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Sternenfaust - 026 - Der Hinterhalt

Sternenfaust - 026 - Der Hinterhalt

Titel: Sternenfaust - 026 - Der Hinterhalt
Autoren: M’Raven
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Siron Talas aus dem Haus Haskano, Kommandant des Schlachtschiffes MOND VON KANASH, hatte die große Ehre, vor dem Triumvirat von Ebeem erscheinen zu dürfen. Zumindest hoffte er, dass es eine Ehre war, denn er war sich nicht bewusst, etwas getan zu haben, dass ihn in derartige Schwierigkeiten brachte, um vor dem Triumvirat zu erscheinen.
    Diese mächtigsten Männer des Reiches konnten die Karriere eines jeden J’ebeem fördern oder komplett vernichten. Das hatte gerade in der letzten Zeit so manches Hohe Haus zu spüren bekommen, das den drei Erbtriumvirn zu mächtig und unbequem geworden war. In den Augen der drei Herrscher mochte auch das Haus Haskano dazu gehören.
    Siron selbst war bisher nicht Gegenstand ihrer Aufmerksamkeit gewesen. Zumindest nicht soweit er wusste. Trotzdem betrat er jetzt das Audienzzimmer des Triumvirats mit gemischten Gefühlen.
    Die drei höchstrangigen J’ebeem saßen auf einem erhöhten Podest, jeder hinter einem Arbeitstisch aus feinstem Asmaton-Stein, dem wertvollsten Ziergestein im ganzen Reich. Jeder Tisch war ausgestattet mit den modernsten Arbeitsstationen. Doch die gesamte Anordnung wirkte nachhaltig wie drei Throne, die ihre Besitzer weit über alle anderen J’ebeem stellten. Siron Talas war davon überzeugt, dass diese Wirkung von dem Erbauer beabsichtigt gewesen war.
    Ein gutes Stück neben dem Podest gab es noch drei weitere Arbeitsplätze, an denen je ein Protokollant saß und jedes Wort des Gespräches für seinen Herren aufzeichnete. Eigentlich war dieser Posten überflüssig, denn die Arbeitsstationen des Triumvirats verfügten über automatische Aufzeichnungsgeräte. Doch es gefiel den Triumvirn vorzugeben, dass es unter ihrer Würde war, sich mit solchen niederen Dingen wie Gesprächsaufzeichnungen abzugeben.
    Siron trat die vorgeschriebenen Schritte vor und blieb in der angemessenen Entfernung zu den Herrschern stehen. Seine Verbeugung und sein traditioneller Gruß waren tadellos. Nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte, heftete er seinen Blick auf das Wappen von Ebeem, das auf der Front des mittleren Arbeitstisches prangte und wartete, bis er angesprochen wurde.
    »Wir sehen, Sie wissen, was sich gehört«, stellte Dagis Rendoy fest, Vorsitzender der Drei und Mitglied des ältesten Herrscherhauses Candovan.
    Siron wusste, dass darauf von ihm keine Antwort erwartet wurde, und so neigte er nur den Kopf.
    »Ja, in der Tat sind Sie uns schon aufgefallen, junger Talas«, fuhr Rendoy fort. »Sie haben eine steile Karriere in der ruhmreichen Flotte von Ebeem gemacht. Sie sind der Regierung treu ergeben, und Ihre Vorgesetzten halten große Stücke auf Sie.«
    »Ich bin nur ein einfacher Soldat, der seine Pflicht tut«, antwortete Siron bescheiden, wie es das Protokoll von ihm verlangte.
    »Sie sind mehr als das«, widersprach Dagis Rendoy. »Und Sie haben Ihren Status vollkommen aus eigener Kraft erreicht, was bemerkenswert ist in Anbetracht Ihrer familiären Umstände.«
    Siron wusste, dass Rendoy damit auf seine Heirat mit der jüngsten Tochter aus dem Erhabenen Haus Naris anspielte. Die Naris waren überaus einflussreich, und fast jeder hatte Siron verdächtigt, Taila Sakala nur geheiratet zu haben, um mit dem Einfluss ihrer Familie Karriere zu machen.
    Doch darin hatten sich alle getäuscht. Siron hatte sich standhaft geweigert, auch nur die geringste Hilfe oder Vergünstigung von der Familie seiner Frau anzunehmen. Er hatte sogar einmal eine Beförderung abgelehnt, nachdem er herausgefunden hatte, dass Tailas Vater sie initiiert hatte. Dagis Rendoy hatte Recht: Alles, was Siron Talas erreicht hatte, hatte er aus eigener Kraft und nur durch seine überzeugenden – und überragenden – Leistungen geschafft. Damit hatte er sich nicht nur den Respekt seiner Vorgesetzten und Kameraden erworben, sondern auch den des alten Sakala. Und das war ein Wunder für sich.
    Allerdings wusste Siron immer noch nicht, was Karsan Sakala dazu erwogen hatte, ihm, einem unbedeutenden jüngeren Sohn der Haskanos, eine seiner Töchter zur Frau zu geben. Irgendetwas steckte dahinter, das Siron noch nicht durchschauen konnte. Aber er hatte Geduld.
    »Ja, in der Tat«, fuhr Dagis Rendoy nun fort, »Sie sind ein bemerkenswerter junger Mann. Deswegen haben wir Sie für eine Aufgabe ausgewählt, die außergewöhnliche Fähigkeiten erfordert.«
    »Das ist eine Ehre, die ich ganz sicher nicht verdiene«, antwortete Siron angemessen.
    »Ob es eine Ehre ist, wird sich noch erweisen«, ließ sich

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