Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen

2068 - Die Falle der Sambarkin

Titel: 2068 - Die Falle der Sambarkin
Autoren: Unbekannt
Ads
Anspruch genommen hatte, sorgten sie dafür, dass der Transmitter nicht von der Hauptleitzentrale aus blockiert werden konnte. „Geschafft!" teilte Ben Gariet, ein junger Positroniker, nicht ohne Stolz mit. „Wenn sie den Transmitter außer Betrieb setzen wollen, müssen sie schon die gesamte Energieversorgung der Elfzackstation lahm legen."„Das werden sie nicht tun", vermutete Don Kerk'radian. „Sie würden sich selbst allzu sehr schaden."
    Er sah sich auf dem Schlachtfeld um, auf dem sie ihren wichtigsten Sieg bei ihrem Vorstoß in die Station des Gegners errungen hatten. Er war mit den Trümmern der Roboter übersät. Eigene Verluste gab es nicht. Das Kommando hatte noch nicht einmal Verwundete zu beklagen. „Wir haben unser Ziel erreicht", freute sich Don Kerk'radian. „Wir ziehen uns zurück." Die Techniker bereiteten den mitgeführten Kleintansmitter sowie das Gerät der Sambarkin für den Rücktransport vor, hielten dann jedoch inne, weil Ben Gariet mit einer Hiobsbotschaft aufwartete. „Die Strukturlücken in den Schutzschirmsystemen bestehen nicht mehr!" rief er.
    Buchstäblich alle in der Halle zuckten erschrocken zusammen. Die Strukturlücken waren jene Schlupflöcher, durch die es ihnen gelungen war in die Elfzackstation einzudringen. Nur durch sie konnte das Einsatzkommando wieder auf die SOL zurückkehren. „Was hast du angestellt?" fragte der Oberstleutnant den Positroniker. „Du musst den Vorgang sofort wieder ruckgängig machen."
    „Ich?" Ben Gariet blickte ihn verständnislos an. „Du musst etwas falsch gemacht haben", beharrte Don Kerk'radian. „Nach menschlichem Ermessen muss diese Schaltzentrale die technische Möglichkeit haben, von sich aus den Auf- oder Abbau der Strukturlücken zu steuern."
    „Nach menschlichem Ermessen ja", stimmte der Positroniker ihm zu, dem nun endlich aufging, welchem Missverständnis der Oberstleutnant zum Opfer gefallen war. „Aber wir befinden uns nicht in einer Station, die von Menschen gebaut wurde. Wir haben es mit einer fremden Technik zu tun, und die folgt leider nicht unserer Logik."
    „Nicht so umständlich", stöhnte Don Kerk'radian. „Geht es auch schneller und direkter?"
    „Sicher", gab der dunkelblonde Mann zurück. Er war mittelgroß und hatte grüne Augen, die in einem seltsamen Kontrast zu seinem kaffeebraunen Teint standen. „Mit einem Wort: Wir können nichts tun."
    „Wir können den Transmitter nicht nutzen?"
    „Eindeutig nein. Die Flucht mit dem Transmitter ist uns unmöglich gemacht worden. Ob wir den eigenen nehmen oder den der Sambarkin." Eine der Frauen stieß einen Alarm schrei aus.
    Zugleich eröffnete sie das Feuer auf mehrere Roboter, die zu einem weiteren Sturm auf die Transmitterhalle ansetzten. Drei Männer schlossen zu ihr auf und schossen ebenfalls. Don Kerk'radian eilte zu ihnen hinüber. Durch Raum und Feuer, herumfliegende Trümmerstücke und an angreifenden Doppelstabrobotern vorbei erkannte er die Gestalten einiger Sambarkin, die den Robotern folgten. Er hatte das Gefühl, von einem Geschoss in den Magen getroffen zu werden.
    Von Anfang an war klar gewesen, dass man alles tun würde, um eine direkte Konfrontation mit den fremden Intelligenzen zu vermeiden. Den Kampf wollte man gegen Maschinen führen, nicht aber gegen Lebewesen. Der Tod oder die Verletzung einiger Sambarkin - so nannten sich die Fremden, wie man auch in der Einsatzgruppe wusste - konnten die nötigen Verhandlungen äußerst erschweren oder sogar unmöglich machen. Don Kerk'radian stand vor einem schier unlösbaren Konflikt. Er wollte das Einsatzkommando auf der einen Seite zum Erfolg führen und der SOL damit die Flucht ermöglichen, wollte aber auf der anderen Seite auf gar keinen Fall irgendeinen der Fremden töten. Er befahl, die Sambarkin mit Hilfe der Paralysatoren abzuwehren. „Wir könnten versuchen, auch noch die Schutzschirme abzuschalten", schlug Ben Gariet vor, der zu ihm aufgeschlossen hatte und hinter den qualmenden Trümmern eines Roboters in Deckung gegangen war. „Und was dann?" fragte Tonko Kerzner barsch.
    Der Ertruser stand mitten in der Halle. Er verzichtete auf jegliche Deckung. In den Händen hielt er einen schweren Thermostrahler, eine Waffe, die jeden Terraner schon aufgrund ihres Gewichts in die Knie gezwungen hätte. In seinem Mundwinkel hing ein Stück mit Schokolade überzogenes Marzipan, an dem er genüsslich lutschte. „Wenn die Schutzschirme nicht mehr stehen, können wir mit den Transmittern fliehen",

Weitere Kostenlose Bücher

Rücksichtslos
Rücksichtslos von Kirsten Slottke
Mordsmöwen
Mordsmöwen von Sine Beerwald
Wofür stehst Du?
Wofür stehst Du? von Giovanni di Lorenzo Axel Hacke
Sturm der Herzen
Sturm der Herzen von Shirlee Busbee
Mord zur besten Sendezeit
Mord zur besten Sendezeit von Valerie Frankel