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087 - Das Daemonenauge

087 - Das Daemonenauge

Titel: 087 - Das Daemonenauge
Autoren: Neal Davenport
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    Liebe Mit-Vampire!
     
    In der letzten Ausgabe berichteten wir über VOODOO-Götter. Diesesmal beschäftigen wir uns mit den Glaubens- oder Kulturgruppen dieser Religion.
    Oft, aber nicht in jedem Fall, leitet die einzelnen Gruppen ein hungan, oder auch eine mambo. Diese sind die Vorsteher eines humfo, wo sie sowohl das Amt eines Gemeindevaters, Priesters, Arztes, Heilpraktikers, Krankenpflegers und auch Zauberers (bzw. zu allem das weibliche Gegenstück) ausüben. Ein humfo – dieses Wort läßt sich am ehesten mit Zufluchtstätte oder Asyl übersetzen – kann groß wie ein Dorf, aber auch nur eine schäbige Hütte sein. Der männliche hungan, oder die weibliche mambo, dürfen ihr Amt erst nach bestimmten Einführungszeremonien und verschiedensten Riten antreten, und in den meisten Fällen auch erst dann, wenn sie ein eigenes humfo gründen bzw. übernehmen können. Ein größerer, mächtigerer hungan (bzw. mambo) kann mehrere Befehlsausführer unter sich haben. Beispielsweise einen hunsi (rechte Hand), dem die Verwaltungsaufgaben obliegen, einen laplace (Zeremonienmeister), der Prozessionen anführt und jedem Gruppenangehörigen einen Platz zuweist; und eine hungenikon (Vertraute), welche die loas nennt, die bei einer Feier erscheinen bzw. Besitz von jemandem ergreifen, und die bestimmt, welche Lieder (die sie auch selber anstimmt) für die jeweilig (im Geiste) anwesenden loas (die Anbetungswürdigen) gesungen werden sollen. Denn jeder dieser „Heiligen“ hat seine eigenen Lieder.
    Manche hungan mißbrauchen ihre Macht. Sie sind boko (schlecht) und üben Schwarze Magie aus. Ihnen hilft diab, der Teufel. Sie bedienen sich für ihre dunklen Zwecke auch der zombi und baka.
    Jede Kultgruppe ist unabhängig von anderen. Es gibt auch keine Hierarchie der hungans oder mambos und keine zentralisierte Führung.
    Ein Zombi, das wollen wir hier einfügen, ist ein lebender, ein wandelnder Toter, der alle Befehle dessen ausführt, der ihn zum Zombi gemacht hat. Gibt man einem Zombi jedoch Salz. „erwacht“ sein eigener Geist, und er wendet sich gegen seinen Meister. Baka sind gekaufte Seelen von loas oder zombis. Manchmal dienen sie den bösen Zauberern, den bokos. Hin und wieder nehmen sie die Form bekannter Tiere, aber auch entsetzlicher Alptraumwesen an und machen nachts die Wälder unsicher. Begegnet man ihnen, muß man fest in ihre Augen blicken, dann verlieren sie ihre Form und verschwinden.
    Die VOODOO-Riten, die ebenfalls alles andere denn einheitlich sind, enthalten eine Anzahl Elemente, die dem Katholischen entnommen sind. Beispielsweise Gebete wie das Vaterunser, Ave Maria, die Litanei, dann das Zeichen des Kreuzes, die Taufe, die Verwendung von Glocken, Kerzen und Heiligenbildern. Das Trommeln und Tanzen hingegen sind afrikanische Elemente, ebenso wie die Anbetung von Ahnen und die Verehrung von Zwillingen.
    Trommeln, die auch den Zweck erfüllen, die Gläubigen herbeizurufen, beginnen und begleiten jegliche VOODOO-Feierlichkeit. Auch die Trommeln haben eigene Namen, aber es würde zu weit führen, das alles hier zu nennen. (Wir werden in einem dritten Beitrag auch einige Literaturquellen angeben, die dem Interessierten größere Detailinformation bieten).
    Die VOODOO-Gläubigen singen und tanzen zu den Rhythmen der Trommeln, die sie berauschen, genau wie das Blut der Opfertiere (Hühner, Ziegen, Schweine, ja sogar Ochsen), die in feierlichem Zeremoniell getötet, gekocht und dann verzehrt werden. Sensationslüsterne Schriftsteller vollziehen hier vielfach den Schritt zum Menschenopfer, vorzugsweise Kinder und Jungfrauen sollen dabei geschlachtet werden, und sexuelle Exzesse dürfen dabei nicht fehlen. In Wirklichkeit ist so eine VOODOO-Veranstaltung, wenn auch zum Teil exotisch-geheimnisumwoben, doch verhältnismäßig harmlos. Nachdem sich die Gläubigen versammelt haben, werden die loas durch bestimmte Trommelrhythmen und Beschwörungen angefleht, an dem Fest teilzunehmen. Wenn diese Götter oder Heiligen der Bitte Gehör schenken, ergreifen sie Besitz von einem der Anwesenden, der daraufhin in Trance fällt. Diesen solcherart Besessenen nennt man cheval (Pferd) des loa. Er ißt und trinkt für den loa, gibt in dessen Namen Ratschläge und auch Anweisung zur Heilung von Kranken. Das cheval weiß nach Beendigung der Feierlichkeiten nichts von seiner Besessenheit und den Vorfällen. Diese „Pferde“ werden durchaus nicht immer – wie in anderen afrikanischen Religionen – von demselben loa

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