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060 - Brutstätte des Bösen

060 - Brutstätte des Bösen

Titel: 060 - Brutstätte des Bösen
Autoren: A.F.Morland
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Schatten huschten durch die Nacht, glitten durch das schäbige Geisterdorf mitten in der Mojavewüste und suchten hinter Häusern oder Türen Deckung.
    Sie verschmolzen mit der Dunkelheit, aber sie verhielten sich nicht ruhig. Plötzlich begannen automatische Waffen zu hämmern. Lawrence Hartford, Tab Pinsent und Joaii Fulton schreckten aus ihrem Schlaf hoch.
    Pinsent und Hartford hatten ihre Wache bereits geschoben. Dies war meine Stunde, und ich hatte einen Kerl entdeckt, der sich an uns heranzupirschen versuchte.
    Es war mir gelungen, ihn zu stellen und niederzuschlagen - ihn, einen bärenstarken, sieggewohnten russischen KGB-Agenten.
    »Verdammt, Boris!« schrie mein Freund Noel Bannister den Russen jetzt an. »Spielst du neuerdings falsch? Gehören diese Kreaturen zu dir?«
    »Bei der Heiligen Mutter Von Kasan, ich drehe dir den Hals um, wenn du das noch einmal behauptest!« knurrte Boris Chruschtschenko. »Ich habe es nicht nötig, falsch zu spielen. Ich nehme es jederzeit allein mit euch kapitalistischen Imperialisten auf!«
    »An Tony Ballard bist du vorhin gescheitert.«
    »Er hatte Glück, das sagte ich schon.«
    Der CIA-Agent drückte dem Russen eine Waffe in die Hand. »Dann zeig mal, ob du diesmal wirklich auf unserer Seite stehst!«
    Wir eilten zu den Fenstern. Lawrence Hartford erwiderte als erster das Feuer.
    Auch Joan Fulton beteiligte sich an der Schießerei. Wir hatten sie nicht mitnehmen wollen, aber sie war von ihrem Entschluß nicht abzubringen gewesen.
    Mortimer Kulls Killerbienen hatten ihren Vater umgebracht, und sie wollte seinen Tod rächen. Wenn wir Los Angeles ohne sie verlassen hätten, wäre sie uns gefolgt. Das hätten wir nicht verhindern können. Deshalb ließen wir es zu, daß sie sich uns anschloß.
    Sie schien uns jetzt beweisen zu wollen, daß es kein Fehler gewesen war, sie mitzunehmen.
    Immer wieder mußten wir Deckung suchen, denn unsere Gegner ballerten aus allen Rohren.
    Ich richtete mich vorsichtig auf, sah schwarzes Leder im fahlen Mondlicht glänzen - und das gelbe Emblem, ein P und ein K, ineinander verschlungen.
    »Das sind Kulls Leute!« raunte ich Noel Bannister zu.
    »Die hat uns der Russe angeschleppt!« ärgerte sich der CIA-Agent. »Boris, du Holzkopf! Wie konntest du nur so unvorsichtig sein?«
    »Ich habe niemanden gesehen!« beteuerte der KGB-Mann.
    »Hat der Himmel dich mit Blindheit geschlagen?«
    »Es tut mir leid.«
    »Davon haben wir nichts. Schaff uns lieber diese schießwütigen Teufel vom Hals!«
    Der Russe erhob sich.
    Tab Pinsent hatte sehr viel gutzumachen. Er hatte für die Organisation des Schreckens gearbeitet und mitgeholfen, Cyril Fulton, Joans Vater, einen reichen, bekannten Zeitungsverleger, zu töten.
    Inzwischen bereute er, was er getan hatte, und er war ganz versessen darauf, uns das zu beweisen.
    »Wohin willst du?« fragte Noel Bannister den Russen.
    »Aufs Dach.«
    »Hier!« rief Noel und warf ihm eine Munitionsschachtel zu.
    Der KGB-Agent fing sie auf und eilte die morsche Treppe hinauf. Jede Stufe ächzte unter seinem Gewicht.
    Die Agenten der Organisation des Schreckens rückten näher. Es war schwierig, zu schätzen, wie viele es waren.
    Die Mündungsfeuer flammten mal hier, mal da auf. Die Gegner wechselten immer wieder blitzschnell ihre Position.
    Noel feuerte zweimal und ging wieder in Deckung. »Verdammt«, keuchte er. »Damit habe ich nicht gerechnet, daß sie uns bereits hier angreifen würden. Dies ist eine wichtige Vorentscheidung, Tony! Wenn wir jetzt scheitern, erreichen wir den Wüstenbunker nie. Kulls Männer werden uns skalpieren!«
    Die Hintertür flog krachend auf, und ein Mann tauchte mit ratternder Maschinenpistole auf.
    Ich drehte mich wie von der Natter gebissen um und drückte ab. Der Mann verschwand, das Rattern verstummte.
    Jetzt gab Boris Chruschtschenko auf dem Dach die ersten Schüsse ab.
    Es gab auch Fenster, die nicht besetzt waren, und durch diese versuchten die OdS-Leute in den Saloon zu gelangen.
    Wir hatten Mühe, sie draußen zu halten. Immer wieder versuchten sie es.
    »Meine Güte, das muß eine ganze Armee sein!« brüllte Noel Bannister.
    Plötzlich gellte ein schriller Mädchenschrei in meinen Ohren, und ich sah einen Mann, der in schwarzes Leder gekleidet war und sich mit einem Messer auf Joan Fulton stürzte.
    Sie bekam den Lauf ihrer Waffe nicht mehr schnell genug in seine Richtung.
    Tab Pinsent, ihr Ex-Verlobter, eilte ihr zur Hilfe und rettete ihr das Leben.
    Und plötzlich - wir dachten

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