Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
028 - Tod in der Gespenster-Villa

028 - Tod in der Gespenster-Villa

Titel: 028 - Tod in der Gespenster-Villa
Autoren: Larry Brent
Ads
flüsterte sie. »Es
gibt keine Crowdens mehr, und Sie können den Namen eines Mannes nicht wissen,
den ich in meinem Gedächtnis trage… Also sind es meine Gedanken, die die Bilder
erzeugen, - es ist mein Traum…«
    »Du täuschst dich, Sioban Coutrey.
Und du wirst deinen Irrtum auch bald erkennen. Du wirst mein Werkzeug werden,
ohne davon eine Ahnung zu haben.«
    »Niemals!«
    »Blick auf meine Hand… sieh genau
her…«
    Die junge Frau sah auf die Hand
und konnte im nächsten Moment ihren Blick nicht mehr von ihr wenden.
    Die schlanken, feinnervigen Finger
lösten sich von dem Metallbügel und beschrieben plötzlich seltsam kreisende
Bewegungen.
    »Siehst du meine Finger, Sioban Coutrey? Die Bewegungen, die ich mit ihnen
vollführe, gefallen dir so gut, daß du nicht mehr imstande bist, deinen Kopf zu
wenden und wegzusehen … Du bist sehr müde, Sioban… dir kommt dies alles vor wie
ein Traum… du glaubst zu schlafen… aber du schläfst nicht… ganz deutlich kannst
du meine Stimme hören. Sag mir, daß du mich verstehst…«
    »Ja, ich verstehe Sie«, antwortete
sie mechanisch.
    »Wunderbar. Alles, was ich dir
sage, wirst du behalten, aber du wirst mit niemand darüber sprechen. Bestätige
mir auch das.«
    »Ich werde mit niemand darüber
sprechen.«
    »Wir werden von nun an öfter
einander begegnen, Sioban, und du wirst mir berichten, was du so hörst, worüber
die Leute reden, und du wirst die Menschen beobachten, die sich nach einem Mann
namens Klaus Thorwald erkundigen… und nun wirst du mit mir kommen, damit wir
dein Versprechen besiegeln können. In meinem Haus… dort drüben auf den Klippen…
folge mir!«
    Er nahm seine Hand herab und ging
voraus.
    Sioban Coutrey folgte ihm auf den
Fersen.
    Kein einziges Mal kam ihr der
Gedanke, davonzulaufen, zu fliehen. Der hypnotische Auftrag saß tief in ihr.
    Sie gingen auf der Landzunge etwa
zweihundert Meter zurück. Dann kam die Abzweigung nach beiden Richtungen.
    Lord Crowden hielt sich links und
ging zwischen den Felsen den Pfad, der zum Crowden- House führte.
    Dort angekommen, wartete er auf
die junge Irin, die ihm wie ein Hund folgte.
    »Komm nur näher, mein Täubchen. Du
brauchst keine Angst zu haben…. es wird dir nichts geschehen, noch nicht.
Solange ich dich brauche, wirst du am Leben sein… Noch ist es so, daß ich nur
stundenweise hier sein kann… Aber das wird sich bald ändern… auch du kannst
dazu beitragen, daß ins Haus der Crowdens wieder Leben einzieht…«
    Er stieß die Tür nach innen und
öffnete sie weit.
    Modriger Geruch schlug ihr
entgegen, und die Dunkelheit im Innern des verrufenen Hauses schien zu
pulsieren, als ob ein riesiges, unsichtbares Herz darin schlage…
    Sioban Coutrey zögerte nicht,
ihren Fuß über die Schwelle zu setzen. In der Hypnose wurde ihr dieser Schritt,
den sie damit tat, nicht bewußt.
    Sie faßte mit der Hand den
Türrahmen und ritzte sich dabei an einem Nagel, der dahinter aus dem Balken
ragte, die Kuppe des Zeigefingers.
    Sie spürte keinen Schmerz und
reagierte nicht auf die Verletzung.
    Sioban Coutrey trat vollends ein
ins Dunkel.
    Dann schloß sich die Tür hinter
ihr, alle Geräusche von draußen brachen abrupt ab und konnten die Wände, die
mit Läden verschlossenen Fenster und Türen merkwürdigerweise nicht
durchdringen…
     
    ●
     
    Nur einige Meilen von diesem Ort
entfernt, in einem alten, abseits stehenden Haus des Nachbardorfes, hielten
sich zwei Männer auf.
    Larry Brent alias X-RAY-3 und sein
Freund und Kollege Iwan Kunaritschew alias X-RAY-7 befanden sich im Haus eines
Mannes namens Fred McPherson.
    Seit heute abend wußten sie, daß
McPherson schon ein paar Tage tot war, daß er identisch war mit der Leiche, die
man verbrannt auf einem nur wenige hundert Meter entfernten Acker gefunden
hatte. Und doch hatte ein Fred McPherson unerkannt weiter in dieser Zeit in
diesem Haus gelebt.
    »Ich habe schon viel erlebt,
Towarischtsch«, sagte der Russe. »Als PSA-Agent wird man mit manchem
konfrontiert, das man eigentlich nicht glauben will.«
    Er warf zum x-tenmal einen Blick
durch das weitgeöffnete Fenster in den Garten. Die Bilder blieben die gleichen.
Da stand nach wie vor ein weißer Porsche mit schwarzem Schiebedach und auf der
Kühlerhaube lag eine tote Katze mit leeren Augenhöhlen.
    Der Wagen gehörte dem PSA-Kollegen
Klaus Thorwald alias X-RAY-5. Der Deutsche war beauftragt, hinter das Geheimnis
der Crowdens zu kommen. Es war ihm gelungen, ebenfalls an der Küste ein altes
Haus

Weitere Kostenlose Bücher

Die Pfeiler des Glaubens
Die Pfeiler des Glaubens von Ildefonso Falcones
Alantua
Alantua von J. T. Bernett
Kraft des Bösen
Kraft des Bösen von Dan Simmons