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2068 - Die Falle der Sambarkin

Titel: 2068 - Die Falle der Sambarkin
Autoren: Unbekannt
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der Mohr kann gehen! Die Menschen an Bord der SOL hatten ihre Aufgabe erfüllt. Die Superintelligenz war entstanden, der Kokon verschwunden. Was sollte nun noch kommen? Entließen die kosmischen Mächte sie ins Nichts? Ihr war, als erlaubte ihr das Bewusstsein einen letzten Einblick in ihre Existenz, bevor sie sich in eine hyperenergetische Daseinsform umwandelte, die möglicherweise nicht einmal mit dem Universum zu tun hatte, in dem sie bisher real gewesen war. Da blitzte es auf in der Zentrale. Ein Licht schien darin zu kreisen, und ein ohrenbetäubender Lärm drang auf sie ein. Seltsam. Bisher war Fee Kellind nicht aufgefallen, dass sie keinen einzigen Laut wahrgenommen hatte.
     
    2.
     
    Faer Rinkadon hatte sich keine Illusionen über sich selbst gemacht. Sie wusste, dass ihre Berufung als Kommandantin von Childiree lediglich eine Kompromisslösung war. Ursprünglich waren andere Persönlichkeiten für diesen Posten vorgesehen gewesen, Wissenschaftler von hohem Rang und Ansehen, die sicherlich geeigneter gewesen wären als sie. Doch damit nicht genug. Als sich abgezeichnet hatte, dass man sich auf keinen der ursprünglichen Kandidaten einigen konnte, hatte man sich von ihnen abgewandt und sich jemanden ausgesucht, mit dem alle geistigen und politischen Sektionen leben konnten. Selbst dabei war die Wahl nicht sofort auf Faer Rinkadon gefallen. Es waren Ränkespiele und weitere Kompromisse nötig gewesen, um sie als Kommandantin durchkommen zu lassen. Sie galt als sehr schwach und war somit allen Parteien genehm.
    Faer Rinkadon wusste das, und es hatte ihr nie etwas ausgemacht. Eine große Verantwortung hatte sie ohnehin nicht übernommen. Mit Überraschungen war schließlich nicht zu rechnen. Seit Jahrtausenden betrieben die Wissenschaftler Forschungen an dem riesenhaften, fremdartigen Objekt, dem sogenannten Pilzdom, der seit undenklichen Zeiten um die Riesensonne Mattane im Checkalur 1571 des Landes Dommrath kreiste.
    Faer Rinkadon war keine Forscherin, sie hatte eine wirtschaftswissenschaftliche Ausbildung genossen. So war sie mehr zu einer Organisatorin der wirtschaftlichen Abläufe auf den zwölf Stationen geworden als zu einer militärischen Kommandantin oder einer Art übergeordneter Ordnungshüterin.
    Unter ihrer Leitung hatte es niemals Versorgungsprobleme gegeben und niemals Engpässe, und nicht ein einziges Mal war irgendeines der bedeutenden Feste auch nur um die geringste Zeitspanne verschoben worden.
    Jetzt hatte sich die Situation schlagartig geändert. Sie war in doppelter Hinsicht als Kommandantin mit ganz neuen Aufgaben gefordert. Der Pilz dom nahm die beachtliche Höhe von 104 Kilometern und eine Dicke von 23 Kilometern ein. Die unteren zwei Drittel bestanden aus einem schwarzen, matt aussehenden Material ohne jegliche Erhebung. Das obere Drittel war aus einem silbrig schimmernden Material gefertigt. Die 33 Kilometer breite Pilzkrempe war weich und elegant geschwungen und wies nirgendwo scharfe Kanten auf. Der Durchmesser des Pilzhutes betrug 89 Kilometer. Ihr Leben lang hatte sich Faer Rinkadon mit dem Pilz dom beschäftigt. Schon in ihrer Kindheit war sie gezielt auf ein erfülltes Dasein als Domforscherin hingeführt worden. Das war auf dem Planeten Santhasch gewesen, der Wissenschafts- und Forschungswelt der Ritter von Dommrath, die im Zentrumsbereich der Galaxis lag. Dass sie sich später mehr für die wirtschaftswissenschaftlichen Aspekte des Forschungsobjektes interessiert hatte, stand auf einem anderen Blatt.
    Als Kommandantin hatte sie die höchste Stufe in der Rangordnung der Domforscher erreicht. Doch nun wünschte sie, das wäre nie geschehen. Sie hatte sich nicht nur mit der Tatsache auseinander zusetzen, dass sich zum ersten Mal in der Geschichte der Domforschung eine Aktivität am Pilzdom gezeigt hatte, sondern auch damit, dass ein grauenhafter Mord in ihrer unmittelbaren Nähe geschehen war. Beide Vorfälle überforderten sie, trieben sie geradezu an den Rand der Panik. Ihr war klar, dass sie etwas unternehmen musste, aber sie wusste nicht, was sie als erstes tun sollte. Die Sambarkin von Santhasch hatten mit den Sambarkin, die auf Yezzikan Rimba lebten, nicht mehr viel gemein. Die meisten der 36 Millionen Individuen lebten mindestens in zehnter Generation auf der Ritterwelt Santhasch. Sie entstammten verdeckten Rekrutierungsaktionen. Reisende Samarkin wurden seit eh und je zwischen den Portalen des Do'Tarfryddan angesprochen und in den Dienst der Ritter von Dommrath

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