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Von Liebe steht nichts im Vertrag

Von Liebe steht nichts im Vertrag

Titel: Von Liebe steht nichts im Vertrag
Autoren: TRISH MOREY
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1. KAPITEL
    „Sie kennen mich nicht, aber ich trage Ihr Baby in mir.“
    Dominic Pirelli fühlte sich, als würde ihm das Blut in den Adern gefrieren. Sein Herz, das sich vor langer Zeit schon in Stein verwandelt hatte, schien plötzlich stillzustehen. Am liebsten hätte er den Telefonhörer auf die Gabel geknallt, aber er war unfähig zu dieser Bewegung. Denn all seine Energie war nur auf ein einziges kleines Wort konzentriert.
    Nein!
    Er sehnte sich nach frischer Luft. Tief atmete er ein, sein Herz schlug wieder, das Hämmern in seinen Schläfen betäubte alles und ließ nur ein einziges Gefühl zurück: Fassungslosigkeit.
    Es war unmöglich! Auch wenn der Arzt an diesem Morgen versucht hatte, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Und es war auch egal, was diese Frau ihm eben gesagt hatte. Es konnte einfach nicht sein.
    „… ich trage Ihr Baby in mir.“
    Wieder und wieder gingen ihm diese Worte durch den Kopf, die sich jeder Vernunft widersetzten und keinerlei Sinn ergaben. Erneut atmete er tief ein und versuchte, wieder klar zu denken.
    Eigentlich konnte Dominic Pirelli nichts so leicht aus der Bahn werfen. Viele seiner beruflichen Konkurrenten hatten erfolglos versucht, ihn zu übervorteilen. Doch er war stets schneller. Sie wurden gleichsam hinweggespült in seinem Kielwasser, während er längst seine eigenen Pläne umsetzte.
    Privat hatten viele Frauen versucht, den millionenschweren Investor einzufangen. Auch vergebens.
    Normalerweise bestimmte er, was in seinem Leben geschah und was nicht.
    Auch der heutige Tag hatte planmäßig begonnen, bis ihm vor einer Stunde das Schicksal einen Tiefschlag versetzt hatte.
    Als die Klinik anrief und ihm die Neuigkeit mitteilte.
    Ein Missverständnis, wie er zunächst vermutete.
    Ein Ding der Unmöglichkeit
    Irgendjemand hatte sicher den falschen Namen aus den Akten gezogen und die falsche Nummer gewählt. Schließlich war es schon so viele Jahre her. Doch als er diese Vermutung äußerte, hatte man ihm mitgeteilt, dass das einzige Missverständnis drei Monate zurückliege. Damals sei der falschen Frau die falsche befruchtete Eizelle eingepflanzt worden. Obwohl sich die Klinikleitung wortreich bei ihm entschuldigte, weigerte er sich immer noch zu glauben, dass es wahr sein könnte.
    Dann hatte das Telefon ein zweites Mal geklingelt, und eine Frau hatte sich gemeldet. Ihre Worte hatten diese entsetzliche Vorstellung zu einer kalten Wirklichkeit werden lassen.
    „Ich trage Ihr Baby in mir.“
    Schwer ließ er sich auf den Stuhl fallen und drehte sich darin, um irgendetwas anderes in sein Blickfeld zu bekommen als den Albtraum, der all sein Denken einnahm.
    Doch der wunderschöne Ausblick auf den glitzernden Hafen von Sydney mit den Jachten und Fähren verschwamm vor seinen Augen zu einem Nebel. Er blinzelte und kniff sich so fest in die Wange, dass wahre Feuerwerke hinter seinen geschlossenen Lidern auftauchten. Aber selbst das reichte nicht, um von der inneren Qual abzulenken.
    Es konnte einfach nicht sein!
    Nicht auf diese Weise.
    So war es nie geplant gewesen!
    „Mr Pirelli …“, begann die Stimme erneut. Zögernd. Zittrig. Beinahe so, als sei die Anruferin genauso schockiert wie er selbst. „Sind Sie noch dran?“
    Er stieß die Luft in einem lang gezogenen lauten Ton aus. Es war ihm egal, wie das Geräusch am anderen Ende klingen mochte. Im Augenblick war ihm alles einerlei. „Warum tun Sie das?“, hörte er sich selbst sagen. „Was springt dabei für Sie heraus?“
    Als er einen erstickten Schrei vernahm, tat es ihm fast leid, so direkt gewesen zu sein. Beinahe. Denn im Grunde hatte er nur die Wahrheit gesagt. Und die Erfahrung lehrte ihn, dass die Menschen kaum etwas taten, wenn es ihnen nichts einbrachte.
    „Ich dachte nur, Sie sollten Bescheid wissen, in Anbetracht der Umstände.“
    „Zur Hölle.“
    Eine Pause am anderen Ende. „Tut mir leid. Ich kann nichts daran ändern. Ich wollte nur mit Ihnen reden, um herauszufinden, ob wir irgendeinen Weg aus diesem ganzen Durcheinander finden.“
    Aus diesem Durcheinander . „Sie glauben also, dass es dafür eine einfache Lösung gibt? Es wird keine gute Fee erscheinen, bei der Sie drei Wünsche frei haben.“
    Er erwartete, dass sie auflegen würde. Jedenfalls hoffte er darauf, um diese Unterhaltung zu beenden, die er nicht wollte – auf die er nicht vorbereitet war.
    Vor allem war er nicht sicher, ob er als Erster auflegen könnte. Weil er nicht einmal wusste, ob es tatsächlich möglich war, ein Kind zu

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