Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

2068 - Die Falle der Sambarkin

Titel: 2068 - Die Falle der Sambarkin
Autoren: Unbekannt
Ads
dass keiner der Wissenschaftler und Techniker ihre Schwäche bemerkte.
    Die Kommandantin brauchte die Ruhe und Abgeschlossenheit ihrer Kabine, um zu sich zu finden und neue Kräfte zu schöpfen. Erleichtert atmete sie auf, als sich die Tür hinter ihr geschlossen hatte. Faer Rinkadon ging zu ihrem Ruhelager und setzte sich darauf. Gedankenverloren räumte sie die Kleider zur Seite, die sie auf dem Yammony-Sa'Rijaan-Fest getragen und die sie noch nicht vernichtet hatte. Sie waren feucht.
    Verdutzt blickte die Kommandantin auf die Fetzen hinab, dann zog sie die Teile langsam auseinander, um sie zu glätten. Ein großes Stück fehlte. Es war herausgerissen worden. Die Ränder des Lochs waren gezackt. Als sie ihre Finger darüber legte, passten sie ziemlich genau hinein. Im ersten Moment war sie wie cblockiert. Sie konnte nicht klar denken, allmählich aber ging ihr auf, was ihre Entdeckung bedeutete. Die Kehle schnürte sich ihr zu. Es konnte keinen Zweifel geben: Das fehlende Stück Stoff war von einer Hand herausgerissen worden. Unterschiedlich lange Finger hatten die Zacken an den Rändern hinterlassen. Die Kommandantin hatte die Mörderin gefunden. Sie war es selbst. Das Grauen schüttelte sie. Unbegreiflich war ihr, dass sie nicht die geringste Erinnerung an die Tat hatte. Es war ganz eindeutig im Rausch geschehen. Unter dem Einfluss verschiedener Drogen aus Früchten und Getränken war sie zum reißenden Tier geworden, war ein Teil ihrer Persönlichkeit zurückgekehrt in eine ferne Vergangenheit. Sie hatte nie für möglich gehalten, dass so etwas geschehen könnte. Noch weniger hatte sie sich jemals vorstellen können, dass sie selbst von solch mörderischen Instinkten eingeholt werden könnte.
    Zwischen Entsetzen und Panik schwankend, raffte die Kommandantin die Kleider zusammen und warf sie in den Müllschacht, wo sie schon Sekunden später verbrannt wurden. Dann kehrte sie zum Bett zurück, ließ sich darauf sinken, presste die Hände vor das Gesicht und versuchte, die Gedanken an das Schreckliche zu verdrängen. Schon bald spürte Faer, dass sie es so nicht schaffte. Daher erhob sie sich und nahm einige Tabletten zur Beruhigung. Dabei war sie allerdings vorsichtig genug, die Menge richtig zu dosieren.. Wenn der Ritter kam, durfte er auf keinen Fall merken, dass sie unter dem Einfluss des Pharmakons stand.
    Sie ertrug es nicht länger, mit sich und ihren Gedanken allein zu sein, und eilte in die Hauptleitzentrale, um die weitere Entwicklung der Dinge von dort aus zu steuern. Faer beschloss, einige Tage zu war- cten. Dann würde sie mit dem Ausdruck größten Bedauerns bekannt geben, dass der Mordfall nicht mehr aufgeklärt werden konnte, da es keinerlei Hinweise auf den Täter gab. Sie würde anfügen, vermutlich sei der Täter schon längst mit Hilfe des Transmitters auf eine der anderen Stationen verschwunden. Als sie die Zentrale betrat, lief ein Funkspruch ein. Danach stand die Ankunft des Ritterschiffs INT-CROZEIRO unmittelbar bevor.
    Längst nicht alle Besatzungsmitglieder waren der Ansicht, dass es richtig war, den Kampf aufzugeben. Fee Kellind unterdrückte die Proteste schon im Ansatz. Mit schneidender Schärfe machte sie deutlich, dass sie die Kommandantin war. Befehlsgewalt und Verantwortung lagen allein bei ihr, solange die Unsterblichen noch nicht wieder voll einsatzfähig waren.
    Trotzdem war sie sehr froh, dass die Aktivatorträger sich nun rasch von dem Schock erholten und dass alle unversehrt waren. Bevor sie mit Atlan über die Situation reden konnte, meldete Viena Zakata eine weitere Ortung. Unweit der SOL erschien ein Raumschiff, das sich in überaus deutlicher Weise von den Insektenraumern und den Elfzackstationen unterschied. „Ich habe bewusst nicht von einer Materialisation gesprochen", sagte Zakata, „denn die typischen physikalischen Erscheinungen beim Wechsel eines Raumers etwa vom Hyperraum in den Normalraum gab es nicht. Außerdem hat der Raumer keine Eigenfahrt relativ zu uns. Es sieht ganz so aus, als befände sich das Schiff schon eine ganze Weile an diesem Punkt, als habe die andere Seite nur soeben einen besonders hochwertigen Ortungsschutz ausgeschaltet."
    Auf den Monitoren zeichnete sich ein dreigeteiltes Schiff ab. In der Mitte der seltsamen Konstruktion befand sich ein etwa 3000 Meter langer, 1750 Meter durchmessender, tiefschwarzer Zylinder, der jeweils an den Enden patronenförmig zulief. Bei den 1000- und den 2000-MeterMarken zog sich je ein hundert Meter breiter,

Weitere Kostenlose Bücher

Verbotene Gelueste
Verbotene Gelueste von Marlene Meyer
Das Crusenriff
Das Crusenriff von Hubert Haensel