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PR TB 142 Sie Kamen Von Kendarkos

PR TB 142 Sie Kamen Von Kendarkos

Titel: PR TB 142 Sie Kamen Von Kendarkos
Autoren: Perry Rhodan
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1.
    Barrakas hatte in seinem ganzen Leben nie etwas anderes getan als
mit seinem Raumschiff die bewohnten Sonnensysteme des
Kugelsternhaufens M-13 abzuklappern und mit den Eingeborenen Handel
zu treiben. Er hätte sich auch kein anderes Leben vorstellen
können. Sein Schiff war seine Heimat, und er lebte mit seiner
ganzen Familie darin.
    Man konnte ihn als einen der Urahnen der erst später
auftauchenden Springer und Galaktischen Händler bezeichnen, aber
das wusste Barrakas natürlich nicht. Zu jener Zeit, etwa
neuntausend Jahre vor der terranischen Zeitrechnung, wusste das
niemand.
    Barrakas hatte eine gedrungene und stämmige Figur, feuerrote
Haare, die ihm fast bis zur Gürtellinie reichten, einen dichten
Vollbart und unternehmungslustig blinzelnde Augen. Er trug weite
Hosen und weiche Lederstiefel. Eine Jacke zog er nur dann an, wenn er
das Schiff verließ, und das wiederum tat er nur dann, wenn er
seinenjeweiligen Geschäftspartner nicht dazu bewegen konnte, ihn
in seiner Kabine aufzusuchen.
    Seine Frau war mindestens so kräftig gebaut wie er und für
das Leben, das sie gemeinsam führten, wie geschaffen. Es gab
sogar Besatzungsmitglieder, die behaupteten, eigentlich sei Ibarga
der Kommandant des Schiffes und das Oberhaupt der Sippe. Das durfte
Barrakas natürlich nicht zu Ohren kommen.
    Das Schiff, die RAKAS, war zweihundert Meter lang und glich einer
vorn abgerundeten Walze. Der Antrieb
    arbeitete nach dem Prinzip der Transition und konnte somit große
Entfernungen in geringer Zeit zurücklegen.
    Als sie sich dem Kolonialplaneten Kendarkos II näherten, etwa
viertausend Lichtjahre von Arkon entfernt, übernahm Barrakas’
ältester Sohn Broda die Führung des Schiffes. Noch eine
Transition lag vor ihnen, dann hatten sie ihr vorläufiges Ziel
erreicht.
    Ibarga empfing ihren Herrn und Gebieter nicht gerade freundlich.
    »Ich möchte wissen, was du auf Kendarkos zu suchen
hast. Du scheinst zu vergessen, daß wir dort schon einmal
reingefallen sind. Sie haben uns eine volle Ladung Brunkas
beschlagnahmt, außerdem mussten wir noch Strafe zahlen.«
    »Heute haben wir keine Brunkas geladen«, knurrte
Barrakas und warf sich in den riesigen Sessel, in dem er fast
verschwand. »Unsere Ladung ist legal. Und wenn sie den ganzen
Kahn auf den Kopf stellen, sie werden nichts finden, nicht einmal in
den Geheimlagern. Ich habe immer eine gute Nase gehabt, Ibarga, also
rege dich nicht unnötig auf. Mein Instinkt sagt mir, daß
wir ein gutes Geschäft machen werden.«
    »So, womit denn?« Sie zeigte ihm ihre nicht gerade
kleine Faust. »Wenn wieder ein Weibsbild dahintersteckt, kannst
du einiges erleben.«
    »Ideen hast du manchmal!« murmelte er und zog sich
noch weiter in die Polster zurück. »Als ob ich für
solchen Unsinn Zeit hätte! Du reichst mir voll und ganz.«

    Sie warf ihm einen fragenden Blick zu und schien nicht zu wissen,
was sie mit der Bemerkung anfangen sollte.
    »Wirst du wieder die Nacht mit diesem versoffenen
Kommandanten des Hafenstützpunkts verbringen?« fragte sie.
    »Das gehört zum Geschäft, meine Liebe, und es ist
alles andere als ein Vergnügen. Oder meinst du, ich wollte den
ganzen Verdienst den Zollbehörden in den Rachen werfen? Da sind
ein paar Krüge Wein billiger. Im übrigen ...«, sein
Tonfall wurde eine Spur ungeduldiger, » ... möchte ich
dich bitten, die Geschäfte mir zu überlassen. Davon
verstehst duja doch nichts.«
    Einen Augenblick lang sah es so aus, als wolle sie ihm den
nächsten erreichbaren Gegenstand an den Kopf werfen, aber dann
nickte sie nur.
    »Na gut, das werde ich tun, aber du kannst dich darauf
verlassen, daß ich einen Nachmittag in Kendarkos-City bummeln
gehe. Und dafür brauche ich das nötige Kleingeld.«
    »Kannst du haben«, sagte er mit Erleichterung. »Und
nimm Broda mit. Wir brauchen neue Vorräte und eine Kiste mit
Werkzeugen. Der Junge weiß Bescheid.«
    Die Unterhaltung wurde friedlicher, und dann verkündeten
Grunztöne, daß Barrakas eingeschlafen war.
    Ibarga betrachtete ihn noch eine Weile, ehe sie die gemeinsame
Wohnkabine verließ und sich um die beiden Töchter
kümmerte, die der Landung aufgeregt entgegensahen, obwohl kaum
die Aussicht bestand, daß sie diesmal »Landurlaub«
erhielten.
    Die RAKAS ging in die Transition, um die letzten Lichtjahre im
entmaterialisierten Zustand zurückzulegen. Jeder im Schiff
verspürte den kurzen und heftigen Entzerrungsschmerz, und dann
war alles schon wieder vorbei.
    Vor ihnen, groß und gelb, stand die Sonne

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