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Selbststaendigkeit wagen (TaschenGuide)

Selbststaendigkeit wagen (TaschenGuide)

Titel: Selbststaendigkeit wagen (TaschenGuide)
Autoren: Joachim S. Tanski , Andreas Schreier , Steffen Thoma , Axel Singler
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auf. Dabei gibt es eine Reihe von Möglichkeiten der Finanzierung, so dass Sie eine Übernahme nicht von vornherein wegen der Kosten ausschließen sollten. Als ein Beispiel sei hier die Übernahme durch Rentenzahlung genannt.
    Ein Firmenkauf kann Ihnen folgende Vorteile bieten:
Nutzung des vorhandenen Kundenstamms
bestehender guter Kontakt zu Zulieferern
bestehendes Produktprogramm
Wegfall der Anlaufkosten
    Mögliche Nachteile können dagegen sein:
ein hoher Kaufpreis,
ein veralteter Maschinenpark und daraus folgende hohe Finanzierungskosten,
die Kontakte zu Kunden und Lieferanten wurden ausschließlich vom ehemaligen Besitzer gepflegt.
    Besonderen Wert sollten Sie auf die Vertragsgestaltung sowie auf die Ermittlung des Kaufpreises legen. Diese Fragen klären Sie am besten zusammen mit einem neutralen Berater.
Die Beteiligung – in ein Unternehmen einsteigen
    Für die Beteiligung gelten grundsätzlich die gleichen Aussagen wie für eine Übernahme. Hinzu kommt aber, dass Sie hier mit einem Partner zusammenarbeiten. Beachten Sie daher die im Kapitel „Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen“beschriebenen Faktoren. Das Ausmaß Ihrer Einflussmöglichkeit innerhalb des Unternehmens lässt sich in weiten Grenzen verhandeln und vertraglich regeln.
Das Franchising
    Beim Franchising vertreiben Sie (der Franchise-Nehmer) als selbstständiger Unternehmer mit eigenem Kapitaleinsatz Waren oder Dienstleistungen eines Franchise-Gebers unter einem einheitlichen Marketingkonzept. In Deutschland bieten mehr als 900 Franchise-Geber quer durch alle Branchen ihre Konzepte an. Als Beispiele seien Tchibo und Portas genannt. Das Franchising ist eine interessante Alternative, die eine Reihe von Vorteilen besitzt. Sie starten mit einer bekannten Marke und müssen sich nicht um Produktentwicklung, Werbung und Logistik kümmern. Sie profitieren von den technischen und kaufmännischen Erfahrungen sowie vom Marketingkonzept des Franchise-Gebers und haben so im Allgemeinen Ihr spezifisches Fachwissen viel früher erworben als bei unbegleiteter Gründung. Der Nachteil besteht in einer Beschränkung Ihrer unternehmerischen Freiheiten. Auch gibt es beim Franchising so manches schwarze Schaf. Daher sollten Sie das Konzept und die Verträge genau prüfen. Hierbei hilft Ihnen zum Beispiel der „Deutscher Franchise-Verband e. V.“, Berlin (siehe Abschnitt „Nützliche Adressen“).
    Wichtig
    Unterschätzen Sie auch beim Franchising nicht den Bedarf an Eigenmitteln für Ihren Einstieg und zur Überbrückung von anfänglichen finanziellen Engpässen.

Was Sie bei der Wahl der Rechtsform beachten sollten
    Was beeinflusst Ihre Entscheidung?
    Wie im vorangegangenen Kapitel erläutert, gilt es für Sie, zuerst die Entscheidungskriterien aufzustellen und zu gewichten. Dies ist nicht einfach, da die Rechtsformwahl eine langfristige Entscheidung mit steuerlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen ist. Es wird aufgrund der vielen – teilweise gegenläufigen – Einflussfaktoren nicht möglich sein, eine ideale Lösung zu finden, denn jede Rechtsform wird an irgendeinem Punkt auch Nachteile mit sich bringen. Die Einflussfaktoren sind von Gründung zu Gründung verschieden, folgende Kriterien sind jedoch in den meisten Fällen von Bedeutung:
Haftung
Leitungsbefugnis
Gewinn- und Verlustbeteiligung
Finanzierungsmöglichkeiten
Steuerbelastung
externe Rechnungslegung
Möglichkeit zur Vertragsänderung
Mitbestimmung der Arbeitnehmer
Gründungskosten (Aufwendungen für die Rechtsform)
Name des Unternehmens (Firma)
Haftung
    Grundsätzlich besteht eine unbeschränkte gesamtschuldnerische Haftung nur bei Einzelkaufleuten und Personengesellschaften. Dies heißt, dass bei diesen Rechtsformen jeder Gesellschafter mit seinem gesamten Privatvermögen haftet. Da aber in der Praxis Kredite an kleinere Kapitalgesellschaften nur gegen Absicherungen durch das Privatvermögen der Gesellschafter gewährt werden, dehnt sich häufig auch bei Kapitalgesellschaften die Haftung auf das Privatvermögen des Gesellschafters aus.
Leitungsbefugnis
    Je nach Rechtsform sind Sie mehr oder weniger stark an der Unternehmensführung beteiligt. So sind Sie bei den Personengesellschaften regelmäßig in die Führung des Unternehmens eingebunden, während Sie bei Kapitalgesellschaften die Führung auf Geschäftsführer übertragen können. Es kommt bei der Entscheidung auch darauf an, welche Kontrollmöglichkeiten Sie brauchen und welchen Einfluss Sie gegenüber Ihren

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