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Die Mglichkeit einer Insel

Die Mglichkeit einer Insel

Titel: Die Mglichkeit einer Insel
Autoren: Michel Houellebecq
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Klappentext:
    Der Mensch ist verschwunden — mit ihm der Kult um Sex und Fun und ewige Jugend. Geblieben ist nichts als Ekel, Einsamkeit und Langeweile. Der Mensch ist für das Glück und dessen Voraussetzung, die bedingungslose Liebe, nicht geschaffen. Angesichts der unerträglich schmerzvollen Erfahrung des Alters nimmt der Mensch freiwillig Abschied von sich.
    Nach atomaren Verwüstungen und der Klimakatastrophe bleiben vom Menschengeschlecht archaisch lebende Wilde zurück.
    Nur der Neo-Mensch hat überlebt — geklont und unsterblich. Aber alle menschlichen Leidenschaften wie Lachen und Weinen, Güte, Mitleid und Treue sind ihm zu unergründlichen Geheimnissen geworden.
    Daniel24 ist ein Neo-Mensch der vierundzwanzigsten Generation, der auf seinen genetischen Prototyp Daniel1 und dessen Lebensbericht zurückblickt.
    Dieser Daniel1 war ein Mensch unserer Gegenwart: Als Komiker auf der Bühne, in Film und Fernsehshows trat er als zynisch-scharfer Beobachter einer Gesellschaft auf, die längst alle Tabus gebrochen hatte.
    Aber sein Leben voller ›Lust‹ mit Isabelle, umgeben von Glamour und Geld, vermochte das Altern nicht aufzuheben. Ebenso wenig wie die ›Liebe‹ zu Esther und wie eine Sekte von ›Auserwählten‹, die zur neuen Religion wird und das Glück des ewigen Lebens verspricht, in dem die Liebe kein Ende kennt.
    Der Bericht aus der Zeit seines Prototyps ermöglicht es Daniel24 und den anderen Reinkarnationen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Zeiten, seiner, die in der Zukunft liegt, und unserer selbstzerstörerischen Gegenwartsgesellschaft, zu begreifen.
    Für die war vor allem »der moralische Schmerz des Alterns« unerträglich geworden. Ist der Gesellschaftsentwurf dieses Neo-Menschen der alten Gattung wirklich überlegen?
    Schließlich wird Marie23 abtrünnig und macht sich auf den Weg, um auf einer Insel eine neue Gesellschaftsform zu suchen, wo sich jenseits von altem Menschsein und eintönigem Neo-Menschsein die Individuen in Liebe und Geborgenheit begegnen.
    Michel Houellebecqs mit Spannung erwarteter neuer Roman "Die Möglichkeit einer Insel" ist ein Zeugnis aus der Zukunft.
    Drastisch konfrontiert uns Michel Houellebecq mit Menschheitsentwürfen: eine visionäre Abrechnung mit unserer heutigen Gesellschaft, wie sie endgültiger kaum sein kann.
     

Für Antonio Muñoz Ballesta und seine Frau Nico,
    ohne deren freundschaftlichen, liebevollen Zuspruch
    ich dieses Buch nicht hätte schreiben können.
     

Willkommen im ewigen

    Leben, meine Freunde.

    Dieses Buch verdankt seine Entstehung der deutschen Journalistin Harriet Wolff, die ich vor ein paar Jahren in Berlin kennengelernt habe.
    Harriet hatte den Wunsch geäußert, mir eine kleine Fabel zu erzählen, bevor sie mich befragte. Ihr zufolge drückte diese Fabel in symbolischer Form meine Haltung als Schriftsteller aus.
    Ich stehe nach dem Ende der Welt in einer Telefonzelle. Ich kann so viele Telefongespräche führen, wie ich will, mir sind keine Grenzen gesetzt. Ob auch andere Menschen überlebt haben oder ob meine Gespräche nur die Monologe eines Psychopathen sind, ist unklar. Manchmal sind es nur ganz kurze Anrufe, als sei auf der anderen Seite sofort wieder aufgelegt worden; doch manchmal dauern sie länger, als höre man mir neugierig und voller Schuldgefühle zu. Es gibt weder Tag noch Nacht; die Situation kann nie zu Ende gehen.
    Willkommen im ewigen

    Leben, Harriet.

     

Wer von euch
    verdient das ewige Leben?
     
     

Meine gegenwärtige Inkarnation verschlechtert sich; ich glaube nicht, daß sie noch lange währt. Ich weiß, daß ich bei meiner nächsten Inkarnation meinen Gefährten wiederfinde, den kleinen Hund Fox.
    Die Gesellschaft eines Hundes ist deshalb so angenehm, weil man ihn glücklich machen kann; was er verlangt, ist so einfach zu erfüllen, sein Ego ist so begrenzt. Möglich, daß sich die Frauen in früheren Zeiten in einer ähnlichen Lage befanden — vergleichbar der eines Haustiers. Es gab vermutlich so etwas wie häusliches Glück, das mit der Zweckgemeinschaft verbunden war und das wir nicht mehr verstehen können; wie auch die Freude, einer zweckdienlichen, funktionalen Körperschaft anzugehören, deren Ziel es war, eine bescheidene Reihe von Aufgaben zu erledigen, wobei das stete Wiederholen dieser Aufgaben die unauffällige Reihe der Tage bildete. All das gibt es nicht mehr, ebensowenig wie die Reihe der Aufgaben; und wir haben auch kein deutlich festgesetztes Ziel mehr; die Freuden

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