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2068 - Die Falle der Sambarkin

Titel: 2068 - Die Falle der Sambarkin
Autoren: Unbekannt
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antwortete der Positroniker. „Die Frage ist nur, ob wir schnell genug sind", fuhr der Riese ihn an. „Ist dir nicht klar, Mann, was passiert, wenn wir die Schutzschirme abschalten? Wir befinden uns am Rande der Korona einer Riesensonne. Ohne Schutzschirme werden wir buchstäblich gebraten. Und das geht so schnell, dass du eine Kruste hast, bevor du dich aus dem Staub machen kannst."
    Ben Gariet schwieg bestürzt. An die bedrohliche Nähe der Riesensonne hatte er offensichtlich in dieser Situation zwischen explodierenden Robotern und Strahlenschüssen nicht einmal gedacht. Tonko Kerzner schob sich das Stück Marzipan zwischen die Zähne. „Ich warte", grunzte er und feuerte seinen Thermostrahler kurz ab, um einen eindringenden Doppelstabroboter zu vernichten. „Hast du sonst noch Vorschläge?"
    „Verdammt - nein, nein", stammelte der Positroniker. Ratlos blickten sich die Männer und Frauen an. Das Einsatzkommando bestand aus hochqualifizierten Kämpfern.
    Dennoch waren 50 Personen zu wenig, um eine Station wie diese erobern zu können.
    Anders wäre es vielleicht gewesen, wenn Don Kerk'radian bereit gewesen wäre, ein Blutbad unter den Sambarkin anzurichten, um sich mit aller Gewalt durchzuschlagen. Das jedoch kam überhaupt nicht in Frage. Solange der Angriff der Fremden nur in der Fesselung der SOL bestand, mussten sie alles vermeiden, was zu einer Eskalation der Gewalt führte. „Und was jetzt?" fragte Tonko Kerzner. „Wir können nirgendwo mehr hin", stellte Gariet fest. „Richtig", bestätigte Don Kerk'radian mit unbewegtem Gesicht. Ihm war nicht anzusehen, was er empfand. „Wir sind gescheitert. An so einem winzigen Detail wie einer nicht mehr vorhandenen Strukturlücke."
    Kerk'radian blickte zu den Gängen hinüber, in denen noch immer gekämpft wurde. Obwohl die Roboter ins Feuer liefen und zerstört wurden, schickten die Sambarkin immer neue Maschinen in die Schlacht, als ob sie über ein unerschöpfliches Arsenal verfügten. „Wir müssen verhandeln", sagte der Oberstleutnant. „Und wenn das. nicht möglich ist, müssen wir uns eben ergeben."
     
    *
     
    Unter dem konzentrierten Feuer der Insektenraumer tauchte die SOL tiefer in die Korona der Riesensonne ein. Der Hantelraumer stand dicht am Rande der Vernichtung. In dieser Situation suchte Fee Kellind die Blicke der Unsterblichen, die weitaus mehr Erfahrung mit solchen Situationen als sie hatten. Atlan war bei weitem noch nicht wach und keineswegs Herr seiner Sinne. Icho Tolot war derjenige, der sich am weitesten aus dem komaähnlichen Zustand gelöst hatte. Der Haluter stand nach wie vor bei dem Sessel, aus dem er sich erhoben hatte, unternahm jedoch nichts, um Einfluss auf das Manöver zu nehmen, das der Pilot flog. Schon immer hatte die Kommandantin Schwierigkeiten mit der Körpersprache des Haluters gehabt. Eigentlich war es ihr nie gelungen, aus ihr Hinweise auf seine Empfindungen oder seine Gedanken abzuleiten.
    Der schwarzhäutige Riese vermittelte das Gefühl absoluter Ruhe doch das hätte ein Felsbrocken auch getan, der mitten in der Hauptleitzentrale gelegen hätte! Das direkte Feuer der Insektenraumer hörte auf. Die Fremden hatten den Kontakt zur SOL verloren. Fee Kellind wurde sich dessen bewusst, dass sie nur zu gern einen Teil der Verantwortung für die SOL auf einen der Unsterblichen übertragen hätte. Zugleich erkannte sie, dass sie es nicht konnte. Niemand war in der Lage, ihr in dieser Situation irgendetwas abzunehmen. Es lag in der Natur der Kommandantin, dass sie es akzeptierte und dass sie sich ihrer Verantwortung wie schon so oft stellte.
    Viena Zakata meldete von der Ortungsstation, dass man kaum noch eines der gegnerischen Raumschiffe und keine der Elfzackstationen mehr orten konnte. Die tobenden Elemente in der Korona, die explosionsartig hochschießenden Gasmassen, die den Hantelraumer teilweise vollkommen einhüllten, als wollten sie ihn mit glühender Zunge in die tobende Glut der Sonne reißen, sowie die hyperenergetischen Entladungen überlagerten alle Impulse. „Wie weit noch?" flüsterte Tangens der Falke mit bebenden Lippen. Fee Kellind sah, dass sich seine Hände in die Polster eines Sessels krallten. „Man kann alles übertreiben", stöhnte Ruud Servenking, der für die Triebwerke der SOL verantwortlich war. Er wies auf die gigantischen Belastungen hin, denen der Hantelraumer durch die Gravitation der Riesensonne ausgesetzt war. „Wir nähern uns dem Point of no return!" ächzte er. „Keine Ortung mehr",

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