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0815 - Die Höllenbestie

0815 - Die Höllenbestie

Titel: 0815 - Die Höllenbestie
Autoren: Jason Dark
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Das habe ich dem Teufel versprochen. Wir sind der Anfang, viele werden uns folgen. Ich werde noch für manchen die Mutter sein, Jory. Du aber wirst immer mein Lieblingssohn bleiben. Das verspreche ich dir hier.«
    Mister Amok war zufrieden. Er nickte. Sein Kopf blieb in einer gesenkten Haltung, als er gegen den Körper seines Bruders schaute.
    »Ich will, dass du aufstehst.«
    Jake hatte die Hände etwas erhoben und sie in die Höhe gestreckt.
    »Was soll ich denn dann?«
    »Ich werde dich töten.«
    »Und meine Mutter?«
    »Töte ich auch. Es darf euch nicht mehr geben. Ich will keinen menschlichen Bruder mehr haben. Ich will andere Brüder bekommen, die mit dem Feuer der Hölle getauft sind. Hast du gehört? Du bist einfach wertlos geworden.« Er nickte sich selbst zu, bevor er sich an Suko wandte. »Mit dir fange ich an.«
    »Ich habe es gewusst.«
    »Geh zum Fenster!«
    »Und dann?«
    »Wirst du dich mit dem Rücken dort aufbauen!«
    Suko nickte. Er sah die Waffe mitdem langen Lauf, die sich bewegte und ihn in Schach hielt. In seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Wahrscheinlich hatte er einen Fehler begangen. Er hätte die Beretta behalten sollen, doch er hatte nicht damit gerechnet, dass sich Mister Amok so schnell entscheiden würde.
    Suko fing Amys langen Blick auf. Er sah die Trauer auf ihrem Gesicht und in den Augen. Sie konnte nicht sprechen. Ihr Hals war zu, aber sie schien sich mit dem Tod abgefunden zu haben, ebenso wie ihr Sohn.
    Jake kniete noch. Jory stand in seiner Nähe, und der lange Lauf zielte über Jakes Rücken hinweg, weil die Mündung ja den Weg des Inspektors verfolgen musste.
    War das der Augenblick?
    Jake Lester wusste selbst nicht, wieso er plötzlich handelte. Aber in dieser Sekunde wuchs der Lehrer über sich selbst hinaus, und sein Eingreifen veränderte die Lage schlagartig.
    Von unten her rammte er seinen Körper in die Höhe. Seine rechte Schulter berührte den Lauf, fegte ihn hoch, und Jory drückte ab…
    ***
    Die Garbe ratterte aus dem Lauf. Sie wurde von blassen Feuerzungen begleitet, aber sie traf nicht das Ziel, das sie eigentlich hätte treffen sollen.
    Wie schwere Hammerschläge fegten die Geschosse in die Decke und rissen dort den Putz weg. Sie schufen ein Muster und blieben in der alten Decke als deformierte Klumpen stecken.
    Jory brüllte vor Wut, als er seinen Plan platzen sah. Nur dachte er nicht daran, aufzugeben. Er drehte sich, zielte plötzlich auf Amy Lester, allerdingsnur für einen Augenblick, denn da hatte ihm Suko die Faust in die Gesichtsmasse geschlagen.
    Mister Amok kam aus dem Tritt. Trotz seiner Größe wankte er zurück und war dabei noch immer höllisch gefährlich, weil er seine verdammte Maschinenpistole festhielt.
    Suko schlug mit der Dämonenpeitsche zu.
    Ein blitzschneller Treffer erwischte Jory am Arm. Er brüllte auf.
    Siedendheiße Schmerzen mussten ihn durchzucken. Die Waffe konnte er nicht mehr halten, sie polterte zu Boden, während Mister Amok von der Zimmerwand gestoppt wurde.
    Er sackte in die Knie. Er kam wieder hoch. Er umklammerte dabei seinen verletzten Arm, aus dessen Wunde plötzlich kleine Flämmchen schlugen und sich mit Rauch vermischten.
    Ein schreckliches Gebrüll fauchte aus seinem Mund. Zugleich hatte sich Jory den eigenen Arm abgerissen und ihn weggeworfen. Aus dem Schulterstück schauten keine Adern hervor, keiner sah Blut, dafür nass schimmernde Drähte und auch kleine Rädchen.
    Er schrie weiter.
    Jake war zu seiner Mutter gekrochen. Er hatte sie kurzerhand auf den Bauch geworfen, lag über ihr und deckte sie mit seinem Körper.
    Amy weinte und umklammerte den Hals ihres Sohnes.
    Suko aber machte weiter.
    Ein Arm reichte ihm nicht. Die Bestie musste restlos zerstört werden, und Suko wollte den Kopf.
    Wenn es jemand verstand, die Dämonenpeitsche perfekt zu handhaben, dann war es deren Besitzer.
    Die drei Riemen klatschten gegen den kantigen Schädel.
    Wieder brüllte Mister Amok. Seine Schädelplatte riss auf. Der Kopf war plötzlich zu einem Trichter geworden, aus denen die Drähte eines Roboters hervorschossen, begleitet von einem sprühenden Feuer, als hätte jemand farbige Wunderkerzen angezündet.
    Als Totgeburt war er von einer Hexe mitgenommen und durch höllische Kräfte zum Leben erweckt worden. Als Monstrum aus Technik und Schwarzer Magie hatte er über all die langen Jahre hinweg existiert, und er starb als leblose Materie.
    Mister Amok verglühte. Er schmolz dahin, sein Körper war zerstört worden.

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