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LIEBE DEINEN NÄCHSTEN Noah Fitz Thriller (German Edition)

LIEBE DEINEN NÄCHSTEN Noah Fitz Thriller (German Edition)

Titel: LIEBE DEINEN NÄCHSTEN Noah Fitz Thriller (German Edition)
Autoren: Noah Fitz
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T-Shirt mit gelbem Smiley über und lief auf Zehenspitzen zur Tür.
    Im Treppenhaus war es stockdunkel, Lisa versuchte zu lauschen, au ßer dem Rauschen ihres Blutes in den Ohren vernahm sie keine weiteren Geräusche. Dann, mit einem Krachen, donnerte es gegen ihre Tür, Lisa sprang zurück und kreischte auf. Ihr Herz machte einen Satz, sodass es in der Brust schmerzte. Als sie nach dem Sekundenschreck wieder zu sich kam, erkannte sie die Ursache des lauten Knalls. Die kleine, dunkle Spitze eines Nagels starrte Lisa an. Jemand hatte von draußen einen Nagel durch ihre Tür gejagt. Die zu Tode erschrockene Lisa torkelte rückwärts zu ihrer Garderobe. Zum Glück fiel ihr ein, dass ihre Pistole in ihrem Schrank lag. Sie rannte in ihr Schlafzimmer. Ihre Wohnung war sehr übersichtlich und klein. Sie durchwühlte ihre Kleider, von denen sie für eine Frau nicht allzu viel  hatte. Zu ihrem Entsetzen hörte Lisa plötzlich - sie war wie benebelt, ihr Herz pumpte eimerweise das Blut durch ihren Körper -, wie jemand vor ihrer Tür entsetzlich zu schreien anfing. Es war eindeutig eine Frau.
    „Oh Gott, es ist bestimmt die Frau Blumenweiß, meine liebe Frau Blumenweiß. Der Eindringling randaliert und wüstet auch bei meinen Nachbarn?“ Lisa konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob sie es nur dachte oder laut vor sich hin flüsterte. Endlich fand sie ihre verdammte Ersatzwaffe .
    Mit zitternden Fingern entsicherte sie sie und lief trotz des Adrinalinüberschusses leichtfüßig wie eine Katze zur Tür. Der Nagel starrte sie mit seiner scharfen Spitze immer noch an. So plötzlich, wie der Schrei gekommen war, so abrupt hörte der auch wieder auf. Es herrschte Totenstille, kurz danach hörte Lisa eine schwere Tür zuschlagen. In ihrer Wohnung hatte sie geistesabwesend überall das Licht ausgemacht, um sich an das Dunkel im Treppenhaus zu gewöhnen. Nach einer gefühlten Ewigkeit des Wartens traute sich Lisa, ihre Tür einen Zentimeter weit aufzumachen. Als nichts geschah, schlug sie blitzschnell mit ihrer linken Hand gegen den Lichtschalter, die Lampen erhellten klackernd und mit grellem Licht das Treppenhaus. Die Kommissarin stand immer noch hinter ihrer Wohnungstür und wartete ab. Ein leises Rascheln und Keuchen war zu vernehmen. Die Ungeduld siegte über ihre Vernunft, schließlich musste man ja etwas unternehmen. Mit einem Auge lugte Frau Kommissarin Glück nach draußen, und das, was sie sah, erschreckte sie sehr. Eine kleine Gestalt in einem Morgenmantel und einer schwarzen Mülltüte über dem Kopf lag an die Wand des Treppenhauses angelehnt. Die Tüte blähte sich immer schneller auf und fiel genauso schnell wieder in sich zusammen. Lisa warf all ihre schrecklichen Gedanken über Bord, schlich zur Treppe, schaute nach unten, lief einer Sprinterin gleich zu ihrer Mitbewohnerin. Daran zweifelte Lisa nun nicht mehr, dass es sich um die alte Dame handelte, und riss mit ihren verkrampfen Fingern die todbringende Kunstoffhülle auf. Ein tiefer krächzender Laut füllte den ganzen Flur, als das Opfer nach frischer Luft schnappte, um ihren geschundenen Körper, der kurz vor dem Kollabieren war, mit Sauerstoff zu versorgen. Pfeifend verschlang ihre Raucherlunge die Luft, ihr Gesicht war purpurrot, und das graue Haar stand in alle Richtungen ab.
    Wieder ertönte ein lautes Klicken, es wurde sofort und überall dunkel, beide Frauen schrien und krallten sich aneinander fest wie zwei verzweifelte Menschen kurz vor dem Ertrinken, die allein gelassen im offenen Meer trieben.
    „Es ist nur der Zeitschalter ... nur der Zeitschalter und das verdammte Klicken eines Relais‘ …“ Es war die Stimme ihrer Vernunft, die sich den Weg zu ihrem rationalen Verstand erkämpfte. Lisa beruhigte sich, ihr Atem wurde flacher, auch der Griff entspannte sich, ihre Finger ließen den Morgenmantel ihrer Nachbarin langsam los, sodass es in den Gelenken schmerzte. Die alte Dame, die immer noch wie eine Lokomotive atmete, was sie nicht nur dem Schreck, sondern auch dem permanenten, fast schon chronischen Rauchen zu verdanken hatte, ließ ihrerseits Lisas Beinkleid los.
    Lisa ertastete den Schalter,  kurz darauf wurde es wieder hell.   
    Jetzt erst, es war völlig unbeabsichtigt, fiel ihr Blick auf ihre ramponierte Tür.
    „Du und Raphael!“ Nur diese Worte waren in roter Farbe, die nichts anderes als Blut war, wie sich später herausstellte, auf ihre Tür geschmiert. Eine menschliche Hand hing darauf, die von einem Nagel durchgeschlagen worden

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