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0815 - Die Höllenbestie

0815 - Die Höllenbestie

Titel: 0815 - Die Höllenbestie
Autoren: Jason Dark
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Aus den Wunden floss noch eine dunkle Flüssigkeit.
    Er war zusammengesackt, die Einzelteile in seinem Innern krachten zusammen. Aus dem offenen Kopf drang stinkender Rauch, und das Gesicht war längst zu einer schmierigen verkohlten Masse geworden.
    Suko drehte sich um.
    Es gab noch die Mutter.
    Nein, es gab sie nicht mehr. Zumindest nicht mehr so, wie sie einmal gewesen war.
    Ihr Sohn war gestorben, und sie hatte mitgelitten. Es gab das Band zwischen ihr und ihm tatsächlich. Beide erlebten Freude, beide erlebten Leid.
    Und sie erlebten den Tod.
    Wie alt die Mutter tatsächlich war, konnte nur vermutet werden.
    Sie jedenfalls verbrannte nicht in einem höllischen Feuer. Sie wurde innerhalb kürzester Zeit zur Mumie.
    Die Haut schrumpfte. Ein Alterungsprozess, der eigentlich Jahre hätte dauern müssen, vollzog sich bei ihr innerhalb weniger Sekunden. Als raschelndes Bündel sackte sie in ihren Kleidern zusammen, und zurück blieb Staub.
    Nur Staub…
    Suko atmete auf.
    Er drehte sich um.
    Er fühlte sich nicht als Sieger, aber er war doch erleichtert. Er blieb wachsam, da er von der Tür her Schritte hörte und dann die Gestalt sah, die in die Wohnung rannte, während die Nachbarn draußen blieben.
    »Spät kommst du, aber immerhin, du bist gekommen. Es freut mich, dass du noch lebst, John…«
    ***
    Es tat mir gut, mit diesen Worten begrüßt worden zu sein. Er erklärte, dass auch hier alles in Ordnung war.
    »Ich wäre zu spät gekommen – oder?«
    Suko nickte.
    »Es war mein Fehler. Ich hätte – ach, Unsinn, vergessen wir das. Es ist nicht mehr wichtig.«
    Gemeinsam halfen wir den beiden Lesters auf die Beine. Amy konnte nicht stehen, sie konnte auch nicht reden. Sie saß im Sessel und schaute sich immer wieder in ihrer eigenen Wohnung um, als wäre sie eine fremde Person. Suko hatte das Haus durch das offene Fenster verlassen. Als er aus dem Garten zurückkehrte, brachte er seine Beretta mit. Dann ging er zu Jake Lester und hielt ihm die Hand hin. »Danke, Jake, wenn Sie nicht gewesen wären, hätten wir nicht so ein Glück gehabt.«
    »Wieso denn? Sie haben doch…«
    »Aber Sie haben den Anstoß gegeben. Ohne Sie hätte es nicht dazu kommen können.«
    Jake schaute zu Boden. Er hob die Schultern. »Ich habe selbst nicht gewusst, was ich da tat. Ich musste einfach handeln, alles andere war mir egal. Ich wollte nur meine Mutter und mich retten.«
    »Das ist Ihnen gelungen.«
    Amy Lester atmete auf. Sie hielt dabei die Augen geschlossen. Als sie uns dann wieder anschaute, lächelte sie und streckte ihrem Sohn die rechte Hand entgegen.
    Der ergriff sie. »Ich denke, wir haben alle, die wir hier versammelt sind, Grund, dem Herrgott zu danken. Nicht allein für die Rettung unserer Leben. Durch seine Hilfe ist es auch gelungen, einen bösen Fluch von der Menschheit zu nehmen.«
    »Stimmt, Mutter.«
    »Und Cindy?« fragte sie.
    Jake schaute mich an.
    Ich war gefordert, lächelte und gab die Antwort. »Sie lebt, Mrs. Lester. Cindy ist wohl mit dem Schrecken davongekommen und befindet sich momentan im Krankenhaus zur Untersuchung. Nicht so gut erging es ihrem Vater – leider.«
    »Hat ihn Jory…?«
    »Ja, er hat ihn getötet.«
    Es wurde still. Wir gedachten dieses Mannes, dessen Tod so verdammt sinnlos gewesen war.
    Noch am Abend brachte ich den Wagen zurück, nachdem ich den Namen der jungen Eigentümerin herausgefunden hatte. Natürlich hatte ich mein mir gegebenes Versprechen eingelöst und ihr dabei einen großen Blumenstrauß auf die Kühlerhaube gelegt.
    Woher ich ihn hatte, wo die Geschäfte doch geschlossen waren?
    Ich werde es verraten, wir sind ja unter uns. In Oxford gibt es zum Glück viele Parkanlagen…
    ENDE des Zweiteilers

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