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Pakt des Bosen

Titel: Pakt des Bosen
Autoren: Gerling V S
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überhaupt, was macht der schon großartig? Bohrt nach Öl. Das kann doch jeder Idiot! Ich stelle in meinen Fabriken wenigstens etwas her!
    Heinrich Müller war einer der weltweit führenden Lieferanten von gepanzerten Fahrzeugen. Der Grund, weshalb er und Kaschlenko zu diesem Treffen mit dem Türken gereist waren, war einfach zu erklären: Weder er noch der Russe standen auf der Fahndungsliste irgendeiner Behörde.
    Eine halbe Stunde später erreichten sie ihr Ziel. Müller stieg aus dem Fahrzeug und die Luft erwärmte ihn sofort. Kaschlenko stieg ebenfalls aus und sah sich misstrauisch um. Dann sah er Müller an und zwinkerte ihm zu. Müller lächelte schwach und gemeinsam folgten sie dem Fahrer, der sie zu diesem außergewöhnlichen Restaurant führen sollte.
    Ihr Gastgeber, Özgür Karabey, erwartete sie bereits voller Ungeduld. Zum einen, weil er großen Hunger hatte, zum anderen wegen der guten Nachrichten, die er verkünden konnte. Er stand auf und ging seinen Geschäftspartnern entgegen. Mit seiner Körpergröße von eins sechzig und einem Gewicht von etwa hundertdreißig Kilo erinnerte er Müller an eine überdimensionale Bowlingkugel.
    â€žMeine lieben Freunde. Willkommen!“, grölte er durch das kleine Lokal. Da sie allerdings die einzigen Gäste waren, störte sich niemand daran. Karabey hatte das gesamte Restaurant für den heutigen Tag gemietet. Müller registrierte die Schweißflecken auf dem Hemd des Türken und sah wahre Sturzbäche von seinem kahlen Schädel hinunterlaufen. Ihm graute vor der nun folgenden Umarmung, er ließ sie aber über sich ergehen. Vor einigen Monaten war Müller Zeuge eines Wutausbruchs Karabeys geworden. Dieser hatte sich von einem Geschäftspartner beleidigt gefühlt, und als der sich nicht entschuldigen wollte, hatte ihm der Türke mit einem Stuhl kurzerhand den Schädel eingeschlagen. Nein, Müller würde ihn umarmen, selbst wenn Karabey blutbesudelt auf ihn zugewankt käme.
    Auch Kaschlenko ließ die Umarmung über sich ergehen, er hatte mit einer solchen Art der Begrüßung allerdings auch mehr Erfahrung.
    â€žSetzt euch, setzt euch“, schnaufte der Türke und ließ sich auf die Bank fallen, die daraufhin verdächtig knirschte. Die beiden setzten sich vorsichtig.
    â€žIch habe gute Nachrichten“, verkündete Karabey, verstummte aber gleich wieder, da ein Kellner an ihren Tisch kam. Karabey bellte den Kellner auf Türkisch an, der sich in rasender Geschwindigkeit Notizen machte. Müller hoffte für ihn, dass er nichts vergaß. Der Kellner verschwand und Karabey beugte sich schwerfällig vor. Erneut stöhnte die Bank gequält auf.
    â€žEs kann losgehen! Ich habe den Sprengstoff“, sagte er mit stolzem Lächeln. „Und ich habe die Leichen!“

Erstes Buch
    â€žWer seine Freiheit für die Sicherheit aufgibt,
    hat weder das eine noch das andere verdient.“
    Benjamin Franklin, amerikanischer Staatsmann (1706-1790)

1
Berlin, 14. Juni, 08.45 Uhr
    Bundeskanzler Jan Philip Gerling frühstückte einmal pro Woche mit seinen wichtigsten Ministern. Er hatte mit diesem Ritual nach seiner Amtseinführung vor neun Monaten begonnen und es bewährte sich. In dieser halbwegs lockeren Atmosphäre besprachen sie alle wichtigen Dinge und trafen entsprechende Entscheidungen. War ein Minister wegen einer Dienstreise oder aus einem anderen Grund verhindert, nahm dessen Stellvertreter an dem Treffen teil.
    Heute waren fast alle Minister selbst anwesend, nur der Gesundheitsminister hatte sich verspätet. Eines der Themen war der anstehende Weltklimagipfel in Oslo. Ein anderes Thema der Bundeswehreinsatz in Afghanistan.
Berlin, 14. Juni, 08.58 Uhr
    Der Lieferwagen mit einem bekannten Logo fuhr langsam die Ebertstraße entlang. Dann blieb er stehen. Links von ihm befand sich das neue Holocaust-Mahnmal.
Paris, 14. Juni, 08.58 Uhr
    In Paris fuhr ein identischer Lieferwagen die Avenue du Franklin Delano Roosevelt entlang und bog dann links ab in die Avenue du Général Eisenhower. Dort blieb er stehen, rechter Hand befand sich das Grand Palais.
London, 14. Juni, 07.59 Uhr
    In London hielt ein Lieferwagen in der Straße Tower Hill. Rechts befanden sich Parkplätze für die Touristenbusse, links stand der berühmte Tower of London.
Madrid, 14. Juni, 08.59 Uhr
    In der spanischen Hauptstadt kam ein Lieferwagen auf der

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