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Lieber Daniel. Briefe an meinen Sohn

Lieber Daniel. Briefe an meinen Sohn

Titel: Lieber Daniel. Briefe an meinen Sohn
Autoren: Sergio Bambaren
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Vorwort
    Drei Jahre verbrachte ich fast ausschließlich mit der Verwirklichung eines Traums: der Verfilmung meines ersten Buches Der träumende Delphin .
    Doch während dieser computeranimierte Film entstand, geschah etwas weitaus Wichtigeres – das Leben machte mir das wundervollste Geschenk, von dem ein Mann nur träumen kann: einen Sohn.
     
    Ich sage ja immer: Die Wege des Lebens sind unergründlich, aber wunderbar!
    Alles begann mit einem Anruf von meinen deutschen Freunden Lillian, Thomas und Joachim, alle drei Profis in der Filmbranche. Über meine Literaturagentin erwarben sie die Filmrechte für das Buch, das ich über zehn Jahre zuvor geschrieben hatte. Natürlich willigte ich ein! Sollte mein Traum, das Buch verfilmt zu sehen, womöglich wahr werden?
    Damals spielte ich bereits mit dem Gedanken, wieder in mein Geburtsland Peru und zu meinen Wurzeln zurückzukehren, in ein Land, in dem die Animationstechnik gerade zu boomen begann. So mietete ich eine Wohnung mit einer phantastischen Aussicht aufs Meer – nur zehn Häuserblocks von dort entfernt, wo ich vor langer Zeit geboren wurde … Fast täglich konnte ich von meinem Balkon aus Delfine beobachten, und nachts schlief ich mit der Melodie der Brandung ein – der ideale Ort, wo ich zu Papier bringen konnte, was meine Seele meinem Herzen zuflüsterte. Außerdem verliebte ich mich zu der Zeit in eine wunderschöne Frau: Deborah.
    Nachdem ich mich mit Deborah an meinem Geburtsort eingerichtet hatte, begann ich die Animationsstudios zu erkunden. Ich war wirklich begeistert von der Kreativität meiner Landsleute. Nur eines fehlte: Diese Künstler besaßen nicht das nötige Handwerkszeug, denn Software und Hardware waren hier nicht auf dem Stand der Technik, den man in entwickelten Industrienationen vorfindet.
    Eines Tages rief mich ein Studioleiter an, den ich bereits kennengelernt hatte, und wir beratschlagten mehrere Stunden lang. Ich kalkulierte und fand Investoren, die an dem Projekt interessiert waren. Wir kontaktierten die besten Leute, die wir finden konnten – nicht nur Künstler, auch andere wunderbare Menschen –, und beschlossen, ausgehend von dem Material, das meine Freunde aus Deutschland bereits ausgearbeitet hatten, das Projekt voranzutreiben. Lillian, Thomas und Joachim wurden Mitgesellschafter, und wir machten uns mit fünfzig hochmodernen Rechnern an die Arbeit – normalerweise stehen in großen Studios drei- oder viertausend Computer zur Verfügung …
    David gegen Goliath.
    Warum nicht?
    Die Stimme meines Herzens flüsterte mir etwas zu, das ich in dem grandiosen Film Feld der Träume , in dem Kevin Costner die Hauptrolle spielt, gehört hatte: »Wenn du es baust, wird er kommen.«
    Und so sagte ich zu meinen Kollegen in guten wie in schlechten Momenten immer wieder: »Gebt euer Bestes, liebt eure Arbeit, widmet euch mit Leidenschaft euren Aufgaben – alles Übrige kommt dann von selbst.«
    Dem »Dreamer’s Club«, wie wir uns nannten, stellte ich lediglich eine Bedingung: Meine Arbeit sollte allenfalls darin bestehen, dafür zu sorgen, dass die Botschaft und die Seele des Buches in dem Film ganz klar zum Ausdruck kommen. Es sollte ein Film werden, der den Menschen hilft, wieder auf ihre Träume zu achten, und der ihnen deutlich macht, dass die wichtigsten Dinge im Leben für das Auge nicht sichtbar sind.
    Doch das Leben hatte andere Pläne mit mir. Ohne dass ich es wollte, wurde ich schließlich Produzent des Films …
     
    Und wie ich eingangs erwähnte, kam mein Sohn auf die Welt und bescherte mir eine unvergleichliche neue Erfahrung.
    Als Deborah mir damals sagte, dass sie schwanger sei, stand ich erst einmal unter Schock. Auch am nächsten Tag konnte ich noch nicht reden. Doch als ich am Morgen des dritten Tages aufwachte, war ich ein überglücklicher Mann, der seinen inneren Frieden wiedergefunden hatte.
    Heute weiß ich, dass ich diese herrliche Welt ohne Reue und ohne Bitterkeit genießen kann. Was dieses wundervolle kleine Geschöpf mit meinem Herzen macht, ist einfach unbeschreiblich! Wenn mein Sohn mich ansieht, meine ich, mich selbst zu sehen. Jeden Tag erwacht er mit einem Lächeln, und hin und wieder drückt er seine kleinen Handflächen und seine Nase an die große Glasscheibe vor dem Balkon und blickt stundenlang aufs Meer hinaus.
    Er ist der Grund für diese Geschichte und für dieses Buch: über Episoden meines Lebens – und darüber, wie ich, ein einfacher, bescheidener Mensch, auf meiner Lebensreise so

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