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Die Gespenstergruft

Die Gespenstergruft

Titel: Die Gespenstergruft
Autoren: Jason Dark
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meiner Lampe schluckte.
    Ich konzentrierte mich auf das Gesicht.
    Bestand es aus einer Masse? War es nur ein Schemen? Vermischte sich bei dieser Gestalt Geist und Körper zu einer unheiligen Allianz? Dem Teufel war alles zuzutrauen, denn das hier waren nicht im direkten Sinne seine Diener. Sie waren Verlorene; sie schwebten zwischen Erde und Hölle. Sie sollten büßen, der Satan hatte für sie so etwas wie ein neues Fegefeuer geschaffen.
    Je mehr Seelen sie ihm brachten, je mehr grausame Taten sie begingen, um so stärker stiegen sie wieder in seiner Gunst. So und nicht anders sah diese schreckliche Logik aus.
    Ich hatte sie inzwischen begriffen, obwohl sie für einen Menschen eigentlich nicht begreifbar war.
    Die weiße Frau führte die anderen Gespenster an. Sie zeigte durch ihre Morde, zu was sie fähig war, und natürlich mußte ich sie als erste ausschalten.
    Das Licht hatte sie irritiert. Auch die Grufties wußten nicht, was gespielt wurde. Für mich waren sie nicht mehr als eine bleiche, angsterfüllte Hintergrundkulisse.
    Die weiße Frau erwartete mich. Entweder fühlte sie sich sehr stark oder sie vertraute noch immer auf ihren großen Helfer, aber der kam gegen eine Waffe nicht an.
    Es war das Kreuz!
    Noch hielt ich es verborgen. Es steckte in meiner Tasche. Das Licht hatte sie zunächst einmal überrascht. Mir war auch klar, daß diese Zeitspanne nicht mehr lange anhalten würde, das brauchte sie auch nicht. Ich kam auch so zum Ziel.
    Als ich den dritten Schritt zurückgelegt hatte, da kam endlich Bewegung in die weiße Frau.
    Wieder vernahm ich ein Zischen oder Pfeifen, als sie die Hand mit der Waffe bewegte.
    Diesmal gezielt auf mich!
    Sie schoß vor, ich fixierte die Spitze, hörte einen erschreckten Frauenschrei und riß im selben Moment die rechte Hand aus der Tasche und hob den Arm an.
    Aus der Faust ragte das Kreuz hervor.
    Und die Spitze der Waffe, die noch einen blutigroten Streifen zeigte, drang keinen Millimeter mehr weiter.
    Sie stoppte!
    Wir befanden uns nicht in der Hölle, sondern in einer Vorhölle, doch auch hier wirkten die magischen Kräfte des Satans nach. Dagegen hielt ich die Waffe, die schon einmal das Böse besiegt hatte.
    Das Kreuz in der Hölle!
    Ein silberner Hoffnungsfunke, den die Grufties sahen, aber auch die Gespenster und vor allen Dingen die weiße Frau, denn mein Kreuz befand sich dicht vor ihrem Gesicht.
    Sie zuckte und erbebte förmlich.
    Weder Suko noch ich hatten bisher ein Wort gesprochen. Mein geweihtes Kreuz allein reichte aus, um die verfluchte Gespensterbrut einzuschüchtern, denn auch die anderen Gestalten im Hintergrund blieben nicht mehr ruhig, sondern bewegten sich hektisch, und wir hörten dabei zischende Laute.
    Ich ging noch weiter.
    Nichts schreckte mich.
    Ein nächster Schritt.
    Die weiße Frau heulte auf. Ihr Gesicht schien plötzlich zerfließen zu wollen.
    Und dann schleuderte ich das Kreuz vor.
    In diesem Fall war es die ultimative Waffe, meinetwegen auch das Allheilmittel, aber es tobte wieder einmal der Kampf zwischen Gut und Böse, und das wußte auch die weiße Frau.
    Über die Klinge hinweg wischte das Kreuz, ohne daß es allerdings von mir losgelassen wurde, denn noch hielt ich die Kette fest. Ich wollte nur, daß es die weiße Frau erwischte.
    Das geschah!
    Sie konnte nicht ausweichen, weil sie einfach zu stark in seinem Bann steckte.
    Ob das Kreuz nun gegen den bleichen Schädel prallte oder hineindrang, war für mich nicht so gut zu erkennen, jedenfalls erreichte es voll und ganz seinen Zweck.
    Es vernichtete das Böse!
    Plötzlich war der ›Körper‹ der Frau nur mehr ein zuckendes Bündel. Er sah aus wie ein heller Schatten, der von einer Seite zur anderen tanzte, aber noch immer existierte. Dafür passierte etwas anderes.
    Ein unheimliches Heulen durchflutete die Gespenstergruft. Weder Suko noch ich konnten herausfinden, aus welcher Richtung dieses Geheul herbeiwehte, wahrscheinlich waren es die Gespenster, aus deren Mäulern die Geräusche drangen.
    In sie war Bewegung gekommen. Ein Sturmwind konzentrierte sich ausschließlich auf diese Wesen und hielt sie in seinen Klauen. Er wirbelte sie herum, er spielte mit ihnen, er drehte sie in einen Kreis hinein, der immer schneller um seine eigene Achse wirbelte und sich dabei zusammenzog.
    Ein Ziel war anvisiert worden.
    Die weiße Frau – denn sie bildete den Mittelpunkt, und in sie hinein rasten die gespenstischen Wesen. Sie tauchten in den blassen Körper, als wäre dieser ein Magnet, der

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