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Die Schwerter von Zinjaban

Die Schwerter von Zinjaban

Titel: Die Schwerter von Zinjaban
Autoren: Lyon Sprague de Camp , Catherine Crook de Camp
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roten Äderchen durchzogen, die ihr einen rötlichen Schimmer verliehen. White, der insgesamt einen etwas nervösen Eindruck machte, war von schmächtigem Wuchs. Sein schütteres schwarzes Haar hatte er sorgfältig und mit kunstvoller Sorgfalt von der Seite quer über den Kopf gekämmt, um seine fortschreitende Glatze zu verdecken. Mit einem forschenden Blick von Reith auf Alicia sagte Ordway in unüberhörbarem Londoner Dialekt: »Ihr zwei kennt euch wohl schon.«
    »Ja«, sagte Reith kurz angebunden. »Und das hier ist mein Sohn Alister; Doktor Dyckman, Mister Ordway, Mister White. Gehen wir weiter zur Gepäckausgabe, damit wir den Verkehr nicht aufhalten.«
    Als sie zur Gepäckausgabe gingen, der Junge vornweg, gefolgt von den beiden Filmleuten, sagte Alicia leise: »Dein Sohn ist dir wie aus dem Gesicht geschnitten! Deine Frau muss stolz auf ihn sein.«
    Reith schüttelte den Kopf. »Ich bin nicht verheiratet. Ich erzähl dir alles später.« Er hob die Stimme wieder: »So, da wären wir! Hier ist die Gepäckausgabe, meine Herren. Sobald ihr eure Sachen gefunden habt, bring ich euch durch den Zoll und die Sicherheitskontrolle, und danach zeig ich euch euer Quartier.« Er wandte sich seinem Sohn zu und sagte, wieder in gedämpftem Ton: »Wir sehen uns zu Hause zum Abendessen. Sag Kardir, er soll für eine Person mehr decken.«
    Der junge Alister machte sich davon. Eine Stunde später strebten Reith und seine Gruppe zum Gästehaus im Wohnbereich von Novorecife, begleitet von einem dicken Krishnaner mit Handkarren, auf dem ihr Gepäck lag. Sie durchquerten eine Ansammlung massiver Betongebäude, deren graue Schmucklosigkeit durch Fassadenverzierungen im krishnanischen Stil nur wenig gemildert wurde.
    Reith verstaute die drei Terraner und ihr Gepäck in den für sie vorgesehenen Zimmern, Alicia als letzte. Als der Träger gegangen und sie allein waren, sagte Reith: »Hör mal, Lish, sobald ich für das Abendessen deiner Kollegen gesorgt hab, wie wär’s, wenn du dann mit zu mir nach Hause zum Essen kämst? Gegen die Küche meines krishnanischen Kochs schmeckt jedes Essen in der Cafeteria von Novo wie ein Schlangenfraß.«
    Die Anrede ›Lish‹ rief bei Alicia ein leises Lächeln hervor. Reith hatte sie immer so genannt, wenn sie glücklich miteinander waren oder sich zumindest vertrugen. »Wo wohnst du?« fragte sie ihn.
    »Zwei oder drei Hoda außerhalb von Novo. Es ist eine kleine Farm mit ein paar Hektar Land, genug, um ein paar Shaihane zu züchten.«
    »Heißt das, dass du jetzt im Nebenberuf auch noch Viehzüchter bist?«
    »Na ja, so ein bisschen; nicht im großen Stil, wie der alte Zainian in Zora. Erinnerst du dich noch?«
    »Und ob ich mich erinnere! Für mich ist es schließlich erst ein paar Jahre her.«
    »Also, kommst du nun? Wir werden uns eine Menge zu erzählen haben, und hier haben die Wände Ohren.«
    »Der Gedanke an ein feines Essen ist verlockend; und ich möchte dich soviel fragen. Aber wir können schlecht den armen Cyril und Jack hier so allein hängen lassen!«
    »Die werden schon versorgt werden.« Reith trat an das Sprechgerät an der Wand und sagte im Portugiesisch der Viagens Interplanetarias: »Zero cinco … Herculeu? Favor de guiar os meus dois homens para jantar.«
    »E a dama deleitosa?« quäkte es in derselben Sprache aus dem Sprechgerät.
    »Die hübsche Dame hat andere Pläne«, sagte Reith kurz und knapp.
    »Bern.« Herculeu Castanhosos leises Kichern knarzte aus dem Lautsprecher. Eine Stunde vorher, als die Neuankömmlinge am Einreiseschalter ihre Formulare ausgefüllt hatten, war der Sicherheitsoffizier aufgesprungen und hatte Alicia überschwänglich willkommen geheißen. Wie jeder in der terranischen Kolonie auf Krishna kannte auch er die bittersüße Geschichte der Romanze zwischen der Sozialwissenschaftlerin und dem Fremdenführer.
    Reith überhörte Castanhosos Gekicher, schaltete das Sprechgerät aus und ging wieder zu Alicia. »Alles geregelt!«
    »Nun, wenn du sicher bist, dass …«
    »Zieh dir was Warmes für draußen an und nimm deine Zahnbürste und sonstigen Übernachtungsutensilien mit.«
    Sie blickte ihn scharf an. »Was hast du mit mir vor?«
    »Fürchte dich nicht«, sagte er mit einem spitzbübischen Grinsen. »Du kriegst ein eigenes Zimmer – mit einem großen Riegel vor der Tür, und die ist so solide, dass sich sogar ein Bishtar den Schädel daran einrennen würde. Und Alister …«
    Ein Klopfen an der Tür unterbrach ihn. Es war Cyril Ordway, der

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