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028 - Tod in der Gespenster-Villa

028 - Tod in der Gespenster-Villa

Titel: 028 - Tod in der Gespenster-Villa
Autoren: Larry Brent
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Spinnen, Mäuse und Ratten… Überall waren
sie. Besonders die Ratten legten dabei eine Frechheit an den Tag, die ihn zur
größten Aufmerksamkeit zwang und veranlaßte, daß er seine Smith & Wesson
Laser entsicherte. Einige Male kamen ihm die ausgemergelten Nager so nahe, daß
er sie erschoß.
    Ihre Artgenossen stürzten sich
pfeifend auf sie und verspeisten sie.
    Das Krachen der Knochen erfüllte
die Dunkelheit, die nur von dem Lichtkegel der Lampe unterbrochen wurde.
    Bizarre Schatten wuchsen an den
feuchten Wänden empor, Ratten, dann Latten und Balken, die aus dem Verputz oder
der Decke ragten.
    Larry Brent warf in jeden Raum
einen Blick.
    Verdächtiges fand er nicht.
    Er ging auch auf die rückwärtige
Terrasse. In der Doppeltür befanden sich noch Reste eines trüben Glases. Die
Läden waren von innen eingehängt. X-RAY-3 hob die Haken und stieß die beiden
Flügel nach draußen.
    Der Garten der Crowdens lag vor
ihm. Ein unheimlicher Garten, wie er zu den rätselhaften Menschen dieser
Familie paßte, von der man nicht mal wußte, ob sie noch existierte.
    Der Mann mit den Mordaugen hatte
Brent gegenüber jedoch angedeutet, daß es überall auf der Welt noch Crowdens
gab. Sie traten nicht mehr unter diesem Namen auf, waren Nachkommen, lebten
versteckt und getarnt überall, und es schien, als würden sie nur auf ein
bestimmtes Signal warten, um sich zu sammeln und zu vereinigen.
    Kündigte dieses Signal sich an?
    Waren die Ereignisse, mit denen
Klaus Thorwald und auch sie konfrontiert worden waren, erste Anzeichen dafür?
    Fast war er versucht, dies
anzunehmen…
    Der Garten bestand aus klobigen
Steinen und dornigem Gebüsch, das hier ein kärgliches Dasein fristete.
    Der Garten war gleichzeitig auch
Friedhof der Crowdens.
    Larry stieg über die niedrige,
verwitterte Steinbalustrade hinweg. Auf dem harten, glatten Untergrund hörte
man das Geräusch, das seine Absätze verursachten.
    Schwarz und bizarr ragten uralte,
verwitterte Grabsteine aus dem Boden. Die Namen darauf, einst in Goldschrift
oder tief eingemeißelt, waren längst verwittert. In die eingekerbten Buchstaben
hatte sich zentimeterdick der Staub gesetzt, der im Lauf von Jahrzehnten
steinhart geworden war.
    Was sofort auffiel: Nirgends gab
es ein Grabkreuz, weder aus Holz noch aus Stein, nicht mal eine Abbildung davon
auf den Steinen oder Grabplatten, die die einzelnen Grüfte verschlossen. Ganze
Generationen waren hier bestattet. Und nicht nur die Crowdens, die in diesem
Haus bis zuletzt gelebt hatten. Es hatte sich herausgestellt, daß Angehörige
der Familie aus der weiten Welt hierher in das einsame Landhaus auf den Klippen
an der Westküste Irlands zurückgekehrt waren, um hier ihre letzte Ruhe zu
finden…
    Letzte Ruhe?
    Konnte man wirklich davon
sprechen, wenn es um die Crowdens ging? Hatte auch nur einer von ihnen wirklich
die letzte Ruhe gefunden? Waren sie nicht vielmehr ruhelose Geister, die aus
dem Jenseits noch ihre Schatten warfen und ihre Einflüsse geltend machten? Das
Ziel der Crowdens war es stets gewesen, anderen Unheil zu bringen, andere ins
Verderben zu ziehen … Sie hatten das Tor in höllische Gefilde aufgestoßen, und
der Odem des Jenseits war in dieses Haus gedrungen… Er war ständig zu fühlen.
    Die okkulten und schwarzmagischen
Aktivitäten in diesem Haus hatten Dinge in Bewegung gesetzt, die ein
Normalsterblicher nicht glauben konnte.
    Die Crowdens waren dämonisiert,
durch die Strahlen einer Sonne, die ihnen die Augen ausbrannte und zu
menschlichen Ungeheuern machte.
    Dies alles wußte man. Aber es war
nur ein Bruchteil dessen, was bekannt war. Die Spitze eines Eisberges war
sichtbar geworden, und die PSA-Agenten hatten die Aufgabe bekommen, noch mehr
herauszufinden, um einer Gefahr Herr zu werden, die sich täglich überall auf
der Welt manifestieren konnte.
    X-RAY-3 war allein auf dem großen
Friedhof, auf dem es nirgends ein christliches Symbol gab.
    Ein Totenacker…
    Unwillkürlich mußte er daran
denken, ob alle Crowdens, die in diesen Gräbern lagen, nur deshalb gekommen
waren, um vielleicht eines Tages durch die Strahlen der schwarzen Dämonensonne
wiedererweckt zu werden, um als Untote, Widergänger, vampirische Nachtwesen ihr
weiteres Dasein zu fristen.
    Ein Geräusch unter ihm ließ ihn
zusammenfahren…
     
    ●
     
    Das kam unter der Grabplatte her.
    Im ersten Moment meinte X-RAY-3,
sich getäuscht zu haben.
    Aber das Geräusch blieb.
    Es raschelte und kratzte, als ob
jemand versuchte, die Platte

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