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Dopingmixer

Dopingmixer

Titel: Dopingmixer
Autoren: Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer
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jetzt damit?«
    »Weil ich wollte, dass du dich erst einmal mit deinen Klassenarbeiten zum Schuljahresabschluss beschäftigst.«
    »Ist die Polizei informiert?«
    »Nein. Meine Freundin Elenor will mit der Polizei nichts zu tun haben. Du wirst sie ja kennenlernen. Sie ist eine – wie soll ich sagen? – ziemlich eigenwillige Person.«
    Onkel Titus paffte eine riesige Wolke hinauf zur Wohnzimmerdecke. »Dann ist es ja kein Wunder«, brummte er, »dassihr befreundet seid.«
    Tante Mathilda zögerte einen Augenblick und entschloss sich dann, die Bemerkung nicht gehört zu haben. »Wann fangt ihr mit der Arbeit an?«, fragte sie.
    Justus wusste, es gab kein Entrinnen. »Natürlich sofort, Tante«, sagte er und lächelte sie tapfer an.
    »Und werdet ihr die Übeltäter fassen?«
    Justus schob den Kuchenteller zurück, stand auf, streckte sich einmal kräftig und ging zur Tür.
    »Sie sind schon so gut wie überführt«, sagte er über die Schulter zurück. »Sie wissen es nur noch nicht.«

H eißes Training
    Nicht nur für Peter wurde es einer der heißesten Tage des Jahres. Das hatte sicherlich mit den Zeugnissen zu tun, die zum Schulschluss verteilt wurden. Peter konnte mit seinem nicht zufrieden sein. In Mathematik und Physik war er knapp an der Pleite vorbeigeschrammt. Früher einmal waren das seine Lieblingsfächer gewesen. Irgendwie war die Liebe abgekühlt. Stattdessen hatte Peter, der hoch aufgeschossene blonde Modellathlet, speziell in den letzten Monaten viel Zeit und Energie auf seine Mitschülerinnen verwendet, insbesondere seine Freundin Kelly. »Das muss anders werden«, sagte der Zweite Detektiv halblaut, als er sich in der Umkleidekabine des Stadions die Rennschuhe zuband.
    Draußen empfing ihn brütende Hitze. Die Sonne hatte das Oval des Stadions in ein gleißendes Licht getaucht. Überall tummelten sich die besten Sportler der Highschool von Rocky Beach. Ein paar Meter von Peter entfernt lief gerade ein Junge zum Stabhochsprung an, rammte den Glasfiberstab in den Boden, schwang sich atemberaubend hoch in die Luft, riss die Latte und fiel mit einem Schrei der Enttäuschung auf die Schaumstoffmatratze. Neben ihm schlug die Stange auf und hüpfte wie zum Hohn noch ein paar Mal auf und nieder. Joan Mitchell, die beste Kugelstoßerin, brüllte im selben Augenblick ihren Urschrei heraus und führte ein paar Sekunden später einen kleinen Freudentanz auf, weil sie die 16-Meter-Marke übertroffen hatte.
    Suchend hob Peter die Hand an die Augen. Er entdeckte Benny und Glenn, wie sie einträchtig nebeneinander her durch die Südkurve rannten.
    Sie trugen weiße Hosen und hellblaue Trikots. Je näher siekamen, desto deutlicher konnte Peter die tiefdunklen Schweißflecken auf der Brust und unter den Achseln erkennen. Kurz vor ihm stoppten sie ab, ließen sich wie auf Befehl ins Gras fallen und schüttelten die Beine aus.
    »Tag.« Peter nickte den beiden zu. Auf ihren Gesichtern standen unzählige kleine Schweißperlen. »Wenn ihr euch derart verausgabt, wird eure Staffel Weltrekord laufen.«
    »Und wenn eure Sprinter alle so spät ins Ziel kommen wie du zum Training«, gab Benny zurück, »dann sind sie noch unterwegs, wenn Joshua schon unter der Dusche steht.« Benny und Peter lachten und klatschten die erhobene rechte Hand aneinander.
    Glenn allerdings verzog keine Miene. Beinahe abwesend sah er an Peter vorbei.
    »Ich mache zum Warmwerden eine Runde mit euch«, entschied Peter und lief los.
    Benny raffte sich wieder auf und zog Glenn mit hoch. Sie nahmen Peter in die Mitte. »Für uns ist gleich Schluss«, rief Benny. »Wir haben schon drei Stunden hinter uns. Morgen ist auch noch ein Tag, und in dieser Affenhitze …«
    Benny ließ den Satz unvollendet, Peter wusste auch so, was er meinte. Die Sonne brannte unbarmherzig auf die Arena herunter. Sie liefen im Bummeltempo, aber schon kurz vor dem Ende der Runde spürte Peter den ersten Schweißtropfen, der ihm unangenehm an der linken Seite die Haut herunterlief. Auf der Tribüne verloren sich ein paar Dutzend Schüler, die ihren Freunden unten zusahen oder einfach nicht wussten, wie sie sich sonst den ersten Feriennachmittag vertreiben sollten. Einige, wie Justus, hatten Stoppuhren und Zettel dabei, auf denen die Trainingsergebnisse der Aktiven festgehalten wurden.
    Justus war etwas früher gekommen als verabredet. Er beobachtete Peter und die beiden schwarzen Jungen aus Santa Barbara, wie sie einmal um die Bahn liefen, noch ein paar Worte wechselten und sich

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