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ROMANA EXKLUSIV Band 0173

ROMANA EXKLUSIV Band 0173

Titel: ROMANA EXKLUSIV Band 0173
Autoren: Robyn Donald , CHARLOTTE LAMB , DAY LECLAIRE
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1. KAPITEL
    „Anna. Anna, wach auf.“
    „Nein … Nicht …“, wollte sie sagen, doch es kam nur ein leises Stöhnen über ihre Lippen.
    „Mach die Augen auf, Liebes. Sieh mich an.“
    Die Stimme klang energisch. Es schwang allerdings eine tiefere, stärkere Emotion darin mit. Furcht? Sie wollte nicht gehorchen, wollte lieber in die wohltuende Ohnmacht zurücksinken, aber er erlaubte es nicht.
    „Anna!“
    Sie versuchte, den Kopf zu schütteln. Der sofort einsetzende heftige Schmerz hinderte sie daran, und sie lag wieder still. „Chris …“ Mehr brachte sie nicht heraus, ohne recht zu wissen, warum sie diesen Namen nannte. Weil jedoch das bloße Sprechen ihr wie ein Triumph erschien, wiederholte sie ihn. „Chris.“ Sie schlug die Augen auf.
    Er beugte sich über sie und raubte ihr die Sicht auf ihre Umgebung. Sie nahm ihn nur als verschwommenen Umriss wahr. „Wer ist Chris?“, fragte er scharf.
    Sie konnte nicht antworten … wollte nicht antworten. Das Pochen wurde stärker, der Schmerz in ihrem Kopf verdrängte jeden klaren Gedanken. Unsicher hob sie die Hand, um nach der Ursache dieser Qualen zu forschen. Er hielt sie jedoch zurück, umfasste ihre Finger und drückte sie zärtlich.
    „Nicht“, warnte er. „Du hast dir den Kopf verletzt. Er ist bandagiert. Sonst ist alles in Ordnung. Du bist jetzt in Sicherheit.“
    Fragen stürmten auf sie ein, entglitten ihr wieder und verschwanden in dem dichten Nebel, der ihr Erinnerungsvermögen umhüllte, ehe sie die richtigen Worte fand, sie zu formulieren. Nur eine blieb lange genug in ihrem Gedächtnis haften, um sie zu beschäftigen. Mühsam richtete sie sich ein wenig auf und bemühte sich, den Mann deutlicher zu sehen.
    „Wer sind Sie?“ Erschöpft von dieser Anstrengung schloss sie erneut die Lider.
    „Ich bin’s, Sebastian.“ Es war ihm anzumerken, dass er seine Gefühle nur mühsam unter Kontrolle hatte. „Dein Ehemann.“
    Vergeblich versuchte sie, Kraft für eine Antwort zu sammeln. Seufzend gab sie schließlich den Kampf auf, der Protest erstarb auf ihren Lippen … Ich habe keinen Ehemann.

    Als sie das nächste Mal aufwachte, war sie allein. Sie lag in einem Krankenhausbett. Diesmal hielt sie niemand zurück, als sie die Hand hob und den dicken Verband um ihren Kopf betastete. Sie war verletzt … aber wodurch? Sie konnte sich nicht erinnern.
    Sie wollte sich nicht erinnern.
    Sie ließ die Hand sinken. Plötzlich hielt sie mitten in der Bewegung inne, als ihr ein Gedanke in den Sinn kam. Eine drängende Stimme rief nach ihr. Anna! Und dann eine emotionsgeladene, leise Antwort. Ich bin’s, Sebastian. Dein Ehemann.
    Sie zuckte zusammen. Nein. Das konnte nicht stimmen. Sie war nicht verheiratet. Kein Ring schmückte ihren Finger, nicht einmal ein blasses Mal deutete darauf hin, dass sie einen Ehering getragen hatte. Oder doch?
    Für den Bruchteil einer Sekunde flammte vor ihrem inneren Auge ein Bild auf. Sie erinnerte sich an einen gewaltigen Donnerschlag. Ein greller Blitz fiel auf ein Paar Ringe. Sie flogen hoch durch die Luft. Die funkelnden Diamanten in der Platinfassung fingen das kalte weiße Licht ein, während sie davonrollten.
    Sie fühlte sich unbehaglich. Sie musste fort. Diese Erkenntnis war eine unumstößliche Tatsache. Sie musste gehen, bevor … bevor … Bevor was? Die Erinnerung entschwebte wie eine Seifenblase, leuchtete auf, näherte sich, verlosch …

    Als sie erneut das Bewusstsein wiedererlangte, war der Schmerz verflogen. Sie fühlte sich schon viel stärker. Vorsichtig schaute sie sich um. Gardinen ließen nur gedämpftes Sonnenlicht in den Raum und tauchten alles in einen goldenen Schimmer. Blumen standen auf der Kommode, Papier raschelte leise. Sie drehte den Kopf in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war.
    Und dann sah sie ihn.
    Er saß auf einem Stuhl neben ihr und studierte das Wall Street Journal. Vage erinnerte sie sich, dass er auch dabei gewesen war, als sie ins Hospital eingeliefert wurde. Er hatte mit ihr gesprochen und ihr seinen Namen genannt. Sie biss sich auf die Lippe, während sie fieberhaft überlegte. Sein Name war ihr entfallen.
    Neugierig musterte sie ihn. Dichtes schwarzes Haar lockte sich widerspenstig über einem markanten Gesicht – einem Gesicht, das an Sonne und Meeresluft gewöhnt war. Eine beinahe unsichtbare Narbe zog sich von seinem rechten Auge bis zum Mundwinkel und zerstörte den ansonsten perfekten Ausdruck seiner Züge.
    Sie runzelte die Stirn. Nein. Zerstören war nicht

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