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Ein Girl zum Pferde stehlen

Ein Girl zum Pferde stehlen

Titel: Ein Girl zum Pferde stehlen
Autoren: Jack Slade
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Der Braune bäumte sich noch einmal auf, dann kippte er zur Seite. Der Rest der Herde stob panisch in alle Richtungen davon.
    »Verdammt, die Mistkerle haben es auf unsere Gäule abgesehen!« Gus Bailey hatte sich auf die Füße katapultiert. Er packte seinen Henry-Unterhebelrepetierer, der griffbereit neben ihm lag. »Wir müssen sie stoppen, bevor sie unter den Tieren ein Blutbad anrichten!«
    »Leichter gesagt, als getan!« Auch Bruce Cranston war aufgesprungen. »Hast du eine Ahnung, woher der Schuss gekommen ist?«
    »Vom gegenüberliegenden Ufer!« Bailey richtete den Lauf seiner Waffe auf eine Stelle im Unterholz, wo er das Versteck der Angreifer vermutete. »Jede Wette, die Bastarde haben sich im Gebüsch am Waldrand verkrochen!«
    »Shit! Das heißt, sie haben eine perfekte Deckung, während wir wie auf dem Präsentierteller hocken!« Cranston lud seinen Spencer-Karabiner durch. »Jetzt bleibt uns nur zu hoffen, dass sich nicht eine ganze Bande dort versammelt hat. Denn dann würde es verflucht eng für uns werden!«
    Er glaubte zwischen den Blättern eines Ginsterbuschs eine Bewegung auszumachen. Kurzentschlossen zog er den Abzug durch.
    Zwei Graugänse stiegen mit empörtem Schnattern aus den Sträuchern in den Abendhimmel auf.
    Dafür erfolgte nun von anderer Stelle eine bleihaltige Reaktion.
    Am seitlichen Waldrand blitzten die Mündungsfeuer von drei Langwaffen auf.
    Nur weil Cranston und Bailey sich geistesgegenwärtig zu Boden warfen, überlebten sie den Angriff unbeschadet. Die Kugeln pfiffen so dicht über sie hinweg, dass sie den Lufthauch im Nacken spüren konnten.
    Während Cranston auf allen Vieren zu einer kleinen Bodenmulde robbte, fand Bailey hinter einem verwitterten Baumstumpf vorläufige Deckung.
    Das Krachen auf der anderen Seeseite schwoll zu einem infernalischen Stakkato an.
    Die zwei Männer erwiderten das Feuer nach Leibeskräften. Doch es stellte sich schnell heraus, dass sie in der ungünstigen Schussposition, in der sie sich befanden, keine ernsthafte Gefahr für ihre Gegner darstellten. Die Angreifer anzuvisieren, ohne dabei selbst ein leichtes Ziel zu werden, war schlichtweg unmöglich.
    »Wir sitzen wie die Kaninchen in der Falle!«, rief Cranston seinem Begleiter zu. »Ohne Unterstützung ist unser Leben keinen lausigen Cent mehr wert! Wo, zur Hölle, stecken Jimmy und Cal?«
    »Sie sind unterwegs, um ein paar Ausreißer einzufangen!« Bailey zuckte zusammen, als nur eine halbe Armeslänge von seinem Kopf entfernt eine Kugel einen faustgroßen Brocken aus dem Stamm sprengte. Faulige Klumpen regneten ihm ins Gesicht. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis das morsche Holz den einschlagenden Geschossen nicht länger standhalten würde. »Hoffentlich sind sie nahe genug, um zu hören, was bei uns los ist! Denn sonst können wir schon mal unser Testament machen!«
    Cranston lud seinen Spencer bereits zum fünften Mal durch, als das Bellen der Schüsse zu einem ohrenbetäubenden Donnern wurde.
    Ein Teil des Lärms kam von einer Stelle hinter ihnen.
    »Großer Gott, nehmen sie uns jetzt etwa von zwei Seiten ins Visier?«
    Die beiden in die Enge Getriebenen wandten sich danach um.
    Ihre besorgten Mienen entspannten sich erleichtert, als sie die zwei Cowboys erkannten, die in gestrecktem Galopp heran geprescht kamen.
    Jimmy Mitchum und Cal Cranston.
    Sie waren bereits auf dem Rückweg ins Lager gewesen. Der Lärm, der aus Richtung des Sees plötzlich eingesetzt hatte, hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass dort etwas nicht in Ordnung war.
    Ohne zu zögern, hatten sie nach ihren Waffen gegriffen und den Pferden die Sporen in die Seiten gestoßen.
    Sie hatten das Ufer noch nicht richtig erreicht, da fanden sie ihre schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Ihre beiden im Camp zurückgebliebenen Kameraden steckten bis über beide Ohren in der Klemme.
    Kaum auf Schussweite herangekommen, griffen Mitchum und der jüngere der Cranston-Brüder bereits in das Gefecht ein. Ohne ihr rasendes Tempo auch nur im Geringsten zu drosseln, feuerten sie mit allem, was ihre Gewehre hergaben.
    Der Beistand ihrer Gefährten ließ auch Cranstons und Baileys eigenen Kampfgeist wieder neu auflodern. Sie richteten sich in ihren Verstecken auf und schickten eine Salve heißen Bleis nach der anderen zum Waldrand an der gegenüberliegenden Uferseite. Beißender Pulverdampf wehte über das Wasser des Oakwood Lake.
    Ob ihre Kugeln tatsächlich ihr Ziel fanden, war nicht klar zu erkennen. Aber die tatkräftige

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