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Macabros 110: Kampf in der Alptraumstadt

Macabros 110: Kampf in der Alptraumstadt

Titel: Macabros 110: Kampf in der Alptraumstadt
Autoren: Dan Shocker
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Sarah Ferguson war allein zu Hause.
    Der Wind strich heulend um die alte Villa, im Park ertönte
der Schrei eines Käuzchens.
    Im Kamin prasselten die Flammen.
    Die rotblonde Frau hatte die Beine von sich gestreckt, saß
neben der Stehlampe und las in einem Buch. Hin und wieder griff sie
in die Konfektschale, die auf einem kleinen Beistelltisch stand.
    Das Ticken der Uhr, das Rascheln des Seidenpapiers und das
Knistern der brennenden Scheite im Kamin waren wohltuende
Geräusche. Und es waren die einzigen.
    Dunkel schlug die wertvolle alte Standuhr die halbe Stunde. Das
Geräusch pflanzte sich im ganzen Haus fort, in dem sich
außer der siebenunddreißigjährigen ehemaligen
PanAm-Stewardeß sonst kein Mensch aufhielt.
    Sarah Ferguson wartete auf ihren Mann.
    Jack hatte gegen zweiundzwanzig Uhr angerufen und ihr mitgeteilt,
daß er noch vor Mitternacht zu Hause sein würde.
Mitternacht war in einer halben Stunde. Er mußte jeden
Augenblick eintreffen.
    Draußen im Flur knarrten die Dielen.
    Sarah Ferguson fuhr zusammen wie unter einem Peitschenschlag.
    »Jake?« fragte sie irritiert.
    War er schon gekommen? Sie hatte den Wagen nicht vorfahren
hören, nicht vernommen, wie die Tür geöffnet
wurde…
    Wieder Stille, bis auf die vertrauten Geräusche.
    Sarah Ferguson war keine ängstliche Frau. Sie war
überzeugt, daß sie sich getäuscht hatte, seufzte,
beugte sich nach vorn und griff mit spitzen Fingern eine Praline aus
der Schale. Die Fingernägel waren lang und gepflegt und mit
einem rot-silbernen Lack gefärbt.
    Da fiel plötzlich der Schatten von hinten über
sie…
    Sarah Ferguson lief es eiskalt über den Rücken, ihre
Nackenhaare sträubten sich.
    »Wenn Sie Ihren Mann lebend wiedersehen wollen«, sagte
die Stimme hinter ihr, noch ehe sie mit wildern Schrei ihren Kopf
herumwarf, »dann sollten Sie genau das tun, was ich von Ihnen
verlange…«
     
    *
     
    Zur gleichen Zeit ereignete sich etwas nicht minder
Rätselhaftes nur wenige hundert Meter von dem einsam stehenden
Landhaus entfernt.
    Am Firmament zwischen den Sternen zeigte sich ein Licht, das sich
bewegte.
    Es war kein Flugzeug und kein Erdsatellit, der dort lautlos und
fern seine Bahn zog.
    Das Licht wurde größer und sank der Erde entgegen.
    Es gab keine Zeugen dieses Ereignisses.
    Oder doch?
    In der Dunkelheit war die Bewegung runter dem Erdhügel kaum
wahrzunehmen.
    Die Gestalt, die dort kauerte, war schwarz wie die Nacht.
    Ein – Mann in Schwarz!
    Er sah, was geschah, und um seine schmalen Lippen spielte ein
triumphierendes Lächeln.
    Die Information stimmte genau.
    Dies waren der Ort und die Stunde, in der sie sich absetzen
ließen.
    Aus dem Licht wurde ein dreieckiges Gebilde.
    Eine Pyramide, die sich vom Himmel herabsenkte.
    Rasch und lautlos war ihr Flug. Ebenso das Aufsetzen. Sanft kam
sie am Boden auf. Wie durch Geisterhand bewegt, bildete sich dort
eine Öffnung.
    Im Licht, das aus dem Innern der Pyramide kam, waren die vier
Gestalten deutlich zu sehen.
    Drei davon waren eindeutig Menschen. Die vierte erinnerte an das
Wesen aus einer anderen Welt.
    Sie war ein Skelett mit Flügeln und trug einen sonnengelben
Umhang, der mit seltsamen magischen Zeichen versehen war. Das war
Skash, der Skelett-Magier.
    Er war im Mikrokosmos zu Hause. Die geheimnisvolle Pyramide konnte
die Grenzen zwischen dem Makro- und dem Mikrokosmos
überwinden.
    Einer der Männer war dunkelhaarig, untersetzt. Das war
Friedrich Chancell, der Schweizer. Er hatte seine phantastische
Theorie, daß die Erde einst Besuch aus dem Weltall hatte,
längst bestätigt gefunden. Die Wirklichkeit war
phantastischer als seine Vermutungen. Mehrere Rassen, deren Spuren
eindeutig auf die Erde führten, stammten nicht von einem anderen
Stern, sondern waren aus einem mikroskopisch kleinen Kosmos in diese
Welt gekommen. Welche Besonderheiten dazu geführt hatten, war
nie ganz geklärt worden.
    Doch Friedrich Chancell, Privatforscher, war dabei, mit Hilfe
seines ungewöhnliches Begleiters, auch diesen Rätseln noch
auf die Spur zu kommen. Für die Welt gab es Friedrich Chancell
schon nicht mehr. Offiziell galt er als verschollen. Nach seinem
Aufbruch in die grüne Hölle des Amazonas vor vielen Monaten
hatte kein Mensch mehr von ihm je wieder etwas gehört.
    Chancell hatte sich von der Welt zurückgezogen, und
gleichzeitig war sein Leben abwechslungsreicher, farbiger und
phantastischer geworden als je zuvor.
    Der Schweizer unternahm mit Skash und der Pyramide die
ungewöhnlichsten Reisen. Ein

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