Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
1024 - Bestien aus Satans Garten

1024 - Bestien aus Satans Garten

Titel: 1024 - Bestien aus Satans Garten
Autoren: Jason Dark
Ads
Scheinwerfer gaben noch immer Licht. Aber keine dieser kleinen Bestien durchflog es. Normalerweise werden Insekten vom Licht angelockt.
    Aber nicht diese fliegenden Untiere, über die Phil Raspin nachdachte. Auch deshalb, weil ihn das Denken die Schmerzen etwas vergessen ließ. Er stellte sich die Angreifer wieder vor. Sehr genau hatte er sie sehen können, und plötzlich fiel ihm ein, wie sie ausgesehen hatten.
    Kleine Drachen.
    Ja, kleine, wurmartige und auch fliegende Drachen. Der Kopf, die Augen, das Maul, die lange Zunge, eingebettet in die verdammten Reißzähne, das traf auf Drachen zu.
    Trotz seines schlimmen Zustandes mußte er lachen. Es war ein Gelächter, das auch einem Fremden hätte gehören können. Allmählich bekam er auch die Folgen mit.
    Die Helligkeit vor ihm tanzte auf und nieder. Manchmal verschwamm sie auch, als wollte sie sich in die Tiefe der Nacht zurückziehen und dort nie wieder erscheinen.
    Die letzte Strecke.
    Durchhalten. Es war nicht mehrweit.
    Von der Straße abbiegen. Hinein in den recht schmalen Weg, der zu seinem Haus führte. Zu beiden Seiten standen die Büsche ziemlich dicht. Er konnte nichts sehen. Er rollte in eine ihm fremde Welt hinein, denn er mußte den Schmerzen Tribut zollen. Es fiel dem Professor jetzt sehr schwer, sich zu konzentrieren. Das andere kehrte immer wieder zurück und wollte ihn überschwemmen.
    Auf dem Weg und in der Spur bleiben. Das Fernlicht einschalten das schon sehr bald ein Ziel fand.
    Das Haus.
    Der Garten.
    Licht hinter zwei Fenstern in der ersten Etage. Phil Raspin registrierte es zwar, es gab ihm allerdings wenig Hoffnung. Es war so weit entfernt, und er fühlte sich schwach. Er würde es kaum schaffen, den Wagen zu verlassen und noch die allerletzten Meter auf das Haus zuzugehen. Das war Utopie.
    Er hielt trotzdem an.
    Seine Finger fanden die Hupe.
    Der Laut zerriß die Stille der Nacht und war bestimmt meilenweit zu hören…
    ***
    »Ja, und so hat mich dann meine Frau gefunden, Mr. Sinclair. Ich weiß es nicht genau, aber es kann sein, daß mir das Hupsignal das Leben gerettet hat, sonst wäre ich unter Umständen verblutet oder wie auch immer. Zum Glück stellte Selma keine langen Fragen. Sie handelte einfach und zog mich aus dem Wagen heraus. Ich war ihr keine große Hilfe, aber sie hat es geschafft, mich ins Haus zu bringen. Der Arzt kam noch in der Nacht, ein Freund von uns. Er hat mich behandelt. Er wollte mich auch in ein Krankenhaus einweisen. Dagegen allerdings hatte ich etwas. Das wollte ich nicht mit mir machen lassen. Also wurde ich hier verarztet, und es erscheint jeden Tag eine Krankenschwester, die nach mir sieht und meine Wunden neu behandelt, die Sie auch kennen.«
    »Ja«, bestätigte ich, »ich habe sie gesehen.«
    »Soll ich jetzt noch weitere Fragen beantworten?« Er nahm wieder sein Glas und trank es fast leer.
    »Ich habe ja sehr gut zugehört, und Sie haben wirklich eine fast perfekte Schilderung gegeben…«
    »Ja, fast«, sagte er.
    »Sehr richtig. Niemand ist perfekt. Um diesen Zustand zumindest einigermaßen nahe zu kommen, müßte ich noch von Ihnen gewisse Dinge genauer erfahren.«
    »Bitte, fragen Sie, Mr. Sinclair. Ich bin ja froh, wenn sich jemand um meine Probleme kümmert.«
    »Mir geht es um die kleinen Angreifer.«
    »Das hatte ich mir gedacht. Es waren keine Insekten, keine Bienen, Wespen, Libellen, wie auch immer. Das waren ganz andere Dinge. Schleimige Körper, die allerdings Flügel besitzen und sich entsprechend schnell bewegten.«
    »Sie sprachen vorhin vom Drachen?«
    »Genau das ist es. Ich für meinen Teil habe sie als kleine Drachen angesehen. Irgendwelche Nachkommen von Fabeltieren, die es eigentlich nicht geben darf.«
    »Stimmt.«
    Phil Raspin lächelte schief. »Mehr sagen Sie nicht dazu, Mr. Sinclair? Aber es ist gut, daß Sie überhaupt etwas sagen und daß Sie ernst geblieben sind. Die meisten Menschen hätten mich ausgelacht, darauf können Sie sich verlassen.«
    »Ich sitze nicht grundlos hier.«
    »Da bin ich auch froh.«
    »Sollen wir uns darauf einigen, daß Sie von kleinen Flugdrachen angegriffen worden sind?«
    »Ich bin dafür.«
    »Daran schließt sich die nächste Frage an.« Ich stellte sie erst, nachdem ich einen Schluck Whisky getrunken hatte. »Wenn es wirklich kleine Drachen gewesen sind, müssen sie irgendwo hergekommen sein. Das liegt auf der Hand.«
    Der Professor fing an zu lachen. »Da sagen Sie was, Mr. Sinclair. Sie glauben nicht, wie sehr ich mich über dieses Problem

Weitere Kostenlose Bücher

Lerchenherzen
Lerchenherzen von Margaret Skjelbred
Die schöne Diebin
Die schöne Diebin von BRONWYN SCOTT
164 - Der vielarmige Tod
164 - Der vielarmige Tod von Ronald M. Hahn