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PARKER teert die Grünen Zwerge

PARKER teert die Grünen Zwerge

Titel: PARKER teert die Grünen Zwerge
Autoren: Günter Dönges
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    PARKER teert die „Grünen Zwerge“
    Roman von Günter Dönges
     
     
    Sie arbeiteten mit der oft zitierten Zerstörungswut der Vandalen und schnitten mit ihren motorgetriebenen Scheren tiefe Löcher in die gepflegte Taxushecke. Die beiden Männer trugen grüne Overalls und Baseballmützen mit überlangen Schirmen. Dazu hatten sie Ohrenschützer angelegt, die an Kopfhörer erinnerten. Schweißerbrillen vervollständigten das mehr als seltsame Aussehen der eigenartigen Naturbewahrer.
    Ein dritter Mann, gekleidet wie seine Partner, hielt eine Kettensäge in den Händen und fällte damit kleine Apfelbäume, die in dem Garten standen. Ein vierter schließlich befaßte sich intensiv mit einem Gewächshaus und zertrümmerte mit einer Harke die Glasscheiben.
    »Ich muß mich doch sehr wundern, Mister Parker«, ließ Lady Agatha sich grollend vernehmen. Sie saß im Fond des hochbeinigen Monstrums, das früher mit Sicherheit ein Londoner Taxi war. Sie hatte ihre Lorgnette aufgeklappt und beobachtete durch diese Stielbrille die unschöne Szene. »Falls Mylady gestatten, möchte meine Wenigkeit sich Myladys Verwunderung anschließen«, sagte Josuah Parker. Der Butler saß am Steuer seines hochbeinigen Monstrums und klinkte die Fahrertür auf.
     
    Die Hauptpersonen:
    Ritchie Skeen verdirbt sich nicht nur an Austern den Magen und die gute Laune.
    Peter Malvern muß die totale Verwüstung seines Vorgartens hinnehmen.
    Sidney Pottmer verkauft nicht nur Autoreifen, wie er behauptet.
    James Stuffing vermittelt Kredite gegen hohe Zinsen und verschenkt leichtsinnigerweise Kugelschreiber.
    Lady Agatha Simpson sorgt wie selbstverständlich für ein wildes Durcheinander.
    Butler Parker benutzt probeweise einen Personen-Shocker und erzielt tolle Ergebnisse.
     
    »Eine Unverschämtheit, derart einen Garten zu verwüsten«, ärgerte sich die ältere Dame. Sie war eine stattliche Frau, die das sechzigste Lebensjahr mit Sicherheit überschritten hatte.
    Agatha Simpson nickte wohlwollend, als Butler Parker die hintere Wagentür aufstieß. Man befand sich in einer relativ ruhigen Seitenstraße in einem nördlichen Stadtteil von London, in dem noch eine gewisse ländliche Idylle herrschte.
    Lady Agatha stieg aus und brachte fast automatisch ihren perlenbestickten Pompadour in Schwingung.
    Josuah Parker legte sich den altväterlich gebundenen Regenschirm über den angewinkelten linken Unterarm und begleitete seine Herrin hinüber zur kaum fußhohen Gartenmauer, hinter der nur noch die traurigen Reste einer Taxushecke zu sehen waren. Die Männer hatten bereits ganze Arbeit geleistet.
    »Was soll denn der Unsinn?« raunzte die ältere Dame einen der beiden Heckenschneider an. Ihr dunkles, sonores Organ reichte aus, um den Lärm der beiden Kleinmotoren der Scheren zu übertönen.
    »Hau bloß ab, Schwester«, sagte einer der beiden Männer und fletschteförmlich seine schadhaften Zähne. »Du störst hier.«
    »Soll und muß man davon ausgehen, daß Sie in einem fest umrissenen Auftrag handeln?« erkundigte sich der Butler, als einer der beiden Männer den Motor seiner Heckenschere abstellte. Zu dieser Frage lüftete der Butler überaus höflich die schwarze Melone. »Schwirr’ ab, Mann, bevor ich dich auftrenne«, reagierte der Angesprochene und hob drohend die Heckenschere.
    Er hätte es besser nicht getan.
    Josuah Parker, das Urbild eines hochherrschaftlichen englischen Butlers, fühlte sich angegriffen und reagierte überraschend spontan. Er ruckte den linken Unterarm hoch und ließ den Universal-Regenschirm steil in die Luft steigen. Dann faßte er mit seiner linken, schwarz behandschuhten Hand nach dem Ende des Schirmstocks und hatte damit plötzlich eine nicht unterschätzende Schlagwaffe in der Hand.
    Der Heckenzerstörer blickte irritiert-überrascht nach oben und bot seine Stirn als Ziel. Josuah Parker legte den Bambusgriff seines Schirmes nachdrücklich auf diese empfindliche Stelle des Mannes, der daraufhin die Heckenschere als lästig empfand undsie wegwarf. Dann sackte er in die Knie und fiel seitlich auf die Reste der Hecke.
    Der zweite Heckenschneider wollte seinem Partner zu Hilfe kommen und attackierte den Butler mit der noch laufenden Heckenschere. Dabei übersah er die ältere Dame und deren Pompadour, der bereits kreiste. Bevor der Mann sich mit Parker anlegen konnte, schlug Lady Agatha bereits zielsicher zu.
    Der sogenannte Glücksbringer im Handbeutel, nämlich ein echtes Pferdehufeisen, traf den Hinterkopf des

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