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Jerry Cotton - 2910 - Im Fadenkreuz des Moerders

Jerry Cotton - 2910 - Im Fadenkreuz des Moerders

Titel: Jerry Cotton - 2910 - Im Fadenkreuz des Moerders
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ich. »Wir prüfen Fakten, und das müssen wir gründlich und objektiv tun.«
    »Logo, Boss«, erklärte Ben jovial. »Ich …« Die Bürotür öffnete sich und Wilson trat ein. Um ihm nicht das Gefühl zu geben, als hätten wir das Gespräch seinetwegen unterbrochen, beendete Ben seinen Satz in ganz normalem Tonfall. »… schreibe den Bericht zum Gewehr und gebe ihn euch später rein. Möchte jemand einen Kaffee?«
    Alle nickten und er ging zur Tür. Ich sah, dass er nahe an Wilson vorbeiging, doch die Handbewegung, mit der er sich das Handy schnappte, war so schnell, dass ich nichts davon mitbekam, zumal ich ihn ja auch nicht anstarren konnte. Lediglich sein erhobener Daumen hinter Wilsons Rücken verriet mir, dass sein Plan aufgegangen war.
    »Was gibt es Neues?«, fragte Phil Wilson und setzte sich an seinen Schreibtisch. »Habt ihr mögliche Szenarien entwickeln können?«
    Wilson setzte sich ebenfalls und rieb sich über die Stirn. »Ja, einige. Die wahrscheinlichsten haben wir skizziert und an Mister High weitergeleitet, sodass einige Sicherheitsvorkehrungen angepasst werden können, um diese Möglichkeiten von vornherein auszuschließen. Und wie war es bei euch?«
    »Leider nicht so erfolgreich«, sagte Phil mit betrübter Miene. »Aus Miller haben wir nichts rausgekriegt und Lundgren war nicht zu sprechen.«
    »Wir sind uns auch nicht ganz sicher, dass sich diese Mail wirklich auf Walters bezieht«, fügte ich hinzu. »Es passt eigentlich nicht ins Muster der Gruppe, etwas so offen zu kommunizieren. Und die Mail kam von seiner offiziellen Adresse, vielleicht hat er sie gar nicht selbst verfasst.«
    Mit dieser Erklärung, die den Tatsachen entsprach, hatten wir ihm den Wind aus den Segeln genommen. Denn wenn er bei einer Rücksprache mit Lundgren feststellen sollte, dass dieser keine solche Mail geschrieben hatte, würde er annehmen, dass es sich um etwas anderes handelte, das vielleicht sogar von der Sekretärin oder so geschrieben worden war.
    »Das stimmt«, sagte Wilson. »Der Profiler hat auch erwähnt, dass die Mail nicht ins Muster passt.«
    Wir berichteten ihm, was Ben und Michael herausgefunden hatten, als Ben mit einem Tablett voller Kaffeetassen und einer Thermoskanne zurückkam.
    »Mit schönen Grüßen von Helen«, sagte er und verteilte die Tassen. Dabei erreichte er Wilson zuletzt. »Sie ist Mister Highs Sekretärin und kocht den weltbesten Kaffee«, erklärte er Wilson, als er sich zu ihm rüberbeugte, um die Tasse abzustellen. Dann wandte er sich mir zu und formte mit Daumen und Zeigefinger vor der Brust eine Null. Auch diesmal hatte ich die Handbewegung nicht gesehen, mit der er Wilson sein Handy wieder zugesteckt hatte, aber immerhin wusste ich nun, dass Wilson keine SMS verschickt hatte.
    »Wir sollten noch die Daten von Agent Bentstone bekommen und dann Mister High Bericht erstatten«, sagte Wilson.
    »Bentstone rief vorhin an«, sagte Phil. »Sie fragte, ob sie noch mal reinkommen solle oder ob es reicht, wenn sie ihren Bericht schickt. Sie hatte wohl heute nach Feierabend noch etwas vor, daher habe ich gesagt, es reicht, wenn sie den Bericht schickt. Hier ist er.«
    Er verteilte einen Satz Kopien.
    »Sie hat nicht viel erreicht«, fasst Phil den Bericht zusammen. »Keiner der Bekannten von Owens hat etwas von ihm gehört. Sie schreibt, dass sie nicht das Gefühl hat, dass sie lügen. Sie hat auch Nachbarn befragt, Owens ist bei niemandem aufgetaucht, soweit sie feststellen konnte.«
    »Vielleicht hat er sich doch ins Ausland abgesetzt«, meinte Wilson.
    »Wäre möglich«, sagte ich, obwohl mein Instinkt mir sagte, dass dem nicht so war. Irgendwie hing Owens in dieser Geschichte mit drin, ich wusste nur noch nicht, wie.
    Wir besprachen noch einige Kleinigkeiten und gingen dann zu Mr High, um ihm den abschließenden Bericht für diesen Tag zu geben.
    »Setzen Sie sich«, begrüßte uns der Chef. »Es sind nur noch weniger als 24 Stunden, bis der Präsident in New York ankommt. Wie sieht es mit Ihren Ermittlungen aus?«
    Wir gaben ihm die überarbeiteten Ergebnisse. Er wusste ja bereits, was davon stimmte und was erfunden war.
    »Und wie planen Sie weiter vorzugehen?«, fragte Mr High, nachdem auch Wilson seinen Bericht beendet hatte.
    »Ich denke, wir sollten uns morgen vor Ort umsehen«, sagte Wilson und bezog sich auf das NBC-Studio, wo das Fernsehduell stattfinden würde.
    »Gute Idee, aber Sie sollten sich nicht darauf beschränken«, sagte Mr High. »Sie können sich dort mit Agent

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