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Love is a Miracle

Love is a Miracle

Titel: Love is a Miracle
Autoren: Elizabeth Scott
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Kapitel 2
    Als ich die Augen wieder öffnete, sah ich Licht. Helles weißes Licht, so grell, dass es wehtat. Ich wusste nicht, wo ich war, doch dann stieg mir ein Geruch in die Nase, der mir irgendwie vertraut vorkam, nach Desinfektionsmitteln und Schweiß und gebrauchten Verbänden, und ich begriff, dass ich im Krankenhaus eingeschlafen sein musste.
    Na toll. Was hatte David denn jetzt wieder angestellt?
    Ich wollte mich aufsetzen, konnte aber nicht, weil es so wehtat.
    Ich schaute an mir hinunter und sah, dass ich eine Infusionsnadel in jedem Arm hatte. Die Nadeln steckten in meiner Haut, ein Stück unterhalb der Ärmel meines Krankenhausnachthemds, und waren mit Pflaster fixiert.
    Ich lag also selber im Krankenhaus.
    Aber warum? Hatte ich mich beim letzten Gerangel im Fußballcamp verletzt? Ich war doch so vorsichtig bei allen Spielen gewesen, obwohl ich wusste, dass mich das am Ende die Siegestrophäe kosten würde. Aber ich wollte die neue Saison nicht mit einer Verletzung beginnen.
    Im Zimmer weinte jemand und wieder versuchte ichmich aufzusetzen. Diesmal tat es noch mehr weh. Mein Kopf war wie mit Zement gefüllt. Das Weinen wurde lauter, dann beugte Mom sich über mich, ein strahlendes, zittriges Lächeln im Gesicht. Komisch sah das aus, irgendwie falsch, angesichts der Tränen.
    »Mom?«, sagte ich, aber es kam nur ein Krächzen heraus. Auch mein Mund war wie zubetoniert.
    »Oh, Megan«, hauchte Mom mit einer merkwürdig zittrigen Stimme, die zu ihrem verrutschten Lächeln passte.
    »Oh, Megan«, wiederholte sie, und hinter ihr sah ich ein Flammenmeer lodern, und ich wusste, dass direkt dahinter … Mein Verstand blockierte, von einem Grauen gelähmt, für das ich keinen Namen hatte, und ich starrte sie an und hoffte, dass sie mir sagen würde, warum ich hier war. Mir erklären, was passiert war.
    Mom legte ihre Hände auf meine Schultern, sanft, so unendlich sanft, als sei ich aus Glas. Ich spürte, wie ihre Finger zitterten, sah es auch. »George«, sagte sie und schluchzte jetzt laut, und auf einmal war mein Vater da. Sein Gesicht war grau vor Erschöpfung.
    »Meggie?«, stieß er hervor und drückte mich so fest an sich, dass ich kaum noch atmen konnte. Immer wieder murmelte er mir ins Ohr: »Es ist ein Wunder. Du bist ein Wunder, Meggie.«
    Was ging hier vor? Mom und Dad weinten beide, und das machte mir Angst, weil Dad sonst nie weint. An dem Tag, als meine Eltern zum ersten Mal mit David aus dem Krankenhaus zurückkamen, hatte er rote Augenund räusperte sich ständig, aber er weinte nicht. Ich schon, und dabei war ich erst sieben und wusste nicht, was David überhaupt hatte. Dad wusste es, weinte aber trotzdem nicht.
    Dann kam ein Arzt herein, während Mom und Dad mich immer noch im Arm hielten. Ich kannte ihn nicht, was mich wunderte, weil ich in der Notfallklinik von Reardon so gut wie jeden Arzt kannte. David wohnte ja praktisch hier, weil er erstens die ganze Zeit krank war und zweitens ständig Unfälle baute  – in Bäumen herumturnte, obwohl er das nicht durfte, oder zielstrebig auf der einzigen Glatteisstelle hinknallte, die Dad in der Einfahrt übersehen hatte.
    Der Arzt war irgendwie komisch, so besonders nett, und er sagte dauernd meinen Namen, fast ehrfürchtig, als sei es mehr als nur ein Name. »Wie ist das Licht, Megan?« »Ist es dir zu hell, Megan?« »Ich messe jetzt deinen Blutdruck, Megan, okay?«
    Ich konnte mich vor Schmerzen nicht auf das konzentrieren, was er machte. Ich hörte ihn nur immer wieder meinen Namen sagen, der längst völlig sinnentleert war, nur noch ein Rauschen in meinen Ohren.
    »Unglaublich«, sagte er, als er fertig war, und lächelte mich an. Dann wandte er sich an meine Eltern: »Sie ist in Topform. Nur ein paar Prellungen und Schürfwunden, und natürlich wird sie noch eine Weile Schmerzen haben, aber ansonsten … Also wirklich, so was hab ich noch nie erlebt.«
    War der Typ übergeschnappt? »Mir geht’s überhauptnicht gut«, krächzte ich, und meine Stimme klang fast so schlimm, wie ich mich fühlte.
    Mom lachte, ein seltsames, hohes Kichern, das jeden Moment in einen Schrei umschlagen konnte. »Oh, doch, Herzchen, du bist gut in Schuss. Nur ein paar harmlose Schrammen, wie du sie auch von einem Fußballmatch nach Hause bringen würdest.«
    Mit einem Blick zum Doktor trumpfte sie auf: »Ich hab’s Ihnen ja gleich gesagt, dass sie in Ordnung ist.« Aber ihre Stimme klang irgendwie brüchig und in ihren Augen sah ich fast etwas wie Angst

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