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Flandry 1: Im Dienst der Erde

Flandry 1: Im Dienst der Erde

Titel: Flandry 1: Im Dienst der Erde
Autoren: Poul Anderson
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sie nicht lebenswichtig. Dennoch begeht das Landvolk ständig Übergriffe. Ihre Fischereifahrten, ihre Jagden auf Meeresbestien, ihre Tangernten, ihre Schleppnetze – das alles stört ein ökologisches Gleichgewicht, von dem die andere Spezies abhängt. Ich will gar nicht von denen reden, die getötet wurden, von den Unterwasserstädten, die das Landvolk mit Felsen bombardiert, den Buchten und Straßen, die sie blockiert haben. Ich will nur anmerken, dass keine Landkultur auch nur das geringste Interesse gezeigt hat, als Merseia sich erbot, einen Modus Vivendi zu erarbeiten. Meine Aufgabe besteht darin, dem Seevolk zu helfen, damit es der Aggression Widerstand leisten kann, bis die verschiedenen Landvolkgesellschaften in einen gerechten und stabilen Frieden einwilligen.«
    »Hören Sie schon mit dem papageienhaften Nachplappern auf!«, schnaubte Abrams. »Dazu fehlt Ihnen der Schnabel. Warum sind Sie wirklich hier?«
    »Ich habe Ihnen gesagt …«
    »Nein. Denken Sie nach. Sie haben Ihre Befehle und befolgen sie wie ein braver kleiner Soldat. Aber fragen Sie sich nicht manchmal, was bei der ganzen Sache für Merseia herausspringt? Ich frage mich das ganz bestimmt. Wo zum Teufel bleiben die roten und schwarzen Zahlen in den Überlegungen Ihrer Regierung? Schließlich nimmt Saxo nicht gerade eine brauchbare strategische Position ein. Wir sitzen hier mitten in einem hundert Lichtjahre breiten Streifen Niemandsland zwischen unseren Reichen, kaum erforscht. Teufel, ich wette, die Hälfte der Sterne ringsum sind nicht mal katalogisiert. Die nächste Zivilisation ist Beteigeuze, und die Beteigeuzer sind neutral und wünschen unseren beiden Häusern Hämorrhoiden. Sie sind zu alt, um an Elfen, Gnome, kleines Volk oder den desinteressierten Altruismus großer Imperien zu glauben. Warum also?«
    »Vielleicht stelle ich die Entscheidungen des Roidhuns und seines Großen Rates nicht in Frage. Sie vielleicht noch weniger.« Ein Grinsen zeigte sich auf Runeis starrem Gesicht. »Wenn Starkad so nutzlos ist, warum sind Sie dann hier?«
    »Das fragen sich bei uns zu Hause eine ganze Menge Leute«, gab Abrams zu. »Unseren Richtlinien zufolge dämmen wir euch überall ein, wo wir können. Gehört dieser Planet euch, habt ihr eine um fünfzig Lichtjahre an unsere Grenze vorgeschobene Basis … wozu auch immer das gut sein soll.« Er hielt kurz inne. »Vielleicht bekommt ihr dadurch ein bisschen mehr Einfluss auf Beteigeuze.«
    »Hoffen wir, Ihr Gesandter ist in der Lage, den Disput zu beenden«, entgegnete Runei und entspannte sich. »Mir gefällt es auf dieser Höllenkugel auch nicht besonders.«
    »Was für ein Gesandter?«
    »Sie haben nicht davon gehört? Unser letzter Kurier hat uns davon unterrichtet, dass ein … khraich … ja, ein Lord Hauksberg hierher unterwegs sei.«
    »Ich weiß.« Abrams verzog das Gesicht. »Noch so ein Großkotz, der uns die Basis unsicher macht.«
    »Er soll aber nach Merseia Weiterreisen. Der Große Rat hat eingewilligt, ihn zu empfangen.«
    »Was?« Abrams schüttelte den Kopf. »Verdammt, ich wünschte, wir hätten eine genauso gute Post wie Sie … Na ja. Was ist jetzt mit dem abgestürzten Flitzer? Warum wollen Sie uns nicht helfen, nach den Trümmern zu suchen?«
    »Inoffiziell gesagt«, antwortete Runei, »weil wir der Ansicht sind, dass er als fremdes Flottenflugzeug kein Recht hatte, das Wasser zu überfliegen. Die Folgen seines Tuns hat sich der Pilot selber zuzuschreiben.«
    Hoho! Abrams versteifte sich. Das war etwas Neues. Die merseianische Position implizierte solch einen Anspruch zwar, doch Abrams hörte zum ersten Mal, dass er offen ausgesprochen wurde. Ob die Grünhäute sich auf einen größeren Vorstoß rüsteten? Sehr gut möglich, vor allem, nachdem Terra nun Verhandlungen angeboten hatte. Militärische Operationen lassen sich am Verhandlungstisch immer als Druckmittel benutzen.
    Runei saß da wie ein Krokodil und lächelte schwach. Erriet er, was Abrams durch den Kopf ging? Vielleicht nicht. Ganz gleich, was die Sentimentalisten vom Orden der Gemeinschaft aller Lebewesen immerfort blökten, Merseianer dachten nicht ganz in menschlichen Bahnen. Abrams reckte sich ausgiebig und gähnte. »Wird Zeit, dass ich in die Kiste komme«, sagte er. »War nett, mit Ihnen zu reden, Sie alter Bastard.« Was nicht vollkommen gelogen war. Runei war recht anständig – für ein Raubtier. Abrams hätte ihm gern zugehört, wie er von den Planeten erzählte, auf denen er schon gejagt hatte.
    »Ihr

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