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Der Consul

Der Consul

Titel: Der Consul
Autoren: Christian Ditfurth
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Das Buch
    Zwei Tage nach der Niederlage der NSDAP bei den Reichstagswahlen vom 6. November 1932 wird Hitler im Weimarer Hotel Elephant tot aufgefunden. Ausgerechnet der Berliner Kripokommissar Stefan Soetting, ein völlig unpolitischer Mensch, wird mit den Ermittlungen betraut.
    Die Nachricht von Hitlers Ermordung verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Es sind ohnehin schon unruhige Zeiten, Wirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit haben die Menschen in Armut und Not gestürzt, aber jetzt droht die Situation außer Kontrolle zu geraten: In den Straßen marschiert die SA und liefert sich Schlachten mit den Rotfrontkämpfern der KPD, es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Nur mit Mühe kann die Reichswehr einen Rest von Ordnung aufrechterhalten.
    Was Soettings Vorgesetzte von ihm erwarten, ist klar: Er soll der Öffentlichkeit möglichst schnell einen Schuldigen präsentieren. Doch dann kommt es kurz hintereinander zu drei weiteren Morden. Es scheint, als hätte sich jemand vorgenommen, die Führungsriege der NSDAP auszulöschen.
    Zunächst deutet alles auf den Terrorapparat der KPD als Drahtzieher dieser Morde hin. Doch ein paar Indizien weisen in eine ganz andere Richtung. Ist es wirklich denkbar, dass höchste Regierungskreise in die Morde verwickelt sind? Wie ein Terrier verbeißt sich Soetting in den Fall und lässt auch dann nicht locker, als ihm von oben zu verstehen gegeben wird, er solle seine Ermittlungen beenden.
    Als Soetting den wahren Hintermännern auf die Spur kommt, ist es fast zu spät. In Zeiten, in denen es nur um die Macht geht, ist die Wahrheit nicht gefragt. Soetting bleibt lediglich eine winzige Chance, um das Komplott aufzudecken und seinen Kopf zu retten ...
    Christian v. Ditfurth erzählt die Geschichte eines aufrechten Menschen, der noch an Recht und Gesetz glaubt in einer Zeit, in der diese Werte nichts mehr zählen. In einem Spiel, dessen
    Regeln er nicht kennt, scheint Soetting das perfekte Bauernopfer zu sein. Oder sollte ein einzelner doch den Lauf der Geschichte ändern können? - Bis zur letzten überraschenden Wendung reißt die Spannung nicht ab in diesem meisterhaft erzählten Politthriller.

Der Autor

    Christian v. Ditfurth , geboren 1953, ist Historiker; er lebt als freier Schriftsteller bei Lübeck. Zuletzt war er als Autor von historischen Thrillern und Kriminalromanen erfolgreich, darunter Der 21. Juli und Mann ohne Makel. Stachelmanns erster Fall.

    Informationen über dieses Buch: www.cditfurth.de



 
     
     
     
     
    Für Gisela
     

I.
    W ir waren drei. Kurt Rübezahl kroch hinter mir, Walter Berg hinter Kurt. Wir hatten die Koppelschlösser abgeschnallt und uns die Gesichter geschwärzt. Bewaffnet waren wir nur mit Seitengewehren. Wir hatten uns am Nachmittag zu diesem Spähtrupp verabredet, dem Zugführer Meldung gemacht, und als es dunkel war, gingen wir los. Es war im Juli 1918, westlich eines belgischen Kaffs namens Diksmuide. Wir wollten uns einen britischen Scharfschützen schnappen, der sich irgendwo vor der feindlichen Linie eingenistet hatte. Es war ein Nachtarbeiter. Seit fünf Nächten schoss er auf alles, was er bei uns sehen konnte. Vier Kameraden gingen auf seine Kappe, einem hatte er die Zigarette ins Gesicht geschossen. Wir hassten diesen Tommy.
    »Kann sein, dass es eine Falle ist«, hatte der Leutnant gesagt, als ich ihm unseren Plan meldete. »Aber geht mal, ist ja sonst nichts los, seit Ludendorff keine Lust mehr hat. Hatte auch schon dran gedacht, den Kerl auszuheben. Und wenn’s geht, würde ich mit dem Mister gerne ein wenig parlieren.« Er kaute auf der Pfeife. Sie hatten Ernst Baumbold als Leutnant der Reserve aus einem Gymnasium geholt. Er war kein Schinder.
    Vor uns ein Aufblitzen, dann schoss eine Rakete aus dem britischen Graben in den Himmel. Drei weiße Kugeln standen einen Augenblick in der Luft, dann schwebten sie langsam hinab und beleuchteten fahl das Niemandsland. Der einzige Baum, den die Granaten noch nicht umgepflügt hatten, sah aus wie ein aus der Form gerissenes Riesenskelett. Er stand in einem Meer aus Trichtern, großen und kleinen, flachen und tiefen. Als die Leuchtkugeln dicht über dem Boden schwebten, warf das Baumskelett seinen verzweigten Schatten auf das Trichtermeer. Weit hinter den feindlichen Linien grummelte schwere Artillerie. Gleich würden die Granaten heranrauschen. Nichts Ernstes, nur ein Gutenachtgruß. Die Briten hatten ihre Geschütze schlecht gerichtet, die Geschosse schlugen weit hinter unserem

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