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1024 - Bestien aus Satans Garten

1024 - Bestien aus Satans Garten

Titel: 1024 - Bestien aus Satans Garten
Autoren: Jason Dark
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eingeschaltet, das aus der normalen Landschaft eine bleiche und auch geisterhafte machte, als befände sie sich auf einem anderen Planeten. Nahe der Auffahrt zur Autobahn mußte er wieder mit normalem Licht fahren, denn hier verdichtete sich der Verkehr.
    Er rollte auf die Autobahn.
    Wenige Lichter. Sowohl vor, als auch hinter ihm, und so konnte der Professor auf die Tube drücken.
    Er fuhr gern schnell, eine weitere Leidenschaft von ihm, und wenn Selma nicht neben ihm saß, konnte er dieser Leidenschaft schon frönen.
    Bis High Wycombe würde er auf der Autobahn bleiben, dann abbiegen und den Weg in Richtung Marlow nehmen. Etwa fünf Kilometer von diesem mittelgroßen Ort entfernt lag sein Zuhause.
    Ziemlich in der freien Natur. Die nächsten Häuser standen weit entfernt. Er und seine Frau hatten viel Platz und viel Luft zum Atmen.
    Die Melodien durchwehten den Wagen und hielten den Professor wach. Rosen aus dem Süden, an der schönen blauen Donau, Wiener Blut und wie sie alle hießen, sie rauschten an seinen Ohren vorbei wie draußen die Landschaft, die aussah, als wäre sie in dunkle Watte eingepackt worden, so weit und zugleich leicht hügelig.
    Der Blick auf die Uhr am Armaturenbrett stellte den Professor zufrieden. Er lag gut in der Zeit.
    Vielleicht war Selma bei seiner Ankunft noch nicht zu Bett gegangen, dann konnten sie noch gemeinsam einen Schlafdrink nehmen, denn auf einen guten Schluck Wein hatte er den richtigen Appetit und auch Durst.
    Die Musik und die Aussicht auf den Wein hatten Phil Raspin so angetörnt und wachgehalten, daß er sich super fühlte und deshalb auf eine Pause an seiner Stamm-Raststätte verzichtete. Er fuhr durch.
    Sein Fuß war mit Blei gefüllt, und er hoffte nur, daß man ihn nicht wegen zu schnellen Fahrens erwischte. Bisher jedoch war ihm kein Streifenwagen aufgefallen. So vertraute er auch weiterhin auf sein Glück.
    Die Landschaft flog nur so an ihm vorbei. Kein Regen, deshalb auch keine Nässe. Ein gutes Wetter, um mal richtig aufdrehen zu können. Er lauschte der Musik und dachte zugleich an die folgenden, vor ihm liegenden Tage. Da brauchte er nicht weg und konnte es ruhiger angehen lassen. Das Semester neigte sich dem Ende entgegen, auch seine Vorlesungen hielten sich in Grenzen.
    Seine Abfahrt rückte näher. In Wycombe fuhr er von der Autobahn und auf eine normale Straße, wo es vorbei war mit der schnellen Fahrerei. Es war auch nicht mehr nötig, denn die paar Meilen legte er, wenn es sein mußte, mit geschlossenen Augen am Lenkrad zurück. Sein Mercedes fand den Weg schon von allein.
    Mitternacht war jetzt vorbei. Die Gegend lag in tiefem Schlaf. Wer hier wohnte, der hielt sich tagsüber im Freien auf. In der Nacht lag man im Bett. Es war eine konservative Umgebung, und so verhielten sich die Menschen auch. Hier hatte alles seine Ordnung. Eine wilde Stadt wie London lag zwar in der Nähe, war aber trotzdem so weit entfernt wie der Mond von der Erde.
    Die Fahrbahn wand sich durch die leicht hügelige und auch bewaldete Landschaft. Hier gab es noch die kleinen Weiher, an deren Ufer die Weiden standen. Hier wurden die Alleen gepflegt, wo Obstoder Birkenbäume zu beiden Seiten Spalier standen.
    Manchmal schimmerte ein Licht in der gewellten Weite des Landes wie ein einsamer Stern. Insekten tanzten im Schein der hellen Glotzaugen. Der Mercedes schluckte die Unebenheiten der Fahrbahn, die dem Professor ganz allein gehörte.
    Bis Marlow mußte er nicht. Er konnte vorher abbiegen und in die Einsamkeit hineinfahren, in der sein Haus stand. Da hatten sich seine Frau und er einen Traum erfüllt. Das Haus auf dem Land, wo beide ungestört waren und in völliger Ruhe ihrer Arbeit nachgehen konnten. Selma schöpfte aus dieser Landschaft Kraft. Sie war der Motor für ihre eigene Kreativität.
    Phil Raspin gähnte. Er war jetzt weniger konzentriert als auf der Bahn. Auch deshalb, weil ihm die Strecke so vertraut war. Jede Kurve, jeden Baum kannte er und auch die wenigen Häuser der Nachbarn. Zu ihnen hatten die Raspins einen guten Kontakt, abgesehen von einer Ausnahme, aber im Leben war eben nicht alles perfekt.
    Etwas huschte plötzlich von der rechten Seite her in die Helligkeit vor den Wagen. Ein Insekt oder ein Stein?
    Der Professor erschrak. Er war froh, nicht so schnell gefahren zu sein, denn dieses Ding stemmte sich gegen den Fahrtwind. Es wurde nicht zur Seite geschleudert und behielt seinen Kurs bei. Plötzlich tauchte es als flatterndes Etwas vor der Windschutzscheibe

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