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0733 - Die Silbermond-Bestie

0733 - Die Silbermond-Bestie

Titel: 0733 - Die Silbermond-Bestie
Autoren: W.K. Giesa
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beiden anderen Sauroiden hatten ihre Worte gehört.
    »Die Priester der Kälte könnten es«, behauptete Tok Rrokk.
    Zamorra nickte nur. Er war nicht sehr daran interessiert, mit der Priesterschaft zusammenzuarbeiten. Die hatte früher oft genug unter Beweis gestellt, sich nicht unbedingt humanitären und ethischen Grundsätzen verpflichtet zu fühlen, wie sie bei den Menschen gültig waren - zumindest in zivilisierten Gesellschaften.
    Die Peters-Zwillinge hatten sich mittlerweile wieder beruhigt. Sie hatten sich dem verstärkten Energiefluss angepasst und konzentrierten sich jetzt wieder auf ihr Vorhaben, Vali aufzuspüren.
    Würde es ihnen gelingen?
    ***
    T'Carra konzentrierte sich. Sie musste der Gefangenschaft entfliehen! Schon einmal hatte sie versucht, Corr-Magie gegen die monströsen Bäume einzusetzen - ein Fehlschlag. Lag es daran, dass sie selbst eigentlich keine echte Corr mehr war? War sie als Schmetterlingsmädchen, zu dem sie mutiert war, nicht mehr in der Lage, die Magie ihrer Ursprungssippe in voller Stärke einzusetzen?
    Sie versank in Meditation, wie Julian und vor ihm auch Lucifuge Rofocale es sie gelehrt hatte. Sie schaltete alle Eindrücke ab, die von außen auf sie einströmten, so bedrohlich sie auch sein mochten. T'Carra wusste sehr wohl, dass sie sich in Gefahr befand, aber diese Gefahr musste sie einfach vorübergehend ignorieren.
    Nichts mehr wahrnehmen außer sich selbst!
    Kraft sammeln!
    Sich damit selbst aufladen!
    Und das alles so schnell wie möglich, aber sie durfte sich dabei selbst nicht unter Zeitdruck setzen, weil es sonst nicht richtig funktionierte. Sie musste ruhig sein und ruhig bleiben - ganz ruhig. Nur dann, wenn sie sich völlig von allem löste, konnte sie wirklich Energie in sich ansammeln, um sie dann schlagartig frei werden zu lassen, wenn es erforderlich wurde.
    Aber da war nur wenig Energie, die sie sammeln konnte…
    Natürlich, ein Blutopfer würde ihr helfen. Dann würde sie innerhalb kürzester Zeit sehr stark werden.
    Aber das waren dämonische Rituale, die sie ablehnte.
    Sie war doch keine Dämonin mehr! Sie hatte sich nie als Dämon gefühlt, schon damals nicht, als Kind, als sie unter Menschen aufwuchs, so lange es nur eben möglich war. Sie hatte die Menschen kennen und lieben gelernt. Dämonen aber waren die natürlichen Feinde der Menschen, wie es auch umgekehrt der Fall war.
    Doch T'Carra wollte nie so leben. Als Lucifuge Rofocale sie in seine Obhut nahm, war es für sie schlimm gewesen, qualvoll. Er war ein Erzdämon der alten Art, er verachtete die Menschen, sah sie als Dinge, mit denen man nach Belieben spielen konnte, und wenn sie dabei starben - nun, wen störte das? Es wuchsen doch immer genug von ihnen nach!
    T'Carra war froh, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun hatte. Es hieß, er sei tot. Sie empfand das nicht als Verlust. Es wuchsen doch immer genug Dämonen nach!
    Aber selbst dieser Gedanke war ihr unangenehm. Sie schüttelte ihn ab. Er hatte es sich bestimmt nicht aussuchen können, als Dämon geboren zu werden, ebenso wie sie es sich nicht hatte aussuchen können. Aber ihr war es gelungen, sich vom Dämonischen zu befreien.
    Und sie hoffte, dass es niemals wieder in ihr durchbrach.
    Ihre körperliche Verwandlung machte ihr Hoffnung. Mit ihrem Schmetterlingsaussehen würde sie zwar nie unter Menschen lebén können, aber sie musste auch nicht unter Dämonen leben. Der Silbermond, diese magische Welt, konnte ihre Heimat sein und bleiben.
    Da sie auf dämonische Mittel verzichtete, musste sie natürlich auch darauf verzichten, dass ihre Kraft sich rasch verstärkte. Sie musste auf das zurückgreifen, das sie von sich aus besaß, musste es stärken und verdichten.
    Es war schwierig, fast unmöglich. Es zehrte an ihrer Substanz. Sie fühlte es, wie sie körperlich um so schwächer wurde, je mehr Kraft sie auf mentaler Ebene sammelte.
    Aber sie musste jetzt alles an Kraft aufbringen, wozu sie fähig war, um der Macht ihrer Entführer trotzen. Der Macht dieser Monster, die sich aus den Lebensbäumen entwickelt hatten.
    Und dann kam der Moment, in dem sie nicht mehr weiterkam. Sie hatte erreicht, was sie erreichen konnte.
    Sie musste jetzt handeln.
    Und sie tat es!
    ***
    Vali hämmerte verzweifelt mit den Fäusten gegen die Felswand. Aber das war natürlich vergebens. Die Druidin fuhr wieder herum. Die raschelnden, sich bewegenden schwarzen Blätter hatten sie inzwischen fast erreicht.
    Werde eins mit uns! Gib uns deine Kraft oder stirb!
    Immer wieder

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