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Saeuglingsschwimmen

Saeuglingsschwimmen

Titel: Saeuglingsschwimmen
Autoren: Lilli Ahrendt
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I EINFÜHRUNG: BABYSCHWIMMEN ODER SÄUGLINGSSCHWIMMEN?

    Um die vorrangig altersdifferenzierte Gruppeneinteilung für die im Buch gemeinte Zielgruppe festzulegen, wird der Begriff Säuglingsschwimmen gegenüber dem des Babyschwimmens bevorzugt. Der Begriff Babyschwimmen ist amerikanischen Ursprungs und weist in seiner Terminologie keine altersspezifische Trennschärfe auf.
    In Anlehnung an die menschlichen Alters- und Entwicklungsstufen unterscheiden wir:
    Säuglingsschwimmen
(1. Lebensjahr)
Kleinkindschwimmen
(2. + 3. Lebensjahr)
Vorschulschwimmen
(4. + 5. Lebensjahr)
    Für das Säuglingsschwimmen behält der Begriff Schwimmen – in Abgrenzung zum Baden – seine volle Berechtigung bei. Auch wenn die Säuglinge sich noch nicht zielgerichtet und ausdauernd im Sinne des selbstständigen Fortbewegens im Wasser bewegen, so ist doch die individuelle Leistung, das aktive Handeln und das aktive Fortbewegungsbemühen des Säuglings maßgeblich.
    Die Eltern selbst nehmen aktiv teil, um den Säugling mit den Händen zu unterstützen und seinen Kopf oberhalb der Wasseroberfläche zum Atmen zu sichern. Der Begriff Eltern-Kind-Gymnastik im Wasser (vgl. Graumann 1996; Deutscher Sportärztebund 1994) beinhaltet dagegen einen Übungscharakter, welcher die spontanen Bewegungen des Säuglings und die gegenseitige Beeinflussung zwischen Elternteil und Kind weniger stark berücksichtigt.
    Das Säuglingsschwimmen erfolgt nach einem fachlich angeleiteten Eltern-Kind-Bewegungsprogramm in stehtiefem und ungefähr 32° C warmem Wasser, nach dem in spielerischer Atmosphäre in Gruppen unterrichtet wird. Der auf Frühstimulation ausgerichtete Unterricht und die gleichzeitige pädagogische Betreuung charakterisieren das beabsichtigte und bewusste Handeln der Eltern mit dem Säugling.
    Das mögliche Einstiegsalter beginnt, abhängig von den Fähigkeiten des Säuglings, seinen Kopf halten zu können, durchschnittlich ab der 12. Lebenswoche.
    Dieser Zeitpunkt ist für den Beginn deshalb vorteilhaft, weil sich in den ersten sechs Lebensmonaten – neurologisch betrachtet – die Hirnreifung am deutlichsten vollzieht, die Bindung an die Bezugsperson, bezogen auf das Urvertrauen, in diesem Zeitrahmen stattfindet und die Reflexschwimmbewegungen am stärksten ausfallen. Insbesondere, wenn das Säuglingsschwimmen aus therapeutischen Gründen ratsam ist, sollte im Sinne der Frühförderung mit dem Schwimmen begonnen werden, bevor der Säugling zu fremdeln oder zu trotzen beginnt, da dies die Förderung deutlich erschwert.
    Auch ein späterer Schwimmbeginn ist möglich. Dann sollte doch bedacht werden, dass im nachfolgenden zweiten Lebenshalbjahr beim Säugling die ersten Ängste vor fremden Personen und Umgebungen auftreten, das Zahnen beginnt, die Krankheitshäufigkeit zunimmt und der Säugling wegen seines beginnenden Fortbewegungsbestrebens sowie seiner motorischen Möglichkeiten weniger auf Bewegungsreize von außen angewiesen ist als vorher.
    Das Säuglingsschwimmen intensiviert ganz bewusst die Eltern-Kind-Beziehung und fördert durch frühzeitigen Kontakt zu Gleichaltrigen die kindliche Entwicklung, insbesondere hinsichtlich der Persönlichkeit, der Sozialisation sowie der Motorik. Darüber hinaus bildet die positive Einstellung des Kindes zum Wasser und der Grad seiner Wasservertrautheit (vgl. Jenner 2000) die Basis für die Freude an und im Umgang mit dem Wasser (z. B. Urlaub, Duschen). Sie setzt sich fort im späteren Interesse am Schwimmenlernen und entspricht dem Lehrgrundsatz des Schwimmens, das Schwimmenlernen über die schrittweise Wassergewöhnung und Wasserbewältigung anzubahnen.
    Eine sportliche Schwimmtechnik kann ein Kind im Allgemeinen frühestens ab drei Jahren bewusst erlernen, wenn es eine hinreichende kognitive, körperliche und motorische Reife besitzt.

II ZUR THEORIE DES SÄUGLINGSSCHWIMMENS

1 DAS WASSER
    Wasser ist, chemisch betrachtet, die Verbindung von Wasserstoff und Sauerstoff. Es ist geruch- und geschmacklos, durchsichtig und zeigt eine schwach blaue Färbung. Ein Neugeborenes besteht zu über 73% aus Wasser und sein Vorleben begann in diesem Milieu in Form des Fruchtwassers.
1.1 DIE BEDEUTUNG DES WASSERS: VOM URELEMENT ZUM BEWEGUNGSELEMENT
    Vom Wasser, dem Urelement des Menschen, geht im Allgemeinen auf Säuglinge und Kleinkinder eine intensive Wirkung aus. Das so

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