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Pakt des Bosen

Titel: Pakt des Bosen
Autoren: Gerling V S
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„So steht es mit euch. Nun bekommt ihr es zu fühlen. Und lasst euch gesagt sein, dass die Ungläubigen dereinst die Strafe des Höllenfeuers zu erwarten haben.“
    Koran, Sure 8 (14)
    â€žUnd macht euch auf eine Prüfung gefasst, die keineswegs ausschließlich diejenigen von euch treffen wird, die freveln! Ihr müsst wissen, dass Allah schwere Strafen verhängt.“
    Koran, Sure 8 (25)
    â€žDas Paradies, das den Gottesfürchtigen versprochen ist, ist so beschaffen: In seinen Niederungen fließen Bäche. Und es hat andauernd Früchte und Schatten. Das ist der Lohn derer, die gottesfürchtig sind. Das letzte Ziel der Ungläubigen aber ist das Höllenfeuer.“
    Koran, Sure 13 (35)
    â€žSo spricht Gott, der Herr: Siehe, es kommt ein Unglück über das andere! Das Ende kommt, es kommt das Ende, es ist erwacht über dich; siehe, es kommt! Es geht schon an und bricht herein über dich, du Bewohner des Landes. Die Zeit kommt, der Tag des Jammers ist nahe, an dem kein Singen mehr auf den Bergen sein wird. Nun will ich bald meinen Grimm über dich schütten und meinen Zorn an dir vollenden und will dich richten, wie du verdient hast, und alle deine Gräuel über dich bringen.“
    Bibel, Hesekiel Kapitel 7
    â€žJe weiter wir in die Vergangenheit blicken, desto weiter schauen wir wahrscheinlich in die Zukunft.“
    Winston Churchill, britischer Staatsmann (1874-1965)
    Geschichte wiederholt sich. Immer und immer wieder. Fast scheint es, als würde sie so versuchen, uns zu lehren, zu warnen. Der erste überlieferte Krieg fand etwa 2700 vor Christus statt. Die Sumerer kämpften gegen die Elamiter. Die Sumerer lebten im heutigen Irak und die Elamiter im heutigen Iran. Wahrscheinlich gab es schon viel früher kriegerische Auseinandersetzungen, aber wir werden es kaum erfahren – die Schrift war noch nicht erfunden.
    Wir leben in Mustern. Diese Muster wiederholen wir. Immer und immer wieder. Der Mensch war schon immer eine kriegerische Spezies. Angetrieben von Hunger und Neugier erschloss sie sich neue, größere Territorien. Aus einem Jäger und Sammler wurde ein Eroberer. Aus Hunger wurde Machthunger, aus Neugier die schlichte Gier. Zwei Dinge unterscheiden den Menschen von allen anderen Lebewesen auf diesem Planeten: Zum einen ist sich der Mensch seiner Existenz und deren Endlichkeit bewusst. Die Konsequenz daraus ist der zweite Unterschied: Kein anderes Lebewesen tötet aus so niederen Gründen wie der Mensch: Neid, Gier, Zorn oder Machthunger. Der Mensch weiß um seine eigene Vergänglichkeit. Also will er alles – jetzt.
    Was sagt es über unsere Spezies aus, dass aus Liebe sehr schnell Hass werden kann, aus Hass aber niemals Liebe?

Prolog
Istanbul, 12. Mai 2010, 20.25 Uhr
    Es war angenehm warm an diesem Abend. Die Temperatur lag bei 27 Grad Celsius. Die Insassen der Limousine freilich spürten von der Wärme nichts, da die Klimaanlage auf Hochtouren lief. Da sich wie immer einige Millionen Autos auf den Straßen Istanbuls bewegten, quälte sich das Fahrzeug durch den allseits zäh fließenden Verkehr.
    Ihr Ziel war das alte, im Süden der europäischen Seite gelegene Stadtzentrum mit den Stadtteilen Eminönü und Fatih. Ihr Gastgeber hatte dort in einer kleinen Gasse ein Restaurant entdeckt, das er ihnen unbedingt vorstellen wollte. Heinrich Müller seufzte. Ihr Gastgeber ließ sich immer wieder neue Torheiten einfallen, in dem festen Glauben, die anderen damit begeistern zu können. Natürlich taten alle so, als wären sie begeistert, nur um ihn nicht zu verärgern. Sie wussten, was dann passieren konnte. Und da sie das wussten, würden sie auch in Zukunft Begeisterung vorgaukeln, selbst wenn der nächste Einfall eine Besprechung in einem Holzfass wäre, das die Niagarafälle hinunter stürzt.
    Heinrich Müller versuchte, die eisige Brise, die ihm aus den Luftschlitzen entgegenströmte, in eine andere Richtung zu leiten, indem er die Lamellen verstellte. Als es ihm gelang, protestierte sein Nachbar, Jewgeni Kaschlenko, der jetzt an seiner Stelle die kühle Luft ins Gesicht bekam. Müller murmelte eine Entschuldigung und hantierte wieder an den Lamellen. Kaschlenko brummte zufrieden.
    Was für ein unangenehmer Mensch, dachte Müller. Denkt, nur weil er über ein paar Millionen Dollar mehr verfügt als ich, kann er sich aufführen wie ein Zar. Scheiß Russe! Und

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