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Drei Mal täglich

Drei Mal täglich

Titel: Drei Mal täglich
Autoren: Lori Wilde
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1. KAPITEL
    Dr. Bennett Sheridan betrat zum ersten Mal den Operationssaal der Universitätsklinik Saint Madeleine und schenkte den beiden OP-Schwestern ein strahlendes Lächeln. Und zumindest eine von ihnen, Lacy Calder, war sofort hin und weg. Was für ein Mann!
    Sie stand auf einem Podest und legte die sterilisierten Instrumente für die nächste Bypassoperation zurecht. Doch nach dem ersten Blick auf Dr. Sheridan hielt sie in der Arbeit inne und starrte ihn an wie eine Erscheinung.
    Ihr Herz klopfte wild, und ihr Atem beschleunigte sich. Noch nie in den neunundzwanzig Jahren ihres Lebens war es ihr passiert, dass sie so heftig auf einen Mann reagiert hatte. Ihre Hormone befanden sich mit einem Schlag in wildester Unordnung. Sie empfand Begehren ebenso sehr wie Bewunderung, und dazu kam dieses unendliche Glücksgefühl, das sie mit Macht durchflutete und sich mit dem Verstand einfach nicht kontrollieren ließ.
    Er ist es! dachte sie. Der Blitz hat endlich eingeschlagen. Oh, mein Gott, Urgroßmama Kahonachek hat recht gehabt. Dass die Liebe einschlägt wie ein Blitz ist kein Märchen. Bloß glaubt man erst daran, wenn er einen getroffen hat.
    Lacy gehörte nicht zu den Frauen, die spontan auf fremde Männer ansprachen. Und doch reagierte sie mit aller Deutlichkeit auf Dr. Sheridan.
    Wunderbar.
    Weg mit dir, George Clooney! jubelte sie innerlich. Und weg mit dir, Brad Pitt. Dr. Bennett Sheridan ist da!
    Der Mann sah so unglaublich gut aus, dass es schwer war, den Blick von ihm abzuwenden. Er war groß, mindestens eins neunzig, mit breiten Schultern und schmalen Hüften. Und dass sein Körper muskulös war, konnte man selbst unter der normalerweise völlig unerotischen grünen OP-Kleidung erkennen.
    Da er aus dem Waschraum kam, wo er sich der fünfzehnminütigen Reinigung mit Betadine unterzogen hatte, und die immer noch feuchten Hände zum Trocknen hochhielt, konnte Lacy unter den dünnen Baumwollärmeln genau erkennen, dass er einen ausgeprägten Bizeps besaß.
    Seine gebräunte Haut und sein muskulöser Nacken bewiesen ihr, dass sein durchtrainierter Körper nicht das Resultat regelmäßiger Workouts im Fitnessstudio war, sondern irgendeiner Sportart, die man im Freien betrieb. Tennis, entschied sie. Oder vielleicht Softball. Seine Nase hatte einen leichten Rechtsdrall, als ob sie vor Jahren einmal gebrochen gewesen wäre.
    Eine Prügelei? überlegte sie. Oder ein Unfall? Wenn er lächelte, entblößte er zwei Reihen makellos weißer Zähne. Prince Charming hatte außerdem ein markantes Grübchen in seiner rechten Wange. Äußerst sexy. Dazu schokobraune Augen. Als sich ihre Blicke kurz trafen, sah er Lacy auf eine Art an, die ihr das Gefühl gab, die einzige Frau auf der ganzen Welt zu sein.
    Nach so langer Zeit war es endlich passiert.
    Lacy spürte, wie ihre Knie zitterten. Ihr Puls raste, ihr Mund war trocken.
    “Guten Morgen, meine Damen”, begrüßte Prince Charming Lacy und ihre Kollegin Jan Marks. “Ich bin Dr. Bennett Sheridan vom Boston General Hospital. Ich ergänze meine Facharztausbildung für sechs Wochen bei Dr. Laramie.”
    Sie wussten natürlich, dass er kommen würde. Dr. Laramie hatte keinen Zweifel daran gelassen, wie stolz er darauf war, dass der begabte junge Arzt, der in Harvard summa cum laude promoviert hatte, sich bei ihm in Houston fortbilden wollte.
    Sheridan hatte dreihundert andere Kandidaten aus dem Feld geschlagen, die sich für dieses prestigeträchtige Praktikum beworben hatten. Was Lacy jedoch nicht erwartet hatte, war, dass Dr. Sheridan ihr nur ein Lächeln zu gönnen brauchte, um ihr Herz zu gewinnen.
    Doch wie sollte es ihr gelingen, einen Mann für sich zu interessieren, der so offensichtlich jede Frau haben konnte, die er wollte? Sie war nicht gerade eine Frau, die von Männern umschwärmt wurde.
    Sie bemerkte, dass er sie aufmerksam fixierte und schluckte. Sie trug ebenfalls grüne OP-Kleidung, dazu den Mundschutz, der nur die Augen freiließ. Das Haar war unter einer blauen sterilen Kappe verborgen, ihre Füße steckten in bequemen Gesundheitssandalen, ebenfalls mit sterilem blauen Tuch verhüllt. Daher fragte sie sich, weshalb Dr. Sheridan sie so unverwandt anblickte. Hatte sie ihren Lidschatten vergessen? Oder einen Fleck auf der Stirn? War ihre Wimperntusche verschmiert?
    Das würde ihr ähnlich sehen. Den Mann ihres Lebens treffen und aussehen wie ein Clown. Irritiert machte Lacy einen Schritt, trat prompt ins Leere und fiel von dem Hocker, auf dem sie gestanden

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