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LIEBE DEINEN NÄCHSTEN Noah Fitz Thriller (German Edition)

LIEBE DEINEN NÄCHSTEN Noah Fitz Thriller (German Edition)

Titel: LIEBE DEINEN NÄCHSTEN Noah Fitz Thriller (German Edition)
Autoren: Noah Fitz
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Dieter hatte es mit ihm auch nicht immer leicht gehabt. 
    „Sei mir nicht böse, aber er hat meinen Sohn erwähnt, genauer gesagt, er erwähnte ein Kind, trotzdem, wenn es um meine Familie geht, werde ich etwas ungeduldig und grobkantig. Sei mir bitte nicht böse, aber ich würde gerne wissen, ob wir nun verarscht werden ... oder ist es tatsächlich etwas Ernstes? Was ich jedoch nicht hoffe. Bist du böse auf mich?“
    „ Ach was. So wichtig bist du nun auch wieder nicht.“, scherzte sie. „Das ist mir auch sofort aufgefallen, deswegen habe ich dich auch ...“
    „Lisa!“, ermahnte Raphael seine Partnerin.
    „Oh, 'tschuldige.“ Lisa beeilte sich, die Botschaft vorzulesen. 
    „Rufe deinen Partner an, sofort, sonst ist sein Sohn für ewig fort.“ Sie verstummte, nachdem sie fertig war und wartete einfach ab.
    „Weiter“, sagte ihr Chef tief ausatmend. Sie konnte es nicht deuten, war er jetzt verärgert oder verängstigt?
    „Nichts weiter“, klang sie kleinlaut und kurz angebunden.
    „Steht auf der Rückseite nichts mehr?“ Raphael klang mehr als verärgert. Das stand nun fest. Sie hatte einfach nicht daran gedacht, dass auf der anderen Seite auch etwas stehen könnte. Sie schlief ja fast noch.
    „Oh Gott. Tschuldigung. Ich bin immer noch im Halbschlaf ... bin so ein Dusel.“ Sie verstummte sofort, weil sie sich selbst dabei ertappte, wie ihre Zunge ihrem Denkorgan wieder davonplapperte.
    Es raschelte kurz im Hörer.
    „Hilf deinem Freund in seiner Not“, sie verstummte kurz, „sonst bist du auch tot.“ Der Rest des Satzes war ein leises Flüstern.
    „Das war's.“ Ihre Stimme zitterte leicht.
    „Steht noch irgendetwas auf deinem Zettel, und welche Form und Beschaffenheit hat das Papier?“ Raphael musste mit seiner Partnerin feinfühliger umgehen. Sie hatte erst vor kurzem in Lebensgefahr geschwebt und war mit einem Bein schon im Himmelreich gewesen.
    „Lisa, wie ist dein Zustand? Kannst du Auto fahren? Oder soll ich zu dir kommen, mein Wagen ist in der Werkstatt, ich kann aber auch ein Taxi nehmen?“ Er sprach beschwichtigend, nur nicht die Geduld verlieren. Er war schon so lange in seinem Job, sie war aber noch ein Grünschnabel. Die 'Neuen' neigten alle für gewöhnlich zum Überreagieren, zum Glück hörte Lisa auf ihn. Nicht immer, aber immerhin oft genug. Vor allem in solch prekären Situationen wie der heutigen. Außerdem brauchte er im Moment selbst Jemanden in seiner Nähe.
    Lisa war guter Laune, als sie sprach: „Ich kann fahren. Soll ich was zum Frühstück mitbringen? Ich bin wirklich in Ordnung. Ist bestimmt irgendeiner, der sich für einen lustigen Spielgefährten hält und uns unseren Urlaub versüßen möchte.“
    Dafür schätzte er sie, sie war zwar ein kleiner Plapperschnabel, trotzdem konnte Morgenstern immer auf sie zählen.
    „Ist nicht der erste Brief, den ich von einem Spinner erhalten habe.“ Da konnte Morgenstern ihr nur zustimmen, auch sein Gemütszustand besserte sich allmählich.
    „Zwei Croissants bitte. Marmelade und frischen Kaffee werde ich schon bei mir irgendwie auftreiben können!“, sagte Raphael mit der Stimme eines Diktators. Er war schon immer ein schlechter Imitator, stellte er nach dem kläglich gescheiterten Versuch definitiv fest.
    Beide lachten. Croissants waren ihre Antidepressivwaffe.
    Lisa hasste es, so früh aufstehen zu müssen. Auf die Gesellschaft von Raphael freute sie sich trotzdem sehr. Sie hatte ihn schon seit drei Tagen nicht mehr gesehen, und das war viel. Sie sahen sich öfter als manch ein verliebtes Ehepaar, ihr Dienstleben forderte ihren Soll von den beiden Inspektoren jeden Tag ein. Das war der Tribut, den sie ihrem Beruf zollten, dass sie sich aneinander gewöhnt hatten, ohne es selbst gemerkt zu haben, jetzt verbrachten die beiden Kommissare sogar oft ihre Freizeit zusammen. Das Zusammensein tat den beiden Beamten gut, besonders nachdem Raphaels Frau starb und Lisa wider Willen wieder Single wurde. Das Alleinsein gefiel keinem der beiden. Sie waren ein platonisches Traumpaar. Lisa grinste, als sie daran dachte, während sie sich anzog. Plötzlich klopfte es an ihrer Tür, die junge Frau verharrte mitten in der Bewegung, fiel fast hin, da sie nur mit einem Bein in der Hose steckte und das andere in der Luft schwebte. „Wer könnte das bloß sein?“, fluchte Lisa. Ihr blondes Haar fiel ihr ins Gesicht und bedeckte ihre grünen Augen, die pure Angst ausstrahlten. Sie zog schnell ihre Hose hoch, stülpte ihr schwarzes

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