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Die Gespenstergruft

Die Gespenstergruft

Titel: Die Gespenstergruft
Autoren: Jason Dark
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ziehharmonikaähnlich zusammen, wobei er ein möglichst kleines Ziel bieten wollte.
    Der Arm mit dem Flammendolch beschrieb eine halbe Drehung. Keiner von uns wußte, wen dieses Feuer treffen würde. Immer hatte ich das Glück nicht, daß mich mein Kreuz schützte.
    Deshalb schossen wir beide. Zwei Schüsse, die wie einer klangen. Beide Kugeln trafen!
    Gig Serrano schrie nicht einmal. Er wurde von der Wucht der zwei Einschläge herumgeschleudert und zu Boden geworfen. Ich brach durch das Buschwerk, hetzte auf ihn zu, während mein Freund Suko von der anderen Seite herbeilief.
    Serrano lag auf dem Rücken. Er hielt den Dolch noch immer in der Hand. Dessen Feuer aber tanzte über den Boden. Ich wollte nicht, daß er noch einmal dazu kam, sie einzusetzen.
    Diesmal nahm ich das Kreuz.
    Als die Flamme das Silber traf, hörten wir noch ein Zischen. Einen Moment später gab es das Feuer nicht mehr, da war es erloschen, und Serrano umklammerte nur mehr den Griff.
    Er lebte noch, obwohl die beiden geweihten Silbergeschosse seine Brust erwischt hatten, aber keines davon war ihm ins Herz gedrungen. Serrano rollte mit den Augen, gleichzeitig verzog er seine Lippen und schaffte es trotzdem, uns einige Worte entgegenzuschleudern.
    »Der Teufel wird euch holen, ihr verfluchten Schweine! Ihr könnt ihn nicht besiegen! Er ist stärker, ihm gehört die Gruft, in die er seine Gespenster eingesperrt hat. Es sind die Verlorenen gewesen, die für ihn leiden müssen, weil sie versucht haben, ihn zu verraten. Sie sind gezwungen zu töten, immer wieder werden sie töten, um dem Teufel so die Seelen der Opfer zu bringen. Er hat sie bestraft, aber er hat sie nicht fallen gelassen. Sie arbeiten weiter für ihn…«
    »Wie du, nicht?«
    Stolz leuchtete in den Augen des Satanisten, als ich die Frage gestellt hatte. »Ja, wie ich, du Hundesohn. Ich stehe voll und ganz auf seiner Seite!«
    »Es ist vorbei!« sagte Suko. »Du wirst nicht überleben, Serrano, glaub es mir!«
    »Aber der Satan. Er ist unsterblich! Er wird meine Seele auffangen und sie für alle Zeiten…« Serrano brach ab. Es hatte so ausgesehen, als hätte er sich an seinen eigenen Worten verschluckt. Sein Gesicht verlor den Rest an Farbe, die Wangen zuckten. Die Pupillen sahen aus, als würden sie in den Höhlen tanzen und im nächsten Augenblick nach vorn schnellen.
    Noch hielt sein Gesicht, aber der schleichende Tod hatte sich eine andere Stelle ausgesucht.
    Suko hob den rechten Arm des Satanisten an.
    Seine Hand war nur mehr ein verkohlter Wirrwarr aus schwarzen und leicht gekrümmten Fingern. Die Kraft unserer geweihten Silberkugeln strömte in seinen vom Bösen verseuchten Körper hinein und sorgte für ein schreckliches Ende.
    Jetzt konnte ihm auch der Teufel nicht mehr helfen, obwohl er sich aufbäumte und nach ihm rief.
    Es war ein jaulender, gequält klingender Schrei, der über den leeren Platz vor der Gruft hallte. Als Suko den Arm losließ, fiel er wieder nach unten, schnellte aber im selben Augenblick hoch, als bestünde er aus dunklem Gummi.
    Er kippte nach innen weg, und Serrano rammte sich die Reste seiner Finger selbst ins Gesicht.
    Etwas Furchtbares geschah. Trotz ihrer relativen Weichheit durchdrangen sie die Haut, hinterließen Wunden, aus denen dickes Blut hervorquoll. Er beließ es nicht dabei, aber wir wollten die Einzelheiten nicht sehen, als er damit anfing, sein Gesicht brutal zu zerstören. Gig Serrano war für uns bereits Vergangenheit.
    »Dann zur Gruft«, sagte Suko und ging vor. Er hatte den Einstieg bereits gesehen, blieb vor ihm stehen und sah auch den Hebel, der bewegt werden mußte, um das Gitter zu lösen.
    Mein Freund schaffte es beim ersten Versuch, das Gitter zu heben. Mit einer fetzigen Bewegung, in die er all seine Wut gelegt hatte, die ihn bedrückte, schleuderte er es weg.
    Es knallte zu Boden, tickte noch zweimal auf und blieb dann in einer gewissen Entfernung liegen.
    Ich schaute zu Serrano zurück.
    Er sah nicht mehr aus wie ein Mensch. Die Verkohlung oder was immer es auch gewesen sein mochte, hatte ganze Arbeit geleistet.
    »Da ist eine Rutsche«, sagte Suko und deutete nach vorn. »Dann wollen wir mal.«
    »Wohin, Alter?«
    »Meinetwegen in die Hölle…«
    ***
    Und die Hölle erlebten die vier Grufties, denn sie waren innerhalb der Gespenster-Gruft eingesperrt und von Gestalten umgeben, die sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht hatten vorstellen können.
    Hier versammelte sich alles, was die Hölle nicht hatte haben

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