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1024 - Bestien aus Satans Garten

1024 - Bestien aus Satans Garten

Titel: 1024 - Bestien aus Satans Garten
Autoren: Jason Dark
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auf.
    Eine Fledermaus, dachte der Wissenschaftler noch, dann klatschte das Insekt oder was immer es sein mochte, gegen die Scheibe. So laut, daß Raspin zusammenzuckte, sofort vom Gas ging und wenige Meterweiter den Wagen anhielt.
    Dabei stellte er fest, daß auf seiner Oberlippe ein Schweißfilm lag. Er hatte sich in den letzten Sekunden aufgeregt und atmete zunächst einmal tief durch.
    Gab es hier in der Gegend überhaupt Fledermäuse? Mit diesem Thema hatte sich der Mann noch nicht beschäftigt. Er wollte es auch nicht ausschließen und kümmerte sich um den dunklen Fleck auf der Scheibenmitte. Er war breiig geworden, ziemlich breit, und er lief langsam nach unten. Eklig und klebrig. Er störte beim Fahren, auch bei einer so kurzen Strecke, wie der Professor sie noch zurücklegen mußte. Er war manchmal ein penibler Mensch. Besonders dann, wenn es um seinen Wagen ging. So wollte er die Fahrt nicht fortsetzen. Raspin öffnete das Handschuhfach und holte ein Tuch hervor. Damit konnte er das Ding abputzen.
    Er stieg aus.
    Es war eine sehr stille und mondhelle Nacht, denn der volle Mond zeichnete sich als Kreis am Himmel ab. Trotz der dünnen Wolken war er recht gut zu sehen. Wie ein verlorenes Auge glotzte in die Tiefe und beobachtete die Erde.
    Von der Seite her beugte sich der Mann über die Kühlerhaube hinweg. Er hatte sein Gesicht verzogen, man sah ihm an, wie unangenehm ihm die Putzerei war.
    Das Insekt war zerlaufen. Zäh wie Brei rann es an der Scheibe entlang nach unten. Raspin schüttelte den Kopf. Unmöglich war so etwas. Das war kein Insekt. Selbst ein großes, eine Libelle, kam da nicht in Frage. Ihn mußt etwas anderes erwischt haben.
    Was genau, das konnte er nicht sagen, und es war auch nicht zu erkennen. Jedenfalls wollte er es von der Scheibe abwischen. Das Zeug war widerlich zäh, als er es versuchte. Es klammerte sich am Glas der Scheibe fest. Beim ersten Wischen konnte der Professor es zwar ausdünnen, aber auf dem Glas blieb ein bräunlicher Streifen zurück, und das wiederum ärgerte ihn. So bekam er die Scheibe nie sauber. Da mußte er schon Wasser und ein Reinigungsmittel einsetzen.
    Dann hörte er das Brummen!
    Es war nicht einmal schlimm, dennoch erschrak der Mann, denn das Geräusch tanzte um seine Ohren. Er drehte sich und nahm die Hand mit dem Lappen von der Scheibe weg. Gleichzeitig zog er seinen Oberkörper zurück.
    Noch in der Bewegung wurde Raspin erwischt. Etwas klatschte gegen seine rechte Wange, als hätte ihm jemand ein Stück nasses, verknotetes Tuch dagegengeschlagen. Es war kein Aufprall, der schmerzte, aber das Ding löste sich auch nicht. Es klammerte sich mit irgendwelchen zangenartigen Geräten an seiner Haut fest, als wäre der Körper mit kleinen Bohrern oder Zähnen bestückt, die messerartig in die Haut hineindrangen und bei Raspin einen zuckenden und scharfen Schmerz hinterließen. Er ging zurück und hob dabei seine Hand. Die Finger bekamen das Ziel zu fassen.
    Es war weich, widerlich. Beinahe wie Knetgummi, um das Schleim gewickelt war.
    Einen derartigen Insektenkörper hatte der Mann noch niemals zuvor angefaßt. Er wußte auch nicht, ob das Ding überhaupt zur Familie der Insekten zählte. Er mußte schon eine gewisse Kraft aufwenden, um es von seiner Wange zu entfernen, denn es klammerte sich mit seinen Zähnen, Krallen oder Füßen fest.
    Raspin schaffte es. Er wollte auch genauer sehen, was ihn da erwischt hatte und trat in das Licht der Scheinwerfer hinein.
    Seine Augen weiteten sich. Was er da zwischen seinen Fingern hielt, war ungeheuerlich. Das überstieg einfach sein Begriffsvermögen, denn zwischen seinen Fingern klebte alles mögliche, nur kein Insekt. Es hatte auch keine Ähnlichkeit mit einer Libelle, das war mehr ein dicker schleimiger Wurm. Aber auch das traf nicht zu. Sehr deutlich zeichnete sich an der Vorderseite dieses Tiers ein Maul ab, das zudem noch weit aufgerissen war. Eine kleine Zunge schlug hervor. Darüber und darunter schimmerten winzige und harte Zähne wie angespitzte Stifte. Ein wimpernloses Auge glotzte ihn an. Hinter dem Kopf begann der Körper. Schlank und gebogen, weich, schleimig und trotzdem schuppig.
    Ein ekelhaftes und widerliches Tier, das sein Maul bewegte und auch weiterhin nach ihm schnappen wollte.
    Der Professor zog seinen Kopf zurück. Er wollte es nicht mehr anfassen und schleuderte es zu Boden. Im Schein der Lampen sah er zu, wie sich das Ding überrollte und auch so etwas wie dünne Flügel bekam. Da drang dann

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