie viele wir töten. Sie schicken einfach neue. Früher oder später wird dieser Krieg seinen vorherbestimmten Ausgang nehmen. Ich kann dem Volk von Alera ein starker Führer sein, Isana. Ich kann Zeit für die Menschen herausschlagen.« Er senkte den Kopf und fügte sehr leise hinzu: »Aber ich kann ihnen keine Hoffnung schenken.«
    Gaius Octavian, Princeps des Reiches von Alera, hatte die Seekrankheit beinahe einen ganzen Tag früher überwunden als beim letzten Mal, was allerdings kaum bedeutete, dass er weniger gelitten hatte. Aber in dieser Hinsicht war ihm jede Verbesserung willkommen.
    Tavi stand in tiefer Nacht auf dem Deck der Schleiche . Sie wurden von einem der großen Eisschiffe gezogen, das man Alekto getauft hatte, und sogar der wachhabende Offizier döste. Tavi hatte eine Weile auf dem Boden gelegen, bis sein Kopf klarer wurde, und dann war er zum Bug gegangen. Dort stand er, betrachtete das riesige Schiff eine Weile und schaute hinaus auf die ruhige See, wo Hunderte anderer Schiffe langsam nach Alera fuhren. Sie erreichten kaum ein Drittel der Geschwindigkeit, die sie hätten schaffen können, wenn sie nicht an die Eisschiffe gebunden wären. Nun ja, spät war immer noch besser als niemals, und eine Rückkehr ohne die Eisschiffe hätte vermutlich für viele Seeleute ein »Niemals« bedeutet.
    Er knabberte an einem Schiffszwieback, schaute aufs Meer und wartete, dass sich sein Bauch beruhigte, damit er sich endlich schlafen legen konnte. So war er vollkommen überrascht, als eine Stimme gleich hinter ihm sagte: »Was findest du denn daran so interessant?«
    Tavi fuhr vor Schreck zusammen und drehte sich um. Hinter ihm stand eine junge Frau.
    Oder jedenfalls war das sein erster Eindruck von ihr.
    Er widmete ihr einen zweiten, längeren Blick. Nebel und Dunst schienen an ihr zu kleben wie ein richtiges Kleid. Ihre Augen wechselten die Farbe, mal glänzten sie metallisch, dann leuchteten sie wie ein Edelstein. Und diese Augen waren so tief – die gehörten keiner jungen Frau, eigentlich sogar überhaupt keinem menschlichen Wesen.
    »Was findest du daran so interessant?«, wiederholte die Frau und lächelte.
    »Interessant ist vielleicht der falsche Ausdruck«, erwiderte Tavi. »Ich habe nur … es scheint mir einfacher, über die Zukunft nachzudenken, wenn ich aufs Meer hinausschaue. Dann sehe ich eher, was passieren könnte und wie ich darauf reagieren könnte. Wie ich die Ereignisse lenken kann.«
    Die Frau lächelte nicht breiter, aber irgendwie tiefer. »Ihr seid alle gleich«, murmelte sie.
    »Ich verstehe nicht«, sagte Tavi ruhig. »Wer bist du denn?«
    Sie blickte ihn aus hellen Augen an, und ihm fiel auf, dass sich weder ihr Haar noch ihr Nebelkleid in der nächtlichen Brise bewegte. »Dein Großvater«, antwortete sie, »hat mich Alera genannt.«

Danksagung
    Großer Dank gilt den Angehörigen des Beta Foo Asylum, die diesmal wirklich schnell arbeiten mussten. Wie immer wurde das Buch durch ihre Hilfe besser; allein hätte ich es so nicht hinbekommen.
    Ein Riesendank geht außerdem an meine Lektorin Anne, die tapfer gelächelt und mir gesagt hat, ich solle mir »keinen Druck« machen, während die Uhr unaufhaltsam gegen Null tickte. Meinetwegen musste sie in sehr kurzer Zeit sehr viel arbeiten.
    Und wie immer bedanke ich mich bei Shannon, JJ und meiner Spiele-Gang: Robert, Julie, Shaun, Miranda, Sarah, Lisa, Joe, Alex und, Gott steh ihm bei, dem Neuen, Jeremiah. Sie mussten mich unter Druck aushalten, und sie haben sich tapfer geschlagen. Jedenfalls haben sie mich nicht umgebracht,

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